Sinn finden - indem du das Leben surfst. - Jeanette Bouffier

Sinn finden – indem du das Leben surfst.

Ich saß vor meinem Rechner und suchte einen Einstieg für die Artikelserie über Sinn & Berufung. Warum suchen wir überhaupt Sinn? Warum suchen wir eine Berufung? Warum scheint das Leben so ein Kampf zu sein? Warum ist das so? Machen wir etwas falsch? Wie gehen wir damit um, mit dem Leben?

Wie verhalten wir uns? Was wäre das bessere Verhalten?

Mir fiel nichts ein.

Bis ich eben ein Backup von meinen Fotos machte und welche von Sri Lanka fand. Ich war vor ca. fünf Jahren vier Wochen mit Backpack und Bus herumgereist, was dort sehr gut geht.

Die Insel ist klein aber voll gepackt mit Naturschönheiten und Kultur. Und die Busbahnhöfe sind verblüffend gut organisiert. Im Gegensatz zu denen in Südamerika, wo apokalyptisches Chaos herrscht und man sich durchfragen muss, weil nichts beschildert ist.

Wer sich Gelassenheit wünscht, sollte in Lateinamerika Bus fahren. Da bekommt man viel Gelegenheit sie zu üben. Aber das nur nebenbei.

Als ich die Fotos anschaute, kam mir wieder ein Satz in den Sinn, den mir einer meiner spirituellen Lehrer sagte:

„Du kämpfst permanent gegen die Wellen, statt das Leben zu surfen.
Das kostet dich eine enorme Energie.“

Ich mag Analogien, Metaphern und verbal Bilder zu malen. Mir war sofort klar, was er meinte. Und dass er recht hatte.

Das Leben meistern
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Gegen die Realität zu kämpfen kostet enorm viel Kraft und bringt nichts.

Die Frage ist immer: Wie kann ich trotz allem Handeln um mein Leben erfüllt zu leben. Egal, was gerade passiert. Zu sehen, was uns das für Möglichkeiten eröffnen könnte, wenn wir nicht ständig auf unseren Plan starren würden.

Permanent versuchen wir es in eine Spur zu bringen, statt uns wendig dem anzupassen, was gerade da ist.

Die erste Woche in Sri Lanka lebte ich an der Westküste in einem kleinen Surfcamp, in einer einfachen Holzhütte.

Auf dem Weg dorthin, hatte ich die Reste der Zerstörung gesehen, die der Tsunami hinterlassen hatte. Fast jeder hier hatte Angehörige bei der Katastrophe verloren und ich bewunderte mit welchem Gottvertrauen die Menschen damit umgingen. Und trotz der Trauer weiter machten.

Und lernte die erste Lektion:

Wir streben immer nach Sicherheit und Kontrolle im Leben. Aber es gibt keine Sicherheit.

Das Leben kann uns von Jetzt auf Gleich hinwegfegen. Es ist der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen. Das einzig Beständige ist die Veränderung. Also könnte jeder Tag unser letzter sein. Alles was wir haben, können wir jederzeit verlieren. So leben wir aber nicht.

Ich kann mich nicht genau erinnern, warum ich Surfen lernen wollte. Mir wurde später klar, warum es mich genau so faszinierte, wie Reiten.

Es gibt ein unbekanntes Element. Etwas das du nicht kontrollieren kannst. Ob das ein Lebewesen ist, in das du dich einfühlen und mit ihm kommunizieren musst oder das Meer, das du spüren lernen musst. Beide erlauben keine Fehler und fordern totale Präsenz im Jetzt. So fein wie die Signale sein müssen, die man beim Reiten braucht, so fein abgestimmt müssen auch die Bewegungen eines Surfer sein.

Surfen zu lernen lehrt Geduld. Auf das Brett zu springen ist schon schwer genug. Sich durch die Wellen zu kämpfen erfordert Durchhaltevermögen, Ausdauer und Kraft. Zu spüren, wann die Welle kommt, zum perfekten Zeitpunkt anzufangen zu paddeln und in einer fließenden Bewegung aufzustehen um die Welle reiten zu können, fordert absolute Aufmerksamkeit. Für Gedanken ist kein Platz. Man braucht Gefühl und Vertrauen in die eigene Fähigkeit.

Ich liebe es am Meer zu sein. Ich empfinde die Wellen als den Atem der Welt. Ein und aus, ein und aus. Es hat etwas Beruhigendes. Vielleicht weil wir alle vor langer Zeit aus dem Meer kamen.

Für viele Surfer ist der Sport sehr spirituell.

Das Wort „Spiritualität“ bedeutet viele Dinge. Am tiefsten bedeutet es, auf jede Art und Weise, die möglich ist, in Bezug auf die Umstände, auf liebevolle Weise und im Einklang mit dem Leben, vollständig lebendig zu werden.

