Moral oder wie man ein besserer Mensch wird. - Jeanette Bouffier

Moral oder wie man ein besserer Mensch wird.

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Wenn man mit einem Ex-Bordellbesitzter über Moral diskutiert.

Kürzlich ging ich mit einem Ex-Bordellbesitzer essen. Ich wusste das anfangs nicht aber er hat es mir sofort gesagt, was ich ihm hoch anrechne. Simple Ehrlichkeit fällt ja heutzutage schon unter hervorzuhebende Charaktereigenschaft.

Es war ein netter und vor allem interessanter Abend.

Gemerkt hätte ich es nicht, denn er sah absolut nicht danach aus, stammte nicht aus dem Milieu, hatte studiert, Familie und war von völlig normalen Eltern aufgezogen worden.

Das Kennenlerngespräch lief etwa so:

Ich: „Und was war an deinem Leben jetzt so wild?“

Er: „Mir hat mal das XY in XY gehört.“

Stille.

Ich: „Moment, das ist doch ein Bordell.“

Er: „Ja genau.“

Stille.

Er: „An die Stille bin ich gewöhnt.“

Ich: „Sorry, du hast mir jetzt nicht gerade erzählt, dass du Marketing Manager bist. Als Feministin muss ich das mal eben für mich verorten.

Da ich mir erst einmal die Geschichte von Menschen anhöre, bevor ich Schlüsse ziehe und mir ein Urteil bilde, hatten wir eine interessante Diskussion über Moral – im weitesten Sinne.

Vor allem, weil ich keine Bigotterie und Doppelmoral mag. Unser Wohlstand ist auf dem Elend anderer gegründet. Wir wissen unter welchen unmenschlichen Umständen die Erze in unseren Computern geschürft werden. Dass unsere Kleidung von Kindern hergestellt wird, dass jede Aktie die wir besitzen das Symbol für Ausbeutung ist.

 

Hängt unser Moralempfinden also davon ab, wie weit wir vom Elend weg sind?

Sind wir moralischer, weil wir die Auswirkungen von dem, was wir tun, nicht sehen?

 

Ich stellte ihm einen Haufen Fragen und bekam von ihm einige interessante zu hören.

„Bin ich moralisch verantwortlich, weil ich den Frauen Zimmer vermiete und daran verdiene oder ist es eine Gesellschaft, die Frauen keinen anderen Ausweg bietet.?“

„Wer ist schlimmer? Ich, der offen damit umgeht und das Geschäft – soweit ich konnte – seriös geführt habe.

Oder der angesehen Zahnarzt, der öffentlich Prostituierte verurteilt aber bei mir ein und ausgeht. Oder der Banker, der im Anzug rumläuft, ruinöse Geschäfte macht und Abends Frau und Kinder verprügelt? Wo ist da die Moral?

Auf die Frage ob er viel Doppelmoral erlebt hat, zog er die Augenbrauen hoch:

„Glaube mir: Ich habe schon alles gesehen und traue jedem alles zu. Im Milieu bin ich weniger getrogen worden als außerhalb.“

„Aber doch nur, weil du dein Leben riskierst, wenn du da jemanden betrügst, oder?

„Nein, denn wenn deine Grundhaltung nicht stimmt, schaffst du das nicht lange durchzuhalten.“

Das fand ich auch interessant.

 

Vermeiden wir es zu lügen, wegen moralischer Vorstellungen und einer Grundhaltung? 

 

Egal in welcher Umgebung wir uns bewegen?

Und lügen wir vor allem dann, wenn wir sicher sind, dass wir wenig dabei riskieren?

Zu lügen ist übrigens der Klebstoff unserer Gesellschaft. Wir lügen um unangenehme Situationen zu vermeiden und um uns einen Vorteil zu verschaffen.

Kinder fangen ab ca. zwei Jahren an Lügen zu erzählen. Tun sie es nicht, muss man sich als Eltern sogar Sorgen machen. Dann hat man ziemlich sicher ein autistisches Kind. Hier gibt es ein interessantes und lustiges Video zum Thema „Lügen“:

Can you really tell if a kid is lying? | Kang Lee

Seit dem Gespräch machte ich mir ziemlich viele Gedanken über Moral.

