Versagensangst – wie du sie überwinden kannst.

Von 12. März 2020 9. Mai 2020 Führung & Selbstführung, Mindset & Innere Haltung
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Versagensangst –  die Illusion der Kontrolle

 

Der menschliche Geist ermöglicht es uns, Pläne zumachen, Dinge zu erfinden, Handlungen zu koordinieren, Probleme zu analysieren, Wissen mitzuteilen, aus unseren Erfahrungen zu lernen und eine neue Zukunft zu entwerfen.

Der Geist ermöglicht uns, die Welt um uns herum zu gestalten und sie unseren Wünschen entsprechend auszurichten, uns mit Wärme, Behausung, Nahrung, Wasser, Schutz, usw. zu versorgen.

Es überrascht nicht, dass diese erstaunliche Fähigkeit, unsere Umgebung zu kontrollieren, auch hohe Erwartungen in Hinsicht auf die Kontrolle in anderen Bereichen weckt.

Wenn wir etwas nicht mögen, versuchen wir herauszufinden, wie wir es vermeiden oder loswerden können, und machen das.
Doch wie viel Kontrolle haben wir über unsere innere Welt, die Welt der Gedanken, Erinnerungen, Gefühle, Triebe und Empfindungen? Können wir sie einfach vermeiden oder uns derer entledigen, die wir nicht mögen?

Nein.

Aber wir können lernen darauf anders zu reagieren.

Gehörst du zu den Menschen die Versagensangst haben wenn sie nicht perfekt vorbereitet sind?

 

Für die Effizienz oberste Priorität hat? Die viel planen, sich für alles Listen machen, Geld genau budgetieren, im Urlaub genau wissen wann sie wo sein werden und alles verbuchen, sich wochenlang auf eine Präsentation vorbereiten, beim Lernen einer Sprache erst öffentlich reden wenn du mindestens drei Zeiten beherrschst.

Oder machst du viel aus Impulsen heraus, lässt dich inspirieren und vertraust darauf, dass du gute Ideen haben wirst?

Ich gehöre eher zu Letzteren.

Angst zu versagen war daher leider auch ein ständiger Begleiter.

Kreative Köpfe bekommen ständig Impulse für neue Ideen. Das macht die Versagensangst im Job ziemlich absurd.

Trotzdem dachte ich mir: „Du bist total umprofessionell. Du musst effizienter arbeiten.

Kein Wunder dass du Angst hast zu versagen.

Du must endlich einen Redaktionsplan für deine Artikel, Videos und Social Media Aktivitäten haben.

Für Vorträge solltest du Wochen im Voraus Material sammeln. Für Videos Ideen Listen anlegen.

Mir gingen noch nie die Ideen aus.

Der Versagensangst ist das egal gewesen und sie hat dreckig gelacht.

 

Ich weiß außerdem genau, was ich kann. Du wahrscheinlich auch. Wir vertrauen nur oft nicht darauf.

Ich schreibe regelmäßig Gastartikel und da es gewünscht ist, reiche ich die Ideen dazu Wochen vorher ein.

Und für meine Artikel habe ich Anfang des Jahres auch einen Redaktionsplan gemacht

Dieser Artikel gehört nicht dazu.

Ich habe wirklich versucht, mich an das Programm zu halten.

Ich schaute die Liste immer wieder auf und ab und suchte nach einem Thema, das mich begeistern konnte.

“Was habe ich mir dabei gedacht?” fragte ich mich immer wieder. „Das ist doch langweilig – mir fällt nix ein“.

Ich habe Artikel für Artikel begonnen.

Ich habe einen ganzen Evernote-Ordner der Schande mit Fetzen von Artikeln, Zitaten, Satzfragmenten und geistreichen ersten Zeilen gefüllt.

Ich zauderte und zögerte.

Ich habe Videos gemacht.

Ich habe meditiert.

Ich bin gelaufen (um “den Kopf frei zu bekommen”). Und ich kam immer wieder auf die Liste zurück und fühlte mich immer mehr frustriert und blockiert.

