Wie du in peinlichen Situationen souverän reagieren kannst. - Jeanette Bouffier

Wie du in peinlichen Situationen souverän reagieren kannst.

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TEIL 2

 

Wenn du mit nagelneuen High Heels durch die Stadt läufst, dir alle Leute auf die Füsse starren und du selbstgefällig denkst, dass es

A) daran liegt, dass du Hammer Beine hast.

B) Du geile Schuhe trägst.

C) Beides zusammen.

Und dich dann ein gut aussehender (klar – auch das noch) Mann darauf hinweist, dass du Klopapier am Schuh hinter dir her ziehst, dann ist das kein erhebender Augenblick.

 

­Der unerwünschte Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu sein, ist keine lustige Erfahrung.

 

Besonders wenn man etwas getan hat, das einem das Gefühl gibt, sich schämen zu müssen. Sogar die Anwesenheit von jemandem, der sich schämen muss, kann unangenehm sein.

Es gibt einen Grund, warum wir sagen, dass wir „vor Verlegenheit fast gestorben“ sind – denn während wir mittendrin einer peinlichen Situationen sind, scheint das Sterben wirklich die bessere Option zu sein.

Glücklicherweise gibt es bessere Möglichkeiten, mit Peinlichkeiten umzugehen als das. Vor allem denke daran, dass das Zeigen von Beschämung nach einer Grenzverletzung oder dem Tritt in den Fettnapf  eine wichtige soziale Funktion erfüllt. Wir würden sonst alle komplett über Bord gehen mit unserem Benehmen.

Wenn du dich souverän und aufrichtig entschuldigst, schaffst du sogar Vertrauen.

 

Kein Mensch ist immun gegen peinliche Momente.

 

Aber ich scheine ein Händchen dafür zu haben, eine große Vielfalt an peinlichen Aktionen zu sammeln, nach denen ich mich – ohne WLAN – im entlegensten Winkel der Welt verstecken ­will. Geht es dir auch manchmal so?

Man denkt ja immer, man sei der/die Einzige.

Mein  persönliches Highlight war, dass ich – vor lauter Liebeskummer wirr im Kopf – aus einem Flugzeug, (in dem ich eigentlich hätte sitzen bleiben müssen) ausstieg, um dann von der Sicherheitspolizei wieder an Bord begleitet zu werden (und glaube mir, die Geschichte war komplizierter und peinlicher als sie in der Kurzfassung klingt).

 

Sich zu schämen, ist eine Art Reinigung.

 

Es ist vorbei. Und du lebst noch. Morgen interessiert es ohnehin keinen mehr.

Und wenn es Konsequenzen hat, dann wirst du irgendwann merken, dass es eine gute Seite hatte, warum dir das passiert ist. Vielleicht solltest du etwas lernen oder auf einen neuen Weg gebracht werden.

Alles, was im ersten Moment wie ein Drama aussieht, kann sich nach einiger Zeit als Segen herausstellen.

 

Ich hoffe die folgenden Tipps helfen dir, wenn dich deine Kollegen oder dein Date darauf aufmerksam machen, dass du Klopapier am Schuh hast.

Oder wenn du in eine Stadtwette hineinplatzt, auf der alle in Weiß gekleidet sind. Nur du bist in Knallrot unterwegs. Ich kann dir versichern, dass es eine wirksame Methode ist um die Aufmerksamkeit sehr, sehr vieler Menschen auf dich zu ziehen.

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1. Halte ­die richtige Zeitform ein.

 

Alle Peinlichkeiten finden in der Vergangenheit statt. All die Botschaften in deinem Gehirn gehören zu einer anderen Zeit und einem anderen Ort.

Du dockst vor allem an ein altes Gefühl an, das aus einer Situation stammt, in dem dir etwas Ähnliches schon einmal passiert ist. Meist als Kind.

Und dann wiederholst du den peinlichen Moment auch noch immer wieder im Kopf. Du kannst aber nicht im Moment sein, wenn du das tust.

Und im jetzigen Moment ist die Situation vorbei.

 

2. Hör auf, dich zu entschuldigen.

 

Dieser Tipp klingt erst einmal unlogisch. Bist du auch einer dieser Entschuldigung Junkies, die glauben, dass wenn sie sich (nur noch einmal) –  entschuldigen, es ihnen bestimmt gleich besser geht?

„Nur noch eine Entschuldigung und ich werde mich gut fühlen.“

Nein. Das wirst du nicht. Tatsächlich wirst du dich schlechter fühlen.