 

Wo liegen die eigenen Grenzen für Moral?

 

Was ist Moral eigentlich und wie entwickeln wir ein Gespür für Moral b. z. w. einen Maßstab für Moral?

Ich habe ehrlich gesagt den Artikel fast hingeschmissen, weil das Thema enorm komplex ist (manches musste ich zwei mal lesen um es zu verstehen) und es so viele Ansätze und Betrachtungsweisen und Theorien  dazu gibt, wie unser moralisches Verständnis entsteht, die alle ihre Lücken und Schwächen haben.

Ich hoffe, dass ich das wichtigste „erwischt“ habe.

 

Definition Moral nach Wikipedia:

 

Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen, Gebote, Grundsätzen, Werten, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren, die von ihr als verbindlich akzeptiert werden.

„Die öffentliche Moral“

Im Griechischen bedeutet Moral,  Sitte, Charakter.

Moral ist Teil der Ethik, wird aber oft mit ihr verwechselt.

Definition Ethik nach Wikipedia:

 

Philosophische Disziplin oder einzelne Lehre, die das sittliche Verhalten des Menschen zum Gegenstand hat; Sittenlehre, Moralphilosophie

 

Wie findet unsere moralische Entwicklung statt?

Moralische Entwicklung beinhaltet die Bildung eines Wertesystems, auf dessen Grundlage Entscheidungen über „richtig“ und „falsch“, „gut“ und „schlecht“ getroffen werden können. Werte sind grundlegende Annahmen über Normen, die moralische Entscheidungen regeln.

Obwohl Moral seit Beginn der menschlichen Zivilisation ein Diskussionsthema ist, begann die wissenschaftliche Erforschung der moralischen Entwicklung erst Ende der 1950er Jahre.

Lawrence Kohlberg (1927-1987), ein amerikanischer Psychologe, der auf Jean Piagets Arbeit im Bereich der kognitiven Argumentation aufbaut, stellte in seiner Doktorarbeit von 1958 sechs Stufen der moralischen Entwicklung auf.

Seitdem sind Moral und moralische Entwicklung zu akzeptablen Themen der wissenschaftlichen Forschung geworden.

Vor Kohlbergs Arbeit behauptete die vorherrschende positivistische Ansicht, dass Wissenschaft „wertfreie“ Wissenschaft sein sollte – dass Moral in wissenschaftlichen Studien keinen Platz hatte.

Indem er sich entschied, die moralische Entwicklung wissenschaftlich zu untersuchen, durchbrach Kohlberg die positivistische Grenze und etablierte die Moral als legitimes Thema der wissenschaftlichen Forschung.

 

Behavioristischer Ansatz:

Es gibt mehrere Ansätze für das Studium der moralischen Entwicklung, die auf verschiedene Weise kategorisiert werden. Kurz gesagt, der Ansatz der Theorie des sozialen Lernens behauptet, dass Menschen Moral entwickeln, indem sie die Regeln des akzeptablen Verhaltens aus ihrer äußeren Umgebung lernen (ein im Wesentlichen behavioristischer Ansatz).

 

Psychoanalytische Theorie

Die psychoanalytische Theorie schlägt stattdessen vor, dass sich die Moral durch den Konflikt der Menschen zwischen ihren instinktiven Triebkräften und den Anforderungen der Gesellschaft entwickelt.

Kognitive Entwicklungstheorien betrachten Moral als ein Ergebnis von Kognition oder Argumentation, während Persönlichkeitstheorien in ihrem Ansatz ganzheitlich sind und alle Faktoren berücksichtigen, die zur menschlichen Entwicklung beitragen.

 

Die Unterschiede zwischen diesen Ansätzen beruhen auf zwei Fragen:

 

1) Wo beginnen die Menschen auf ihrer moralischen Reise?

2) Und wo enden wir?

 

Mit anderen Worten:

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Wie moralisch sind Säuglinge bei der Geburt?

