10 Gründe warum wir andere Menschen nicht verstehen. - Jeanette Bouffier

10 Gründe warum wir andere Menschen nicht verstehen.

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Oder positiv ausgedrückt:

 

Wie du Menschen besser verstehen kannst.

(Wenn dir Folgendes bewusst ist).

Eine Freundin erzählte mir eie lustiges Erlebnis. Sie stand mit ihrer Tochter und ihrer Tante an der Ampel.
Die Tochter deutete auf den Signalschalter für taube Menschen.

 

Kind: „Was ist das Mama?“

Mutter: „Das ist ein Signal für die tauben ….“

Tante: „Die Drecksviecher scheißen auch überall hin.“

 

Wir glauben immer, dass wir über das Gleiche sprechen. Das tun wir meist nicht, da wir in einer völlig eigenen Wahrnehmungswelt leben.
Dazu kommt, dass der Empfänger die Botschaft bestimmt, nicht der Sender. Wir interpretieren sehr stark.

Damit sind wir auch schon beim ersten Grund, warum wir andere oft nicht verstehen.

 

 

1 / Wir interpretieren Worte unterschiedlich b. z. w. sie haben eine andere Bedeutung für uns.

Vieles von dem, was wir wahrnehmen, lässt sich nicht durch Sprache ausdrücken.

Es ist unaussprechlich. Infolgedessen sind Interpretationsunterschiede sehr häufig, insbesondere wenn es sich um komplexe abstrakte Konzepte oder sehr subjektive emotionale Erfahrungen handelt.

Kreativität scheint aus der Unvollkommenheit herauszukommen. Sie scheint aus einem Streben und einer Frustration herauszukommen. Und ich glaube, dass die Sprache von hier kommt.

Da war die Notwendigkeit, unsere Isolation zu überwinden, Sicherheit zu erhöhen  und eine Verbindung miteinander zu haben.

Und es musste einfach sein, wenn es nur um das einfache Überleben ging. Wie, sagen wir mal, „Wasser“. Wir haben uns dafür ein Geräusch ausgedacht. Oder „Säbelzahntiger direkt hinter dir.“

Aber was ist, wenn wir das gleiche System von Symbolen verwenden, um all die abstrakten und immateriellen Dinge zu kommunizieren, die wir erleben.

Was ist Frustration. Was ist Wut oder Liebe?

Wenn ich „Liebe“ sage, kommt der Klang aus meinem Mund und trifft das Ohr des anderen, reist in sein Gehirn, durch seine Erinnerungen an Liebe oder Mangel an Liebe, und er registriert, was ich sage, und sagt, dass  er versteht.

Aber woher weiß ich, dass er es verstehen?

Weil Worte träge sind. Sie sind nur Symbole. Sie sind tot. Und so viel von unserer Erfahrung ist unbegreiflich. So viel von dem, was wir wahrnehmen, lässt sich nicht ausdrücken. Es ist unaussprechlich.

 

2 / Das was wir dem Gegenüber sagen, ist nur 20%  der kompletten Botschaft

Manche Wissenschaftler behaupten sogar, dass es nur 5% sind.

Der Rest wird durch Mimik, Energie, Körperhaltung u. s. w transportiert. (Und nein – Emojis ersetzen das nicht einmal ansatzweise) Falls du dich also über die vielen Missverständnisse die durch SMS entstehen wunderst, wäre dann jetzt wohl klar, woher die kommen.

Weil praktisch kein Inhalt ankommt. Selbst am Telefon fällt ein elementar wichtiger Teil der Botschaft weg.

Warum es trotzdem irgendwie funktioniert? Meine einzige Erklärung dafür ist, dass Kommunikation zu einem großen Teil nonverbal stattfindet und wir auf der ganzen Welt eine rudimentäre „Symbolik“ teilen.

Ein Lächeln verstehen wir alle. Positive Energie, die wir auffangen und eine offene Körperhaltung versteht jeder.

3 / Wir haben unterschiedliche Persönlichkeitstypen

Nach Dr. Dietmar Friedmann sind es drei Haupttypen:

Handlungstypen, Beziehungstypen und Sachtypen. Die sind alle völlig unterschiedlich motiviert und haben eine ganz eigenen Erlebenswelt.

Natürlich hat die auch jeder Mensch für sich auch, daher kann man auch die Probleme eines Anderen nie wirklich verstehen.

Die Typen verwenden auch andere Worte für die gleiche Situation – da wären wir wieder bei Grund 1.

 

4 / Wir hören nicht richtig zu

Wir hören vor allem zu, um zu antworten und um unsere eigenen Themen oder Meinungen anzubringen. Mehr dazu kannst du in diesem Artikel lesen.