Denn wieder liegt deine Aufmerksamkeit auf der Vergangenheit, nicht auf der Gegenwart, wo du dich für nichts entschuldigen musst. Also hör auf damit, dich wiederholt zu entschuldigen.

Sich einmal ehrlich und aufrichtig entschuldigen reicht.

 

3. Erinnere dich an vergangene Demütigungen.

 

Das wird dir helfen, die Dinge in Relation zu setzen. Weißt du noch als du dachtest, dass du wirklich sterben würdest vor Verlegenheit?

Im Nachhinein gesehen, kein großer Deal, oder? Als Übung liste deine Top fünf Peinlichkeiten auf.

 

4. Steig wieder aufs Pferd

 

Oder: Wenn du abgeworfen wirst, steig sofort wieder auf, weil du es sonst vielleicht nie wieder tun wirst.

Ich nenne das so, weil zwei peinliche Momente an die ich mich glasklar erinnere mit Pferden zu tun haben.

Den einen Fall verrate ich hier wirklich nicht. Bei dem anderen stieg ich im australischen Busch vom Pferd ab, um auf Toilette zu gehen und kam mit offenem Hosenstall zurück. ich hatte mich beeilt, weil alle auf mich warteten.

Einer der Cowboys wies mich vor allen anderen darauf hin.

Alle Augen richteten sich auf mich.

Ich grinste ihn an und meinte: „Ich mache halt immer Werbung, in der Hoffnung, dass einer anbeißt.“

Sie brachen in Gelächter aus und  ich war seitdem mehr als „a good sort“.

Minimiere, wie peinlich der Moment ist, indem du über dich selbst lachst.

Peinliche Momente können lustig sein, wenn sie unbeschwert sind. Wenn du dich über die Situation lachen lässt, verliert sie ihre Macht über dich und du gewinnst Sympathie.

Um darüber zu lachen, versuche, aus der Situation einen Witz zu machen. Wenn du zum Beispiel Klopapier am Schuh hast kannst du sagen: Und ich dachte alle starren, weil ich so tolle Beine habe.“

In peinlichen Situationen gehe möglichst schnell zu etwas anderem über.

Humor und Selbstironie hilft am besten aber tue möglichst schnell irgend etwas anderes statt an dem Moment kleben zu bleiben.

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5. Benenne den Elefanten im Raum.

 

Sprich es an. In einer peinlichen Situation herrscht oft unangenehme Stille oder wir versuchen Peinliches zu vertuschen.

Manchmal hilf es den „Elefanten im Raum“ über der den keiner redet zu thematisieren.

Du fällst bei einem Vortrag über die Kabel? „Fallen kann ich. Stehen lerne ich noch.“ Oder „Die haben mich wegen der Slapstick Einlagen gebucht.“

Oder thematisiere Peinlichkeit direkt. „Da wir schon bei peinlichen Momenten sind – was ist dir als letztes Peinliches passiert?“

 

6. Lass Perfektion los.

 

Du bist verlegen, weil du nicht deinen Ansprüchen entsprochen hast. Wir alle tragen den Satz in uns „ Ich bin nicht genug“.

Eine peinliche Situation schient dir mal wieder den Beweis dafür zu liefern. Es gibt eine kleine (oder große) Lücke zwischen deinen Erwartungen an dich selbst und deiner Leistung.

Erlaube dir kleine Fehler. Wenn du verkrampft versuchst alles richtig zu machen, ist die Gefahr viel größer, dass dir etwas richtig Peinliches passiert.

Energie geht dahin, wohin wir die Aufmerksamkeit richten.

Wenn du denkst, dass du  jemand bist, der leicht verlegen oder sozial ängstlich wird, oder wenn du das Gefühl hast, dass du übertrieben reagierst, kann es helfen, mit einem Coach darüber zu sprechen.

Er kann helfen, herauszufinden, woher das bei dir kommt  und kann dir helfen, deine Denkweise b. z. w. innere Haltung zu ändern.

 

7. Lerne, wie man Angst hat.

 

Peinlichkeit ist im Wesentlichen Angst – dass man dich auf eine Weise wahrnimmt, die weniger, naja, liebenswert ist, als wir es gerne hätten.

Wenn wir also lernen, Angst zu haben, können wir mit der Peinlichkeit auf eine Weise umgehen, die psychologisch und physiologisch tolerierbarer ist.