 

Wie wird „moralische Reife“ definiert?

Was ist die ideale Moral, nach der wir streben?

 

Da gibt es unterschiedliche Philosophien.

Diejenigen, die glauben, dass Säuglinge ohne moralischen Sinn geboren werden, neigen zu sozialem Lernen oder verhaltenstheoretischen Theorien (da alle Moralvorstellungen daher von der äußeren Umgebung gelernt werden müssen).

Andere, die glauben, dass Menschen von Natur aus aggressiv und völlig selbstorientiert sind, akzeptieren eher psychoanalytische Theorien (wobei Moral das erlernte Management sozial destruktiver interner Triebe ist).

Diejenigen, die glauben, dass es unsere Argumentationsfähigkeiten sind, die uns vom Rest der Schöpfung trennen, werden die kognitiven Entwicklungstheorien am attraktivsten finden, während diejenigen, die den Menschen als ganzheitliche Wesen betrachten, die mit einer ganzen Reihe von Möglichkeiten geboren werden, höchstwahrscheinlich von Persönlichkeitstheorien angezogen werden.

 

Was „reife Moral“ ausmacht, ist Gegenstand großer Kontroversen.

 

Jede Gesellschaft entwickelt ihre eigenen Normen und Standards für akzeptables Verhalten, was viele dazu veranlasst zu sagen, dass Moral vollständig kulturell bedingt ist.

Heißt das, es gibt keine universellen Wahrheiten, keine interkulturellen Standards für menschliches Verhalten?

Die Debatte über diese Frage beflügelt die Kritik an vielen moralischen Entwicklungstheorien.

Kohlbergs sechs Stufen der moralischen Entwicklung zum Beispiel wurden kritisiert, weil sie das westliche, städtische, intellektuelle (Oberschicht) Verständnis von Moral erhöht und gleichzeitig das moralische Verständnis von Land, Stammesangehörigen, Arbeiterklasse oder Osten diskreditiert haben.

 Kohlbergs Theorie der moralischen Argumentation

Feministinnen haben potenziell sexistische Elemente in moralischen Entwicklungstheorien aufgezeigt, die von männlichen Forschern entwickelt wurden, die nur männliche Subjekte verwenden (wie Kohlbergs Frühwerk).

Da sich die Erfahrungen von Frauen in der Welt von denen von Männern (in jeder Kultur) unterscheiden, wäre es naheliegend, dass sich die moralische Entwicklung von Frauen von denen von Männern unterscheiden kann, vielleicht in erheblicher Weise.

Definitionen dessen, was moralisch ist oder nicht, befinden sich derzeit in einem Umbruch innerhalb einzelner Gesellschaften und zumindest in der westlichen Welt.

Kontroversen wüten über die Moral der Kriegsführung (insbesondere der Kernenergie), den ökologischen Schutz, die genetische Forschung und Manipulation, alternative Fruchtbarkeit und Erziehungsmethoden, Abtreibung, Sexualität, Pornografie, Drogenkonsum, Euthanasie, Rassismus, Sexismus und Menschenrechtsfragen, unter anderem.

Ein gutes Beispiel ist die #metoo Bewegung, die bei manchen Männern auf Unverständnis stößt.

#metoo – ein Jahr danach (Zeit Magazin)

Ein interessanter Film dazu:  Sufragetten

 

 

Das Bestimmen der Grenzen des moralischen Verhaltens wird immer schwieriger.

Das liegt daran, dass sich die menschlichen Fähigkeiten, Entscheidungen und Verantwortlichkeiten mit dem Fortschritt der Technologie und des wissenschaftlichen Wissens vermehren.

Zum Beispiel zwingen pränatale Testverfahren, die Geburtsfehler in der Gebärmutter bestimmen, Eltern, neue moralische Entscheidungen darüber zu treffen, ob sie ein Kind zur Welt bringen wollen.

Weitere Beispiele für neu entstandene moralische Fragen gibt es in der modernen Gesellschaft.

Angetrieben wird die Diskussion sicher auch durch Social Media Phänomene.