Besser zuhören – wie du es lernst

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5 / Wir haben unterschiedliche Werte

Werte bestimmen unser Handeln. Und Menschen versteht man erst, wenn man ihre Werte kennt. Kannst  du aus 350 Werten deine Top 3 nennen?
Und wenn du es kannst – wie sollen die im Alltag konkret gelebt werden? Wenn du diese Fragen nicht beantworten kannst, lade dir die Übung herunter. Sie ist kostenlos.
und du kannst sie z. B. auch in deinem Team machen, wenn du Führungskraft bist und es bei der Kommunikation hakt.

6 / Wir hören auf unterschiedlichen Ebenen

Das 4 Ohren Modell erklärt das sehr gut.

Vier-Ohren Modell
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Kennst du das? Du meinst, dich klar ausgedrückt zu haben und bist überrascht, dass die Empfängerseite etwas ganz anderes versteht.

Oder du bist überzeugt, ganz sachlich argumentiert zu haben und erschrickst darüber, wie emotional der Gesprächspartner reagiert.

Dann könnte es daran liegen, dass verschiedene Ohren im Einsatz waren.

Das Vier-Ohren Model wurde vom deutschen Psychologen Friedemann Schulz von Thun entwickelt. Er geht davon aus, dass jede Nachricht vier Ebenen hat, repräsentiert durch die vier Ohren:

 

  • die Sachebene
  • die Selbstoffenbarungsebene
  • die Beziehungsebene
  • die Appellebene

 

 

Das Vier Ohren Modell am Beispiel erklärt

 

Wer schon mal eine Beziehung hatte, wird diese Situation kennen:

Ein Paar – Adam und Eva – sitzt im Wohnzimmer. Das Fenster ist schräg gestellt. Eva sagt zu Adam: „Es ist kalt hier drin“.

 

Die Sachebene

 

Auf dieser Ebene geht es um Sachinformationen, Zahlen, Daten, Fakten. Die Sachebene kann überprüft werden auf:

  • Wahrheit – Ist die Aussage wahr oder unwahr
  • Relevanz – Sind die Sachverhalte wichtig oder unwichtig?
  • Hinlänglichkeit – Sind die Sachhinweise für das Thema ausreichend oder nicht?

 

Adam würde auf der Sachebene antworten. „Ja, es ist recht kalt“. Er reagiert also rein sachlich, interpretiert nicht, reagiert nicht emotional.

 

Die Beziehungsebene

 

Hier geht es um:

  • Wie fühle ich mich durch die Art, wie der andere mit mir spricht?
  • Was hält er von mir? Was denkt er über mich?
  • Wie steht er zu mir?

 

Menschen, die Ihr Beziehungsohr sehr stark nutzen, fangen hier sehr viele Signale auf.

Die Information wird aus der Art der Formulierung, dem Tonfall, der Mimik und Gestik und der Körperhaltung entnommen.

Adam könnte interpretieren, dass Eva ihn als für ihr Wohlbefinden zuständig erklärt.

Oder dass er so blöd war, das Fenster aufzumachen ;). Ob er diese Rolle dann annimmt oder nicht, wird seine Reaktion zeigen.

 

Die Ebene der Selbstoffenbarung

 

Der Absender gibt etwas über sich zu erkennen, er offenbart sich. Der Empfänger erfährt auf dieser Ebene mehr über den Absender

  • Was ist der für einer?
  • Wie ist er gestimmt?
  • Was denkt er?

 

Adam könnte Evas Aussage entnehmen, dass sie will, dass er fürsorglich ist und Dinge für sie regelt.

 

Die Appellebene

 

Bei jeder Kommunikation möchten wir mit dem Gesagten etwas erreichen oder Einfluss auf den / die Gesprächstpartner/-in nehmen, direkt oder indirekt.

Es geht um:

  • Wünsche
  • Appelle
  • Ratschläge
  • Handlungsanweisungen

 

Eva möchte, dass Adam das Fenster schliesst.

Wenn Adam also auf Evas Aussage reagiert in dem er sagt: „Mach doch das verdammte Fenster selber zu“, haben sich die Ebenen zwischen Sender und Empfänger nicht getroffen.

Dieses einfache Beispiel zeigt das Potential an Missverständnissen in der Kommunikation gut auf. Viele Menschen sind auf einem bestimmten Ohr ganz besonders hellhörig.

Sie hören also aus einer Nachricht immer etwas ganz bestimmtes raus, entnehmen etwas, das aus Sicht des Absenders gar nicht in die Botschaft hineingehörte.

Da sind Konflikte und Missverständnisse vorprogrammiert. Das greift direkt ineinander mit unseren alten Mustern aus der Kindheit und welcher Persönlichkeitstyp wir sind.

 

7 / Wie wir uns gerade fühlen.

 

Kein Mensch fühlt sich jeden Tag gleich b. z. w.  ist voll präsent. Stress und Belastung beeinflussen stark, wie wir eine Botschaft auffassen. Auf Dinge, auf die wir sonst gelassen reagieren würden, können wir ungehalten, verletzt oder gereizt reagieren.