Dann traf es mich: Die Liste der Artikel war das, was mir in die Quere kam. Ich versuchte, mich in eine produktive und vorhersehbare Zukunft zu puffern.

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Die Puffer Strategie – eine Lösung für Versagensangst im Job?

 

Puffern bedeutet im positiven Sinne einen Vorrat an etwas aufzubauen, bevor der Bedarf entsteht. (Der negative Sinn, ist das was mein Computer macht wenn er endlos ein Video puffert…nerv)

Wenn du eine Speisekammer mit Konserven hast, pufferst du.  Ist ja gerade groß im Trend wegen Corona.

Wenn du am Montag sieben Videos machst und sie alle paar Tage auf YouTube einstellst, pufferst du (das mache ich auch so – macht einfach Sinn).

Wenn du alle drei Jahre ein 196er-Pack Toilettenpapier kaufst, puffest du.

Ich mache das nicht daher sitze ich regelmäßig ohne Papier auf dem Klo, sammle Makeuptücher aus dem Müll neben mir und hole dann eine Küchenrolle um den Engpass zu überbrücken. Bis zum nächsten Mal. Ich lerne es nicht.

(Keine Angst, mehr Persönliches teile ich heute nicht – ich schwöre) .

In diesen Beispielen kann die Pufferung sinnvoll sein.

 

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Allerdings habe ich auf Toilette weniger mit Versagensangst zu kämpfen.

 

Ich vermute du auch. 🙂

Die Pufferung sichert gegen zukünftige Knappheit.

Aber genau deshalb hat eine Liste von Artikelüberschriften meine Kreativität erstickt.

 

Vor lauter Versagensangst gegen die Gegenwart zu puffern erstickt die Kreativität.

 

Mit der Erstellung dieser Liste sagte ich im Wesentlichen meinem zukünftigen Ich: “Ich bin nicht sicher, ob ich gute Ideen haben werde”.

Und mein zukünftiges Ich begann diese Prophezeiung zu erfüllen.

Ich fühlte mich plötzlich wie eine unmotivierte Angestellte, der eine Aufgabe von ihrem Chef (also ich), der ihr nicht vertraut, aufgetragen wurde, um die ich nicht gebeten hatte.

Was immer wir tun, wir tun es jetzt.

Wir haben buchstäblich keine andere Möglichkeit.

Und wie gut wir es tun, hängt vor allem davon ab, wie präsent wir in diesem Moment sind.

In diversen Ordnern auf meine Rechner verschimmeln Artikel Ideen auf der digitalen Müllhalde.

 

Für mich rief jede Frist die Angst hervor: “Werde ich genug sein?

 

Wenn ich auf diesen Köder anspringe, bewege ich mich direkt aus der Gegenwart, aus dem Hier und Jetzt, in eine Kaskade von Sorgen über etwas, das ich nicht vorhersehen und nicht kontrollieren kann.

Unser Gehirn versucht das aber permanent. So ist es biologisch verdrahtet. Schlecht vorbereitet zu sein, konnte den Tod bedeuten. Unser Gehirn macht sich also ständig sorgen und inszeniert dir schlimme Geschichten, was alles passieren könnte.

In der Steinzeit hat noch keiner Präsentationen vor dem Vorstand halten müssen oder Salespitches, von dem Millionen abhängen, oder einen Vortrag vor 500 Leuten halten müssen. Deinem Hirn ist das aber egal.

Es reagiert darauf, wie auf die Bedrohung durch einen Säbelzahntiger und stellt sich das nächst schlimmste vor: von der Kritik des Publikums zerfleischt zu werden oder in Kabel verheddert von der Bühne zu fallen, was Verlust an Status zur Folge hat, der in der Frühgeschichte der Menschheit der Gesundheit auch nicht zuträglich war.

 

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Versagensangst – wie du sie überwinden kannst. @jeanbouffier

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Menschen mit Versagensangst kommen aus einer Haltung des Mangels.

 

Ich muss mich regelmäßig daran erinnern, dass jeder Termin, dem ich zustimme, meinen Glauben daran repräsentiert, dass ich immer aus der Fülle schöpfen kann, dass immer genug Ideen da sein werden.