Früher hatten Haß Pöbler nur den Wirt als Follower, heute erreichen sie aus der Sicherheit der Anonymität heraus tausende Menschen. Cyber Mobbing ist genau so ein neues Phänomen.

Die Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Automatisierung trägt das ihre dazu bei.

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Meine Werte
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HER DAMIT!

Kann die Wissenschaft ethische Werte finden?

Sam Harris ist ein amerikanischer Neurowissenschaftler und Philosoph.

Bekannt geworden ist er einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch seine religionskritischen Bücher „Das Ende des Glaubens“ (2001) und „Brief an ein christliches Land“ (2006). Er gilt als einer der Begründer des so genannten Neuen Atheismus.

Papst Benedikt XVI. sagte einmal, dass die Naturwissenschaft nur das Sein ergründen kann, aber nicht das Sollen.

Weil die Wissenschaft nur Fakten darstellt. Sam Harris zeigt, dass genau das Gegenteil richtig ist.

Harris untersucht die Frage, ob es möglich ist, mit wissenschaftlichen Methoden ethische Werte zu finden und zu begründen.

Kernsatz ist die Aussage: „Werte sind Fakten über das Wohlbefinden von bewusst denkenden Lebewesen“.

Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei, dass er von Lebewesen spricht und nicht speziell von Menschen. Damit gesteht er auch den höher entwickelten Tieren ein gewisses Maß an Werten zu.

Dieses Maß muss sich an der Leidensfähigkeit bzw. an der Stufe des Bewusstseins des jeweiligen Lebewesens orientieren. Auch noch im Jenseits.

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Er bezieht im Video 

Sam Harris: Die Wissenschaft kann moralische Fragen beantworten

auch die Religion dazu mit ein.

Ich habe kürzlich eine CD gehört, auf der der Dalei Lama die Weltreligionen erklärt.

Der Kern jeder Religion sei Mitgfühl, sagt er.

Das Herz der Religionen

Wir sind weder im Besitz von absoluten Werten noch von absoluten Wahrheiten, aber man kann ziemlich genau sagen, welche Werte besser und welche schlechter und das im Zweifelsfall mit objektiven, wissenschaftlichen Methoden darstellen.

Entscheidend sind dabei also nicht irgendwelche transzendente oder esoterische Überlegungen, sondern welchen Einfluss Werte auf unser Wohlbefinden bzw. unser Leid haben. Das ist relativ unabhängig von Kultur und Religion.

Zu ethischen Fragen gibt es falsche und richtige Antworten, genauso wie es falsche und richtige Antworten zu Fragen der Physik gibt.

Damit zeigt Harris, dass der so genannte Naturalistische Fehlschluss selbst ein Fehlschluss ist. Die Entkopplung der Moral von menschlichem Leid hat in der Geschichte der Menschheit zu gewaltigen Schäden geführt.

Harris spricht von einer moralischen Landschaft. Wir können die Gipfel dieser Landschaft erkennen und wir können sie erreichen.

 

Eine klare Unterscheidung zwischen Fakten und Werten gibt es im Gehirn nicht.

 

Das zeigt die moderne Hirnforschung. Wir wissen heute, dass es eine klare Beziehung zwischen den neuronalen Zuständen im Gehirn und unseren Gedanken gibt.

Neuronale Zustände können mit naturwissenschaftlichen Methoden erforscht werden.

Subjektive Erlebnisse können somit zu einem gewissen Grad schon heute objektiviert werden. Weiterhin hat man durch die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) herausgefunden, dass der Glaube an Fakten und der an Werte in den gleichen Regionen im Hirn stattfindet.

So werden die Erkenntnisse wie „die Sonne ist ein Stern“ und „Grausamkeit ist falsch“ gleichrangig erarbeitet. Auch konnte festgestellt werden, dass Fairness das Belohnungszentrum aktiviert.

Der übliche Gegensatz zwischen eigennütziger und uneigennütziger Motivation existiert offenbar nicht in unserem Gehirn.

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Nächstenliebe ist ein Trick der Evolution.