Taylor Clark, Autorin des Buches „Nerve“, gibt z. B. den Tipp:

„Während wir uns nicht sofort davon abhalten können, erschrocken zu sein oder Angst als Reaktion auf die Dinge zu haben, die uns Angst machen, haben wir die Macht, zu ändern, wie wir mit diesen Emotionen umgehen. Und das ist alles, was zählt. Je mehr wir lernen, unsere Ängste und Ängste anzunehmen und mit ihnen zu arbeiten,  desto weniger sind wir den Launen der Amygdala (dem Angstkontrollzentrum des Gehirns) ausgeliefert. Und schließlich, mit genügend Anstrengung und Geduld, gewinnt das Bewusstsein die Kraft zu sagen: „Hey, Amygdala, ich habe das unter Kontrolle.“

 

Meine Werte
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HER DAMIT!

Bonus Tipp

 

Das kann man – in Bezug auf Tipp 8 – nicht genug betonen. Deine Werte sind dein Maßstab. Nicht das Außen.
Sie sind dein Kompass und dein Anker im Leben.

Wenn du dagegen verstossen hast, indem du jemanden beleidigt oder verletzt hast und dich damit in eine peinliche Situation gebracht hast, stehe dazu.

Ich selbst denke noch heute oft an Situationen, in denen ich souveräner und mutiger hätte sein können. Die eigenen Werte zu verraten fühlt sich NIE gut an.

Was sind deine? Kannst du aus 350 Werte dien Top 2 spontan benennen?.

8. Tritt vom Spiegel zurück.

 

Meistens basieren wir unsere Identität auf dem, was wir denken, was andere Leute von uns denken.

Wir spiegeln uns in ihrer Reaktion auf uns. Lustigerweise denken die viel weniger über dich nach, als du glaubst.

Die sind mit ihrem eigenen Krempel beschäftigt. Du selbst bist noch so lange damit belastet, weil es DIR passiert ist.

Während der Rest der Welt es meist schon vergessen hat oder nicht einmal ansatzweise als so schlimm empfunden hat, wie du.

Wenn es dir hilft und du es tun kannst, verlasse die Situation. Das verschafft dir Handlungsspielraum.

 

9. Atme

 

Dein Herz rast, dir ist heiß, du hast Schnappatmung.

Etwas Peinliches zu tun, kann zu all diesen negativen Gefühlen führen.

Wenn du atmest, lebst du noch. Alles gut.

Du kannst die gleiche Übung nutzen, wenn sie enorm unter Stress stehen.

Denn nichts anders ist eine peinliche Situation. (Sozialer) Stress bis zum Anschlag. Wenn du das entstehende Adrenalin abbauen willst, mach Sport oder gehe tanzen.

 

Tactical Breathing

 

In der Situation entspanne dich, indem du 3 bis 5 Atemzüge machst, wie unten beschrieben.

Visualisiere jede Zahl, während du zählst.

Atme beim Zählen 1, 2, 3, 4.

Halte  den Atem an und zähle 1, 2, 3, 3, 4.

Ausatmen 1, 2, 3, 4

Wiederhole die Atmung

Atmung beim Zählen 1, 2, 3, 3, 4

Pausieren –  halte den Atem an und zähle 1, 2, 3, 3, 4.

Ausatmen 1, 2, 3, 4

 

10. Rufe gute Freunde an.

 

Lasse dir ihre peinlichsten Momente erzählen. Meist sind schlimmere dabei als du sie erlebt hast. Und zumindest weißt du: Es geht allen so. Du bist nicht alleine.

 

Es gibt Menschen die sind schon gegen Laternenpfähle gelaufen, weil sie einem gut aussehenden Kerl nachgestarrt haben. Was von zig Leuten in einem Café beobachtet wurde.

Habe ich gehört.

 

PS: Wenn jemand anderes in eine peinliche Situation gerät, zeig Empathie. Wir alle kommen in solche Situationen und brauchen es dann nicht auch noch ausgelacht zu werden.
das erleben wir als Kinder schon oft genug.
Dramatisiere es nicht, übergehe die Situation oder sag dass dir das auch schon passiert ist. Dein Gegenüber wird dir unendlich dankbar sein. 🙂

Jeanette

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Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Freiheits-Mentorin und Coach. Ich helfe dir den Mut zu haben, dein Leben nach deinen Regeln zu leben und deine Vorstellung von Freiheit zu finden. Egal ob du selbstbestimmter leben, deine Berufung und deine Geschäftsidee finden oder eine Auszeit vom Job machen willst. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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