Ich glaube fest an die Vorbereitung: Ich glaube, dass es sie gibt und dass ich sie vielleicht eines Tages ausprobieren werde. (Anmerkung für Klienten und Interessenten: Das ist ein Witz).

 

Perfektionisten haben die größte Versagensangst

 

Den perfekten Zustand wirst du nie erreichen. Es ist der Versuch sich unangreifbar zu machen und rührt aus einer großen Selbstunsicherheit und dem Gefühl „nicht genug zu sein“.

Aber alles was im Leben wertvoll und erstrebenswert ist, geht mit der Fähigkeit einher, sich verletzbar und angreifbar zu machen.

Perfektionismus geht meiner Ansicht nach auch gegen ein grundlegendes Naturgesetz: Das einzig Beständige ist Veränderung.

Dir und anderen.

Perfektionismus aber ist Stagnation.

Er ist ein zwanzig Tonnen schwerer Schild der unglaublich viel Energie raubt.

 

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Wie perfektionistisch bist du aus Angst zu versagen?

 

Ist es je gut genug, was du machst oder hast du immer das Gefühl es hätte noch besser sein können?

Warum willst du es unbedingt perfekt machen?

Wer verlangt das von dir oder hat es früher von dir verlangt?

Von wem hast du die Rolle übernommen?

Wer ist der innere Antreiber?

 

Selbst Leute, die sich wie verrückt vorbereiten – besonders vielleicht Leute, die sich wie verrückt vorbereiten – fühlen sich nie genug vorbereitet.

Viele Leute, die ich kenne, machen sich deshalb verrückt.

Wenn sie aufhören, sich vorzubereiten, haben sie das Gefühl, ihre Zukunft zu sabotieren. Zu ihren Sakramenten des Erfolgs gehören Red Bull, Kaffee und Selbstausbeutung.

Aber die Wahrheit ist, dass es unmöglich ist, auf alles voll vorbereitet zu sein.

Im besten Fall schafft die Vorbereitung einen Rahmen, in dem wir uns im Moment, angesichts der sich frisch entfaltenden Gegenwart, voll und ganz ausdrücken können.

Wenn unsere Vorbereitung eine Grenze überschreitet und beginnt, diesen Ausdruck zu behindern, macht sie uns stumpf, distanziert unkreativ und tot.

Ich habe nie alles, was ich brauche, wenn ich mich zum Schreiben eines Artikels hinsetze.

Aber wenn ich mich für den gegenwärtigen Moment öffne, kommen Dinge herein. Ich öffne die Schleusen für kreative Energie.

Versagensangst

Wir haben keine Ideen weil wir Angst davor haben keine Ideen zu haben.

 

Unser Kopf erzählt uns verrückte Geschichten, die selten wahr sind denen wir aber leider glauben.

Und wegen denen wir uns unbegründet Sorgen machen, zweifeln, uns von Ängsten verrückt machen lassen und schlaflose Nächte haben.

Lerne besser mit deinen Gedanken und Gefühlen umzugehen  um dir innere Ruhe und Gelassenheit in stressigen Situationen zu schaffen.

Hier findest du mehr Informationen zum Kurs: DIE MACHT DER GEDANKEN, in dem du lernst:

  • Mehr mentale und emotionale Klarheit erlangen & Selbst-Bewusstsein zu kultivieren
  • Innere Ruhe und Gelassenheit
  • Verstehen woher deine Ängste und Sorgen kommen
  • Warum dir dein Kopf Geschichten erzählt, die selten wahr sind
  • Dich von Ängsten und Sorgen nicht einschüchtern und umtreiben zu lassen.
  • Mit dir selbst verbunden zu sein
  • Deine Gedanken, Emotionen und Gefühle verstehen
  • In herausfordernden Zeiten emotional belastbarer zu werden und dich weniger vom Außen stressen zu lassen
  • Intuitive Entscheidungen und wichtige geschäftliche und lebenswichtige Entscheidungen mit Zuversicht und Sicherheit treffen
  • Mehr erreichen, ohne auszubrennen
  • Mehr Verbindung mit deiner Mission und Vision zu kommen.Und im Allgemeinen das Leben leichter zu meistern 🙂

    Als Vorgeschmack kannst du dir hier ein kostenloses Workbook herunterladen.