 

Sie ist keine Errungenschaft des christlichen Glaubens. Experimente haben gezeigt, dass auch Menschenaffen über ein gewisses Maß an Mitgefühl und Fairness verfügen und das, obwohl sie nicht in der Bibel lesen oder Mitglied einer christlichen Kirche sind. das macht Sinn.

Früher konnte man nur in der Gemeinschaft überleben. Noch heute fühlen wir soziale Ablehnung wie physischen Schmerz. Wir müssen uns selbst ständig unseres Wertes für die Gemeinschaft versichern.

Harris Ausblick in die Zukunft ist, dass wir am Beginn einer Zeit stehen, in der wir unsere weitere Evolution selbst in die Hand nehmen können.

Sollten wir dieses tun und wenn ja, in welcher Art und Weise?

Elon Musk gründete 2017 die Firma Neuralink.

Das Ziel des Startups: eine Gehirn-Computer-Schnittstelle zu entwickeln, die Menschen schneller denken und kommunizieren lassen soll. Musk erwartet, dass ein minimalinvasiver Eingriff nötig sein wird, um das Gehirn mit Computern zu verbinden – etwa in Form von Elektroden oder eines Hirnchips.

Nutzer sollen übermenschliche kognitive Fähigkeiten entwickeln können. Für Musk ist der Mensch bereits ein Cyborg, da er die ganze Zeit ein Smartphone mit sich herumträgt.

 

Harris sagt zu solchen Entwicklungen:

„Nur das wissenschaftliche Verständnis der Möglichkeiten menschlichen Wohlbefindens könnte uns leiten… Die Neurowissenschaft von Moral und sozialen Gefühlen steht erst an ihrem Anfang, aber es ist keine Frage, dass sie eines Tages moralisch relevante Einsichten in die materiellen Ursachen unseres Glücks und unseres Leids liefern wird“.

 

Ebenfalls faszinierend ist dieses Video:

Paul Zak: Vertrauen, Moral – und Oxytocin

Was weckt in uns den Wunsch, moralisch zu handeln?

Neuroökonom Paul Zak erklärt, warum er glaubt, dass Oxytocin (er nennt es „Das Moralmolekül“) verantwortlich ist für Vertrauen, Empathie und andere Gefühle, die bei der Bildung einer stabilen Gesellschaft helfen.

Und auch, dass  es etwa 5% der Menschen fehlt. Die dann deutlich psychopathische Merkmale zeigen.

Dazu fielen mir dann prompt zwei Bücher ein, die ich mal gelesen habe:

Snakes in Suits: When Psychopaths Go to Work. Von Dr. Paul Babiak (Autor), Dr. Robert D. Hare

Wir alle haben oder werden irgendwann mit psychopathischen Menschen in Kontakt kommen.

Die Gefahr, die sie darstellen, ist möglicherweise nicht ohne weiteres ersichtlich, da sie in der Lage sind, zu bezaubern, zu täuschen und zu manipulieren. Obwohl nicht unbedingt kriminell, ist ihre selbstsüchtige Natur oft destruktiv für die Organisationen, die sie beschäftigen.

Wie können wir uns und unsere Organisationen in einem Geschäftsklima schützen, das die perfekten Bedingungen für Psychopathen bietet?

In Snakes in Suits untersuchen Hare, ein Experte für das wissenschaftliche Studium der Psychopathie, und Babiak, ein Arbeits- und Organisationspsychologe und eine führende Autorität über den Betriebspsychopathen, die Rolle der Psychopathen in modernen Unternehmen und stellen die Werkzeuge zur Verfügung, die Arbeitgeber nutzen können, um sie zu vermeiden und damit umzugehen.

Gemeinsam haben sie den B-Scan 360 entwickelt, ein Recherchetool, das speziell für Geschäftsleute entwickelt wurde.

Ein Buch, das daran anknüpft, ist dieses:

Der Psychopathen Test 
Von Jon Ronson

 

Das passt auch zu einer Statistik, über die ich in diesem Buch gelesen habe:

Freakonomics: Überraschende Antworten auf alltägliche Lebensfragen – Warum wohnen Drogenhändler bei ihren Müttern? Führt mehr Polizei zu weniger Kiminalität…
Von Steven D. Levitt , Stephen J. Dubner , et al.