 

 

8 / Männer und Frauen

 

Männer und Frauen haben zusätzlich völlig unterschiedliche  Erfahrungs- und Wahrnehmungswelten und haben unterschiedliche  Kommunikationsstile. mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

 

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9 / Kulturelle Unterschiede

Zu all dem kommen noch kulturelle Unterschiede. Das fängt schon bei Hessen und Bayern an und hört bei Franzosen und Mongolen und Amazonas Indianern auf.

All das ging davon aus, dass wir ehrlich, authentisch und offen kommunizieren.

Darum können wir uns bemühen aber die Wahrheit ist, dass uns viel verborgen bleibt. Warum, zeigt das Johari Fenster.

 

10 / Das Johari Fenster

Das Johari Fenster wurde 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt. Aus den Vornamen dieser beiden Personen wurde der Name gebildet. Das Johari Fenster illustriert den  “blinden Fleck” eines Menschen.

Das Johari Fenster verdeutlicht, daß “Selbstwahrnehmung” und “Fremdwahrnehmung” sich in aller Regel nicht entsprechen. Der Betroffene nimmt sich selbst anders wahr, als andere Personen, die ihm begegnen.

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Die vier Bereiche des Johar Fensters

 

A) Die öffentliche Person – Bereich des freien Handelns

 

Öffentlich ist alles, was uns selbst und anderen bekannt ist – das gemeinsame Wissen. Dazu zählt dein Verhalten, deine wahrnehmbaren Fähigkeiten und dein Charakter. Er ist der Bereich, in dem dein Handeln so gut wie frei von Ängsten und Vorbehalten ist. Der öffentliche bekannte Teil ist meist der kleinste Teil.

 

 

B) Der Blinder Fleck – verborgene Eigenschaften

 

Zum blinden Fleck gehören alle deine Eigenschaften, die dir selbst nicht bekannt sind, von anderen Personen aber wahrgenommen werden.

Dabei handelt es sich um Merkmale, die du aus physischen Gründen nicht wahrnehmen kannst, oder die du aus anderen Gründen ausgeblendet hast, oder bewusst nicht sehen willst.

Durch Rückmeldung (zum Beispiel im Coaching)  kann dir dieser Teil zugänglich gemacht werden.

In der Kommunikation mit anderen Personen kann ein großer “blinder Fleck” hinderlich sein, wenn Inhalt, Stimme und deine Körpersprache widersprüchlich sind, weil das, was dahinter liegt,  oft nonverbal trotzdem kommuniziert wird.

 

 

C) Mein Geheimnis – der Bereich des Verbergens

 

Mein Geheimnis oder die private Person beinhaltet alles, was dir bewusst ist, das andere Personen aber nicht wahrnehmen.

Hier verbirgst du dein Handeln vor den anderen bewusst oder unbewusst. Die Merkmale der privaten Person sind den anderen Personen nicht bekannt. Sie nicht nicht sichtbar und gehören eher zu deinen inneren Eigenschaften. Es ist unser privater Bereich.

Durch Misstrauen kann der Bereich sehr groß sein. Durch Vertrauen zu anderen Personen und einem Gefühl der Sicherheit, kann dieser Bereich sehr stark verkleinert werden

 

 

D) Unbekanntes – der Bereich des Unbewussten

 

Dazu gehören alle Merkmale und Eigenschaften, die weder dir selbst noch anderen Personen bekannt sind.

Durch Feedback, kannst du dein Selbstbild mit dem Fremdbild abgleichen. dadurch kannst du den eigenen blinden Fleck verkleinern und Konflikte b. z. w. Probleme im Leben vermeiden. Im Coaching erweiterst du deine Kenntnis über doch selbst und erweiterst so deinen Handlungsspielraum.

 

Verstehen wir andere Menschen wirklich?

Man kann sich unter den Umständen und den Fallstricken in unserer Kommunikation nur wundern, dass nicht permanent Mord und Totschlag auf unserem Planeten herrschen.

Und wir es schaffen uns fortzupflanzen. Mutter Natur muss das geahnt haben und den hormonellen Drogencocktail erfunden haben, den sie uns verabreicht, wenn wir verliebt sind, damit wir im größten Honk einen Traumprinzen sehen.

Zumindest so lange bis das Kind selbständig laufen kann und der wichtigste Teil der Vermehrungsaktion abgeschlossen ist.

 

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Jeanette

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Ich bin Jeanette. Freiheits-Mentorin und Coach. Ich helfe dir den Mut zu haben, dein Leben nach deinen Regeln zu leben und deine Vorstellung von Freiheit zu finden. Egal ob du selbstbestimmter leben, deine Berufung und deine Geschäftsidee finden oder eine Auszeit vom Job machen willst. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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