Vertraue auf die Fülle – dann verschwindet Versagensangst.

 

Ich habe nie alles, was ich brauche, wenn ich aufstehe, um eine Rede oder einen Workshop zu halten. Meine schönsten, eindrucksvollsten, ehrlichsten Momente sind nie geschrieben, nie vorbereitet, nie erwartet, nie geplant.

Ja, ich bereite mich vor. Ich recherchiere, bevor ich schreibe. Ich erstelle Präsentationen und Handouts, bevor ich präsentiere.

Und ich studiere die Situationen meiner Kunden (als Designerin und als Coach. Den in beidem Bereichen geht es darum passgenaue Lösungen zu finden), bevor ich mich mit ihnen treffe.

Aber all diese Vorbereitung dient nicht und kann nicht dazu dienen, mich von meiner Anwesenheit in diesem Moment zu entschuldigen.

Und der einzige Weg, den ich kenne, um präsent zu sein, ist, meine ganze Vorbereitung loszulassen und mich einfach diesem Moment zu stellen, so wie er ist, genau jetzt.

Ein Freund hatte einmal einen wichtigen Geschäftstermin und vergass seinen Laptop auf dem sich die Powersport Präsentation befand, die er immer hielt (und an der er sich festhielt). Er musste improvisieren.

Um es Kurz zu machen: er gewann den Kunden und wird in der Firma noch heute begrüßt mit den Worten: „Also wie Sie damals einfach aus dem Stegreif geredet haben. Das war toll. Man hat ja die Powersports so satt.“

 

Lasse die Versagensangst und Perfektion los und vertraue deiner kreativen Energie.

 

An diesem Punkt ist es nicht mehr der Glaube an mich selbst.

Es ist der Glaube an die Quelle der Kreativität und Großzügigkeit, die durch mich fließt, wenn ich sie lasse: Wenn ich die Angst, nicht genug zu sein,  die Angst zu versagen. loslasse. Die Angst, dass der Brunnen austrocknet.

Die Angst, in diesen Moment zu gehen, wenn ich nichts zu geben habe.

 

Wie sieht es mit langfristigen Projekten aus?

Mir ist klar, dass große Projekte eine gewisse Planung erfordern. Besonders bei kreativen Projekten, sollten sie eher eine Skizze sein, die einen Rahmen bietet, in dem du dich noch kreativ bewegen kannst.

Und wirklich NICHTS ist schlimmer als Power Point Präsentationen.

 

Power Point Präsentationen sind Sinnbild für Versagensangst.

Sie sind für DICH und nicht für den Zuhörer.

 

Wenn du welche machen willst, die deine Kunden, Klienten oder Kollegen vom Hocker hauen und sie an deinen Lippen hängen lassen, dann empfehle ich dir diese Videos, Bücher und Blogs:

Videos

Nancy Duarte & Patti Sanchez: “Illuminate” | Talks at Google

Buch

Show and Tell: How Everybody Can Make Extraordinary Presentations

Slide:ology: The Art and Science of Creating Great Presentations 

 

Blog

Markus Gull – The Story Dude

Wenn du aber großartige und unterhaltsame machen willst und diene Kunden oder Kollegen vom Hocker hauen willst dann empfehle ich dir diese Bücher und Vorträge.

Wenn dich Ängste davon abhalten dein Bestes geben zu können, dann melde dich für meinen Workshop „Die Macht der Gedanken an“.

Mehr Informationen erhält du im Newsletter und findest du HIER.

Denk dran: Dein Leben. Deine Regeln.

Jeanette

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Jean

Über Jean

Hi, ich bin Jeanette, – Business Coach, Marken Designerin & Aufbruch Komplizin Ich helfe Unternehmerinnen und Frauen, die es werden wollen, mutig aufzutreten – als Mensch und als Marke. Denn Menschen lieben echte Persönlichkeit und selbst-bewusste Ausstrahlung zieht an wie ein Magnet. :)

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