 

In dem Beispiel wurde eine Statistik eines Süßwaren Verkäufers ausgewertet. Er stellte in einer Firma in jedem Stockwerk Körbe mit Schokolade auf. Nahm man sich etwas, musste manGeld in eine Dose werfen. Rate, wo am meisten betrogen wurde. Richtig. In der Führungsetage.

Deshalb ist das Studium der moralischen Entwicklung heute lebendig.

 

Der Anstieg von Kriminalität, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Bandengewalt, Teenager-Elternschaft und Selbstmord in den letzten Jahren in der westlichen Gesellschaft hat auch die Sorge um Moral und moralische Entwicklung verstärkt. Eltern und Lehrer wollen wissen, wie man moralische Kinder aufzieht, und sie wenden sich an Theoretiker der moralischen Entwicklung, um Antworten zu finden.

 

Phasen der moralischen Entwicklung

 

Die Kindheit wird oft in fünf ungefähre Phasen der moralischen Entwicklung unterteilt:

Stufe 1 = Kindheit – das einzige Gefühl des Kindes für richtig und falsch ist, was sich gut oder schlecht anfühlt;

Stufe 2 = Kleinkinderjahre – das Kind lernt „richtig“ und „falsch“ aus dem, was ihm oder ihr von anderen erzählt wird;

Stufe 3 = Vorschuljahre – das Kind beginnt, die familiären Werte als seine eigenen zu verinnerlichen und beginnt, die Folgen seines Verhaltens wahrzunehmen;

Phase 4 = Alter 7-10 Jahre – das Kind beginnt, die Unfehlbarkeit von Eltern, Lehrern und anderen Erwachsenen in Frage zu stellen und entwickelt ein starkes Gefühl für „sollte“ und „sollte nicht“.

Stufe 5 = Alters- und Teenagerjahre – Gleichaltrige und nicht Erwachsene werden für das Kind von größter Bedeutung, das beginnt, verschiedene Wertesysteme auszuprobieren, um zu sehen, welches am besten passt; Jugendliche werden auch bewusster und besorgter über die größere Gesellschaft und beginnen, abstrakter über „richtig“ und „falsch“ zu denken.

 

Ein sehr interessantes Buch dazu ist, finde ich das Buch:

„Würde“ von Gerald Hüther.

Der Hirnforscher Gerald Hüther zeigt in seinem neuen Buch, dass Würde nicht allein ein ethisch-philosophisch begründetes Menschenrecht ist, sondern ein neurobiologisch fundierter innerer Kompass, der uns in die Lage versetzt, uns in der Vielfalt der äußeren Anforderungen und Zwänge in der hochkomplexen Welt nicht zu verlieren.

Umso wichtiger ist es, dass wir lernen, die Wahrnehmung der eigenen Würde zu stärken. Denn: Wer sich seiner Würde bewusst ist, ist nicht verführbar.

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Moral und Erziehung

 

Freudsche Persönlichkeitstheorien wurden in den 1960er Jahren in der westlichen Öffentlichkeit bekannter und implizierten, dass die Unterdrückung der natürlichen Triebe eines Kindes zu Neurosen führen würde. Viele Eltern und Lehrer hatten daher Angst, ihre Kinder zu disziplinieren, und Freizügigkeit wurde zur Regel.

Der anhaltende Zusammenbruch der Gesellschaft beginnt jedoch, die Menschen davon zu überzeugen, dass Freizügigkeit nicht die Lösung ist und ein anderer Ansatz gefunden werden muss.

Die Schulen kehren zu den in den 1920er und 1930er Jahren beliebten „Charakterbildungsprogrammen“ zurück, in denen den Schülern neben den regulären akademischen Fächern auch bestimmte „Tugenden“ wie Ehrlichkeit, Fairness und Loyalität vermittelt werden. Und man geht auf Gefühle ein, d. h. es wird Empathie geübt.

