Dein Traumjob – 7 Faktoren, damit er einer bleibt. - Jeanette Bouffier

Dein Traumjob – 7 Faktoren, damit er einer bleibt.

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Serie Teil 2

 

Im letzen Artikel ging es darum, woher das ganze destruktive Verhalten kommt, unter dem du und deine Kollegen so oft leiden und mit dem ihr euch auch selbst oft das Leben schwer macht.
Heute geht es darum:

Wie die Rahmenbedingungen, sein müssen, damit dein Traumjob auch einer bleibt.

 

Dass du in deinem Traumberuf gerne arbeitest, kommt es auf diese emotionalen Faktoren an:

1) Vertrauen und Verbindung
2) Schamresilienz
3) Verletzlichkeit,
4) Neugier
5) Werte
6) Empathie
7) Kreativität, sind hier die wichtigsten Stickworte.

 

Was  es braucht um in einem Unternehmen eine Mut-Kultur zu schaffen.


Mut

 

Mut zur Wahrheit, Mut zu Fehlern, Mut zum Weitermachen, Mut zum Aufgeben: Mut hat viele Facetten.

Im Kern verstehen wir darunter stets die Fähigkeit, sich gegen Widerstände oder Gefahren für eine Sache oder Menschen einzusetzen. Mutig zu sein bedeutet allerdings nicht, wie oft einfach angenommen, keine Ängste zu haben, sondern vielmehr, diese überwinden zu können.

Denn in erster Linie ist es die Befürchtung, etwas zu verlieren – Macht, Geld, Gesundheit, Ansehen, Zuneigung – die uns ausbremst und lieber im Bekannten festhält.

 

„I define a leader as anyone who takes responsibility for finding the potential in people and processes and has the  courage to develop that potential. „

(Brené Brown)

 

Mut ist, trotz der Angst zu handeln, auch wenn der Ausgang ungewiss ist.

Man kann nicht mutig sein und es gleichzeitig einfach und bequem haben.

Mut ist, eine unangenehme Situation durchzustehen und den Raum dafür zu halten. Und dabei klar zu kommunizieren.

 

Die gute Nachricht: Mut kann gelernt werden. Er erfordert vier Fähigkeiten:

 

1) Auseinandersetzung mit Verletzlichkeit

2) Werte authentisch im Alltag leben

3) Vertrauen schaffen

4) Lernen wieder aufzustehen

 

Verletzlichkeit ist der Schlüssel zu allem, was wir im Leben haben wollen.

 

Verletzlichkeit

 

Sie ist dabei die wichtigste Komponente. Scham und Verletzlichkeit sind zwei Worte, bei denen sich vielen Menschen die Nackenhaare aufstellen.

Frage dich selbst: Was verbinde ich damit? Was wurde mir beigebracht?

 

Verletzlichkeit gilt als Schwäche. Aber:

 

„Verletzlichkeit ist der Schlüssel zu fast allem, was wir im Leben haben wollen.“

(Brené Brown)

 

Daher ist es die Hauptaufgabe von Führungskräften einen Raum zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter verletzlich zeigen können.

Genau so ist aber auch jeder Mitarbeiter selbst dafür verantwortlich diesen Raum für die Kollegen zu schaffen.

 

Neugier

 

Neugier bedingt Kreativität und damit Innovation. DAs was alle Arbeitgeber ja haben wollen, weil es das Unternehmen sonst bald nicht mehr gibt.

Kreative Menschen betrachten die Welt mit den Augen von Kindern und hinterfragen alles.

Neugier ist zudem ein mächtiges Führungsinstrument.

Sie ist die Haltung nicht zu wissen, sondern zu lernen.

Neugierig zu sein und dem Gegenüber Fragen zu stellen schafft Empathie, erleichtert schwierige Gespräche und geht Problemen wirklich auf den Grund.

Leider sieht die Realität oft anders aus.