Leider gibt es wenig oder gar keine Übereinstimmung darüber, welche „Tugenden“ wichtig sind und was genau jede „Tugend“ bedeutet.

Wenn ein Schüler zum Beispiel Abneigung gegen einen anderen Schüler äußert, übt er dann die Tugend der „Fairness“ aus oder ist er eher unempfindlich gegenüber den Gefühlen eines anderen?

Ein weiterer Ansatz für die moralische Erziehung, der in den 1960er und 1970er Jahren populär wurde, ist bekannt als „Werteklärung oder „Werteänderung“.

Der Zweck dieser Programme ist es, den Studenten zu helfen, ihr eigenes Wertesystem zu etablieren (oder zu unterscheiden), auf dem sie ihre moralischen Entscheidungen aufbauen können. Die Schüler werden auch gelehrt, dass andere Menschen unterschiedliche Wertesysteme haben können und dass sie gegenüber diesen Unterschieden tolerant sein müssen.


Kannst du aus 350 Werten deine Top drei nennen? Nein? Dann lade dir hier die Werte Übung herunter.

 

Die Vorteile dieses Ansatzes liegen darin, dass er die Selbstuntersuchung und das Bewusstsein und die Entwicklung interner moralischer Motivationen (die zuverlässiger sind als externe Motivationen) fördert und Fanatismus, Autoritarismus und moralischen Zwang verhindert. Der Nachteil ist, dass er den moralischen Relativismus fördert, den Glauben, dass „alles geht“.

Auf das Äußerste gedrängt, erzeugt es soziales Chaos, weil niemand an einen universellen (oder gesellschaftlichen) moralischen Standard gebunden werden kann. „Werte verdeutlichen“ wird heute allgemein als wertvoller Bestandteil der moralischen Erziehung angesehen, aber von selbst unvollständig.

Insgesamt ist es viel wahrscheinlicher, dass demokratische Familien- und Schulsysteme die Entwicklung interner Selbstkontrollen und moralisches Wachstum fördern als autoritäre oder permissive Systeme. Permissive Systeme können keine Kontrollen einführen, während autoritäre Systeme nur die Angst vor Strafen einflößen, was keine wirksame Abschreckung darstellt, es sei denn, es besteht eine reale Chance, erwischt zu werden (Strafen können sogar zu einer Belohnung für unmoralisches Verhalten werden, wenn sie die einzige Aufmerksamkeit sind, die eine Person jemals erhält).

 

Wahres moralisches Verhalten beinhaltet eine Reihe von internen Prozessen

 

Und die werden am besten durch warme, fürsorgliche Erziehung mit klaren und konsistenten Erwartungen entwickelt werden, Betonung der Stärkung positiver Verhaltensweisen (und nicht der Bestrafung negativer Verhaltensweisen), Modellierung des moralischen Verhaltens von Erwachsenen und Schaffung von Möglichkeiten für das Kind, moralisches Denken und Handeln zu praktizieren.

Wie bereits erwähnt, gibt es Meinungsverschiedenheiten über die genauen Motivationen, die mit moralischem Verhalten verbunden sind. Unabhängig von den Motivationen bleiben die internen Prozesse jedoch gleich.

 

Das Vierkomponentenmodell beschreibt sie wie folgt:

 

moralische Sensibilität = Empathie (Identifikation mit der Erfahrung eines anderen) und Erkenntnis der Wirkung verschiedener möglicher Handlungen auf andere;

moralisches Urteil = die Entscheidung, welche Handlung die moralischste ist;

moralische Motivation = Entscheidung, sich moralisch zu verhalten, im Gegensatz zu anderen Optionen; und

 

Umsetzung = Durchführung der gewählten moralischen Aktion.

Nach der Theorie der persönlichen ,– also sozialen – Ziele wird moralisches  –oder wie es auch gennant wir – prosoziales Verhalten durch den Wunsch motiviert, eine Vielzahl von persönlichen und sozialen Zielen zu befriedigen, von denen einige selbstorientiert – unsexy ausgedrückt: egoistisch  und einige anders orientiert – uneigennützig– sind.