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„Aus kreativen, experimentierfreudigen Wildblumen werden Tulpenbeete gemacht.“

 

So umschreibt Gunter Dueck, Mathematiker und Forscher, in seinem Vortrag „Der schöpferische Imperativ“, was mit der unerschöpflichen Kreativität passiert, mit der jedes Kind auf die Welt kommt. Das passiert spätestens in der Schule, wo Wissen eintrichtern wird, statt selbständige, kreative Lösungssuche zu belohnen.

 

„Die Anforderungen der zukünftigen Lebens- und Arbeitswelt verlangen nach kreativen Problemlösern und nicht nach Köpfen, die wie Aktenordner mit totem Wissen angefüllt sind.“

Richard David Precht

 

Die gute Nachricht: Jeder Mensch ist kreativ und Kreativität ist trainierbar. Man kann sie sich zurückholen.

Wenn das Umfeld stimmt.dass du so oft frustriert im Job bist, liegt daran, dass aus dir ein Tulpenbeet gemacht wurde und du lernen nicht mehr als etwas Spielerisches und Schönes empfindest.Und dir auch nicht mehr die Gelegenheit zum Experimentieren gegeben wird.

 

  • Wofür würdest du gerne wieder lernen?
  • Über was willst du mehr wissen? Worauf bist du richtig neugierig?
  • Was begeistert dich so sehr, dass du dazu Bücher verschlingen würdest und alles liest, was dir in die Finger kommt?
  • Wozu würdest du gerne Kurse belegen?

 

 

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Das was sich Menschen in der Arbeit am meisten wünschen sind Verbindung und Zugehörigkeit.

 

Vertrauen und Verbindung

 

Wir sind zutiefst soziale und emotionale Wesen.

 

„Trust means „I know that you will not-deliberately or accidentally, consciously or unconsciously-take unfair advantage of me.“ It means „I can put my situation at the moment, my status and self-esteem in the group, our relation-ship, my job, my career, even my life in your hands with complete confidence.“

 

Das schreibt Douglas McGregor schon in seinem 1960 erschienenen Buch The Human Side of Enterprise.

McGregor untersuchte die Mitarbeiter-Dynamik in Unternehmen. stellte er zehn Prinzipien vor, mit deren Hilfe Manager ein Klima von Enthusiasmus, Engagement und Motivation in ihrem Unternehmen schaffen sollen, was sich unmittelbar auf Effizienz und Markt-Erfolg auswirke. Den Schlüssel dazu sah McGregor in selbstbestimmtem Arbeiten und in flachen Hierarchien.

Pixar z. B. hat das umgesetzt und setzt sehr stark auf Vertrauen, Verbindung und offenes Feedback, um kreative Ideen zu fördern.

In seinem Buch „Creativity, Inc.“ beschreibt Ed Catmull (Co-Founder) wie man eine kreative Organisation aufbaut. Und er hält auch nicht damit hinter dem Berg, welche Fehler sie trotz bester Absichten immer wieder machen.

 

„Wir gehen davon aus, dass unsere Mitarbeiter talentiert sind und beitragen wollen. Wir akzeptieren, dass unser Unternehmen dieses Talent auf unzählige, unsichtbare Weise unterdrückt. Aber wir versuchen, diese Hindernisse zu identifizieren und zu beheben. “

 

Glücklicher im Job mit Empathie.

 

Empathie

 

Sie ist der Gegenpol zu Scham. Aber nicht das gleiche wie Sympathie (Verstehen einer Situation). Empathie ist das Nachfühlen können der Empfindungen, die jemand in einer Situation spürt.

„Mir ist noch nicht passiert, was du gerade erlebst aber ich kenne das Gefühl  von XY und bin für dich da. Ich halte den Raum dafür.“

Entlassungsgespräche z. B. laufen oft gefühllos und ohne Empathie ab, weil der Überbringer der Nachricht sich selbst vor unangenehmen Gefühlen schützen will. Dem Gegenüber wird damit aber jede Würde genommen.

Wenn man eine schwieriges Gespräche führen muss, und emphatisch sein will, ist es wichtig die Werte der Menschen zu kennen.

Man kann Menschen erst dann verstehen, wenn man ihre Werte kennt.

 

Werte

 

An was du glaubst, was dir am wertvollsten ist. Werte sind unser Kompass und Anker, nach ihnen handeln wir.

Sie sind der Klebstoff, der Organisationen in Krisen zusammenhält. Unglücklich sind wir meist wegen Wertekonflikten.

Werte sind der Unterbau für menschliche Würde.

Und die wird in unserer Gesellschaft oft mit Füssen getreten.

Würde ist das Bild von uns selbst.

Sie ist die Frage: „Welcher Mensch will ich sein?

Ein Bewusstsein der eigenen Würde entwickeln Kinder, die gesehen, gehört und ernst genommen werden.

Die selbst Gestalter ihrer Lernprozesse sein dürfen und geliebt werden, ohne daran geknüpfte Bedingung, wie z. B. Leistung.

Das schreibt der Hirnforscher Gunter Hüther in seinem Buch Würde – Was uns stark macht als Einzelne und als Gesellschaft.

 

„Wir entwickeln Würde anhand unserer im Zusammenleben mit anderen gemachten positiven Erfahrungen. Sie bringt zum Ausdruck, wie dieses Zusammenleben gestaltet werden müsste, um die in uns Menschen als soziale Wesen angelegten Möglichkeiten entfalten zu können. Diese mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Vorstellung wird dann als inneres, Orientierung bietendes Bild genutzt, um das eigene Handeln so auszurichten, dass ein solches Zusammenleben gelingt. Manche Menschen habe eine sehr deutliche Vorstellung von ihrer Würde, sie ist dann ein wesentlicher Bestandteil des Selbstbildes. Andere hatten weniger Gelegenheit, eine Vorstellung von ihrer eigenen Würde oder der Würde anderer Menschen zu entwickeln. Die bemerken dann auch nicht, wenn sie in Ihrer Würde verletzt werden oder wenn sie die Würde anderer Verletzen.“

Menschen streben weit mehr nach Sinn als nach Geld.

 

Wir wollen Teil von etwas sein, das größer ist, als wir selbst. Einer Vision. So beschreibt es David Hieatt in seinem Buch: Do Purpose: Why Brands with a Purpose Do Better and Matter More

Menschen streben schon immer weitaus mehr nach Sinn, als nach Geld. Sie wollen beitragen können.

 

Wenn Menschen Ihren Wert und Beitrag nicht kennen, fangen sie an, getrieben und aggressiv zu handeln.

 

„Ich kenne meinen Wert nicht.“

„Ich weiß nicht, ob ich relevant bin.“

„Schau mich an. Schau mich an. Ich habe die Antworten auf alles.“

„Ich bin der Beste.“

Dann gehen sie in den Vergleich.

 

 

Leitbilder, die nicht gelebt werden, zerstören Vertrauen.

 

Fragt man in vielen Unternehmen nach dem Leitbild, erntet man Gelächter. Sie sind gut und sinngebend gemeint, werden aber nicht ernst genommen.

Woran liegt das? Zum einen, weil sie von „oben“ vorgegeben, statt durch die Mitarbeiter erarbeitet werden.

Zum anderen, weil sie Worthülsen bleiben und nicht gelebt werden, da selten klar definierten Handlungen für den Alltag daran geknüpft sind, an denen sie messbar sind.

Und  schon gar nicht werden sie von oben vorgelebt, was sie vollends unglaubwürdig macht.

jetzt hast du schon wieder etwas mehr Ahnung, warum du unzufrieden im Job bist. (Falls das so ist).

Im nächsten Artikel verrate ich dir, was du aber schon jetzt tun kannst um ein besseres Arbeitsumfeld für dich und deine Kollegen zu schaffen, wenn du aus dem Job noch nicht rauskommst, weil dir noch Klarheit, Mut, eine Alternative udn ein Plan fehlen.

Unzufrieden-im-job

Damit du verstehst, warum ich mich so intensiv mit dem Thema beschäftige, erzähle ich dir noch ein wenig, wieso ich damals unglücklich in meinem Job war. Das ist 16 Jahre her.