Wobei ich persönlich nicht glaube, dass es Uneigennützigkeit wirklich gibt. Irgendein Bedürfnis befriedigen wir immer damit.

 

Die vier wichtigsten internen Motivationen für moralisches Verhalten…

…wie sie von persönlichen (sozialen) Zieltheoretikern präsentiert werden, sind:

1) Empathie
2) der Glaube, dass Menschen in und für sich selbst wertvoll sind und deshalb geholfen werden sollte
3) der Wunsch, moralische Regeln zu erfüllen
4) Eigeninteresse.

 

In der Theorie des Sozialbereichs soll sich moralisches Denken innerhalb bestimmter sozialer „Bereiche“ entwickeln:

 


1) moralisch (z.B. Wohlfahrt, Gerechtigkeit, Rechte)

2) sozial-konventionell (soziale Regeln für die geordnete Funktion der Gesellschaft)
3) persönlich (reines Eigeninteresse, befreit von sozialen oder moralischen Regeln).

 

Die meisten Menschen haben tatsächlich mehr als eine moralische „Stimme“ und wechseln je nach Situation zwischen ihnen.

In einem Kontext kann eine Person aus Empathie reagieren und die Betreuung einer Person über die Berücksichtigung sozialer Regeln stellen. In einem anderen Kontext könnte dieselbe Person stattdessen darauf bestehen, soziale Regeln zum Wohle der Gesellschaft einzuhalten, auch wenn jemand darunter leiden könnte.

Menschen zeigen auch einen Mangel an konsistenter Moral, indem sie sich manchmal dafür entscheiden, in einer Weise zu handeln, von der sie wissen, dass sie nicht moralisch ist, während sie sich weiterhin als „moralische“ Menschen betrachten.

Diese Diskrepanz zwischen moralischem Urteilsvermögen (eine Handlung als moralisch richtig oder falsch wahrzunehmen) und moralischer Wahl (zu entscheiden, ob man moralisch „richtig“ handeln soll) lässt sich auf verschiedene Weise erklären, von denen jede in einer gegebenen Situation wahr sein kann:

 

• Willensschwäche (die Person ist vom Verlangen überwältigt);

• Gewissensschwäche (Schuldgefühle sind nicht stark genug, um die Versuchung zu überwinden); oder begrenzte/flexible Moral (ein gewisser Spielraum, der im moralischen Verhalten erlaubt ist, während gleichzeitig eine „moralische“ Identität erhalten bleibt).

 

Das Moral Balance Modell schlägt vor, dass die meisten Menschen aus einer begrenzten oder flexiblen Moral heraus operieren.

Anstatt von uns selbst oder anderen moralische Perfektion zu erwarten, setzen wir bestimmte Grenzen, über die wir nicht hinausgehen können. Innerhalb dieser Grenzen gibt es jedoch eine gewisse Flexibilität bei der moralischen Entscheidungsfindung.

Aktionen wie das Entgegennehmen von Münzen, die am Parkschein Automat zurückgelassen werden, können als akzeptabel (wenn auch nicht völlig moralisch) angesehen werden, während der Diebstahl von Geld aus einer offenen, unbeaufsichtigten Kasse dies nicht tut.

Viele Faktoren sind an der Bestimmung der moralischen Akzeptanz von Situation zu Situation beteiligt, und die Grenzen des moralischen Verhaltens sind oft rutschig. Wenn sie jedoch eine angemessene Ermutigung und die Möglichkeit erhalten, einen kohärenten inneren Sinn für Moral zu praktizieren, werden die meisten Menschen eine ausgewogene Moral entwickeln, um ihre täglichen Interaktionen mit ihrer Welt zu steuern.

 

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Wie sieht es mit deinen Moralvorstellungen aus?

Woran machst du die fest?

Was sind deine Top drei Werte, die dich moralisch leiten?

 

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Wie kommt es, dass gute Menschen schlechte Dinge tun? Warum ist unsere persönliche Geschichte und unsere gesellschaftliche Geschichte so blutig, so repetitiv, so schädlich für sich selbst und andere?

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