In der Werbeagentur in der ich damals arbeitete, war war ich schon einmal nah dran gewesen zu rebellieren, als meine Nerven nach fünf Monaten rund um die Uhr schuften – selbstverständlich ohne Zeitausgleich – blank lagen.

Manchmal ist es ein belangloser Grund, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Ich wollte zum Friseur, da die Hochzeit einer Freundin bevorstand und hatte meinem Chef einen arbeitgeberfreundlichen Termin um 19 Uhr abgerungen.

Da Privatleben in der Werbebranche als grober Unfug angesehen wurde und wird, verlegte er ein Meeting von 18 Uhr auf 20 Uhr.

Um es dann zwischendurch noch zweimal zu verschieben. Was mich so wütend machte, dass mir egal war, was es für Konsequenzen haben würde, als ich äußerlich so ruhig wie möglich zu ihm sagte:

„Pass mal auf! Ich habe hier seit fünf Monaten – inklusive Wochenenden – durchgeackert. Ich weiß, du bist mein Chef, neu hier und du konntest das nicht wissen. Aber ich werde jetzt einen halben Tag frei nehmen ab 19.00 Uhr und zum Friseur gehen.“

Da Wertschätzung und Empathie nicht seine Kernkompetenzen waren, erboste er sich: „Das habe ich ja noch nie erlebt. Das ist Arbeitsverweigerung.

Da können wir ja gleich nach Stechkarte arbeiten oder was?“

„Das fände ich super. Dann hätte ich mal Aussicht auf ein Privatleben oder einfach nur etwas Schlaf“, gab ich zynisch zurück.

Dazu fiel ihm nur ein mir damit zu drohen, zu unserem CEO zu gehen, um sich über meine laxe Arbeitsmoral zu beschweren.

Willst du auch kündigen aber schaffst es nicht?

 

Mittlerweile auf Hundertachtzig wegen der ungerechten Behandlung, empfahl ich ihm das am besten gleich zu tun oder noch besser, mich doch einfach zu feuern. Den Satz “Dann bin ich endlich raus aus dem Affenpuff” schluckte ich mit übermenschlicher Anstrengung gerade noch herunter.

Dauerstress verändert bekanntlich die Persönlichkeit. Ich jedenfalls kannte mich so aggressiv nicht. Irgendwas lief hier gewaltig schief.

Mit dem entsetzten Blick meines Text Partners im Rücken aber tiefer Befriedigung im Herzen, schnappte ich meine Tasche und rauschte zur Agentur hinaus.

Und lief dabei über den im Boden–  unter Glas – eingelassenen Stein, auf dem eingemeißelt stand: „Von Mensch, zu Mensch“.

Derjenige, der den in Auftrag gab, hatte wohl nicht darüber nachgedacht, dass man jeden Tag darüber trampeln würde. Er hatte damit aber definitiv Weitsicht bewiesen.

Kein Wunder, dass wir das Ding „Grabstein“ nannten. (hast du auch so etwas Ähnliches im Büro?)

 

Bekommst du auch keine Wertschätzung für deine Arbeit?

 

In Erwartung eines Eklats am kommenden Tag, tippte ich mit frisch geschnittenen und geföhnten Haaren noch am Abend meine Kündigung.

Die ich griffbereit vor mir liegen hatte, als Mr. Wichtig am nächsten Morgen vor unserem Hasenstall auflief.

Hasenstall deshalb, weil wir in einem alten, ultracoolen Fabrikgebäude saßen, das konzentrationsfreundlich in halbhohe Boxen aufgeteilt war, die sich entlang der Fenster wie Legebatterien aufreihten.

Rückzugsräume gab es nicht und wie ich bei dem Lärmpegel auch nur ansatzweise kreativ sein sollte, war mir ein Rätsel.

Leider hatte ich zu viel zu tun, um länger darüber nachzudenken.

Es fragte ja auch niemals jemand die schlichte Frage: „Was brauchst du, um begeistert, kreativ und produktiv arbeiten zu können?“

Frustriert-im-Job

Die wichtigste Frage damit Du im Job zufrieden bist.

 

Was zufällig die mit Abstand wichtigste Frage ist um glückliche, produktive und motivierte Mitarbeiter zu haben.

Zu meiner Überraschung entschuldigte sich mein Chef:
„Missverständnis … bla, bla, … ich habe nicht gewusst was hier los war … noch nicht lange da … bla, bla.“

Verflucht. Doch nicht gefeuert worden.

Offenbar hatte mir unser CEO den Rücken gestärkt.

Ich starrte blicklos auf den Bildschirmschoner meines Macs, der bunte Schlieren über schwarzen Hintergrund zog. So was gab es damals noch.

 

Warum wurde ich unglücklich in meinem Beruf?

 

Dann fischte ich das Jahrbuch der Agentur aus der Schreibtisch Schublade und blätterte darin herum.

Die Frage „Warum bist du in der Werbung?“ wurde mit Sätzen wie diesen beantwortet: „Ich habe es noch nicht geschafft zu heiraten und Kinder zu kriegen“ oder „Weil sie das Auffangnetz für Versager und Loser ist“. Mein Text Partner hatte unter die Frage geschrieben: „Der Platz am Piano im Puff war schon weg“.

Scherzhaft gemeint, aber mit einem Körnchen Wahrheit. Dieses Körnchen – so klein es auch ist – fängt irgendwann an zu scheuern, bis man sich daran wund reibt.

Und Viele kleben dann ein Pflaster aus Ersatzbefriedigungen darauf, weil es sonst wirklich weh tun würde zu spüren, was darunter eitert und man womöglich Konsequenzen ziehen müsste.

Es war jedenfalls kein Wunder, dass am Morgen des Öfteren ein Kollege – im eigens dafür mitgebrachten weißen Kittel – über die Flure lief und: ”Tablettenausgabe“ brüllte.

 

Man hatte den Eindruck, fast alle seien aus Verzweiflung oder unglücklichen Umständen in dieser Agentur gelandet.

Und das konnte doch nicht sein? Wir hatten schließlich auch viel Spaß hier und viele von uns liebten die Arbeit, hatten ihr Hobby zum Beruf gemacht, mit Begeisterung studiert und auch enthusiastisch in Ihren Jobs angefangen.

Welches Verhalten braucht es von Unternehmen und Vorgesetzten, um das kaputt zu machen?

 

Wie Arbeitgeber Spaß an der Arbeit zerstören.

 

Den Mitarbeitern nicht genug Hirn und Freiheit zu zubilligen, um Dinge selbst beurteilen zu können zum Beispiel.

Das Design für ein Plakat, das Wurst verkaufen sollte, wurde als so weltbewegend gehandelt, dass der oberste Kreativ Chef das Layout unbedingt gesehen haben musste, bevor es das Haus verließ.

Was meinen Texter dazu veranlasste, bei jedem Toilettenbesuch die Frage an mich zu richten: „Meinst Du ich kann gleich spülen oder soll ich den Häuptling noch mal drauf gucken lassen?“

Als ich in einem Meeting den Head of Whatever im Brustton der Überzeugung sagen hörte: “Wir in der Werbung bewegen was“ und ich daraufhin dachte: „Ja, ich mich gleich aufs Klo“, war der Tiefpunkt erreicht.

Ich hatte mit solchem Enthusiasmus dort angefangen zu arbeiten, der in kürzester Zeit durch fehlende Wertschätzung, Konkurrenzkampf, Druck und irrsinnige Arbeitsbedingungen zunichte gemacht wurde.

Zu Loyalität und dazu, hart zu arbeiten, war ich erzogen worden. Man ließ die Kollegen nun mal nicht im Stich. Aber warum machte ich den Wahnsinn so lange mit?

Weil mir suggeriert wurde, dass – wenn ich das Spiel nicht mitspielte – fünfzig andere Designer hinter meinem Stuhl standen und es tun würden.

Und ich glaubte das. Angst zu schüren ist ein mächtiges Kontrollinstrument.

 

Empfindest du das an deinem Arbeitsplatz auch so?

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