Aufmerksamkeit, Gegenwart, Kreativität, Verbundenheit, Mut, Hingabe, Enthusiasmus, Glaube, Vergebung, Dankbarkeit, Gastfreundschaft, Fantasie, Gerechtigkeit, Zuhören, Bedeutung, Pflege, Offenheit, Frieden, Spiel, Quest, Ehrfurcht, Stille, Transformation, Einheit, Vision, Wunder, X (das Geheimnis des Lebens), Sehnsucht und Lebensfreude.

Die Praxis des Surfens kann eine Person für viele dieser Stimmungen öffnen. In der religiösen Symbolik ist Wasser eines der großen Bilder von Leben und Energie. Es ist ein Symbol für Gottes Gegenwart.

Ich war also nicht wenig überrascht, als ich für diesen Artikel das Wort googelte und seinen Ursprung sah:

Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘ – wie altgriechisch ψύχω bzw. ψυχή, siehe Psyche) bedeutet im weitesten Sinne „Geistigkeit“ und bezeichnet eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung.

Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.

Während Religiosität die Ehrfurcht vor der Ordnung und Vielfalt in der Welt und die Empfindung einer transzendenten Wirklichkeit meint, beinhaltet (religiöse) Spiritualität zusätzlich die bewusste Hinwendung und aktive Praktizierung einer als richtig angesehenen Religion oder Weltanschauung.

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Ich verfluchte die Elemente oft genug. Meine Arme wurden müde, jeder Muskel tat weh, die Sonne brannte erbarmungslos auf mein zerschrammtes Häufchen Elend und warf gleißendes Licht auf meine kindische Wut darüber, dass ich es nicht sofort lernte. Dass es jede Menge Scheitern erforderte überhaupt auf das Brett zu komme, die Balance zu halten und einfach nur unfallfrei zu gleiten.

Egal was du im Leben Besonderes erreichen willst. Es erfordert enorme Ausdauer und unsere Angst vor dem Risiko und dem Unbekannten zu ertragen. Und es trotzdem zu machen.

„My passion for surfing was more than my fear of sharks.“

Bethany Hamilton- Surfer

Immer wieder zu scheitern und trotzdem weiter zu machen, obwohl man manchmal das Gefühl hat, gar keine Fortschritte zu machen. Das schafft man nur, wenn man einer Leidenschaft folgt, einer Berufung. Sinn findet in etwas, das man liebt. Sonst ist man fest angestellt besser aufgehoben.

„I’m just a surfer who wanted to build something that would allow me to surf longer.“

Jack O’Neill – Gründer von O´Neill

Surfen ist „nur der individuelle Umgang mit der Kraft des Ozeans, der in die Macht von Mondzügen und von Ebbe und Flut fließt; und es ist kein Zufall, dass viele, vielleicht die meisten, Surfer fast mystisch geworden sind „, sagte einmal Connor O´Leary, ein Surfer.

Surfen ist ein Marathon, kein Sprint-Rennen. Genau so, wie das Leben. Manchmal ist es harter Kampf, bis man so weit ist, wieder eine Welle zu erwischen. Wann eine gute kommt, weiß man nie. Manchmal wartet man lange und dann muss man in dem Moment bereit sein, wenn sie kommt.

Das erfordert Verbundenheit. Wenn man sie erwischt und mit sich und der Kraft um einen herum im Einklang ist und sie für sich nutzt, dann wird es leicht. Das hatte mein Lehrer gemeint.

Du bist ein Menschen, der viel bewegen kann, wenn du dich selbst von der Leine lässt.
Aber du hast Angst vor der Größe der Wellen, die du auslöst.

Das hat vor nicht allzu langer Zeit mein Zen Meister zu mir gesagt. Ich war davon so erschüttert, dass ich gar nicht fragte, WIE ich das anstellen soll. Ich kam ein paar Wochen später von selbst darauf.
Indem ich auf mein Gefühl höre.

„It’s all about where your mind’s at.“

Kelly Slater- Surfer

Wenn wir das Leben surfen wollen, müssen wir zwei Dinge lernen. Achtsamkeit und auf unser Gefühl zu hören.

Das Leben haut mich jedes Mal vom Brett, wenn ich das nicht tue. Es zieht mich in wirbelndes Chaos unter die Wellen. Ich weiß nicht wo oben und unten ist und Panik kommt auf. Kontrollverlust. Aber ich habe gelernt, dass es mich auch nach einer Weil wieder in ruhigerem Wasser ausspuckt. Damit ich es noch Mal versuchen kann.

„Your surfing can get better on every turn, on every wave you catch. Learn to read the ocean better. A big part of my success has been wave knowledge.“

Kelly Slater– Surfer

Wenn du also gerade herum gewirbelt wirst. Höre eine Weile auf zu kämpfen und warte was passiert.

Sinn kann sein, einfach jede Welle oder Chance zu nutzen, die dir das Leben bietet.

Das schaffst du nicht immer gleich. Man muss es üben. Auch wenn du immer wieder stürzt, es nicht schaffst aufzustehen. Es kommt immer wieder eine neue Welle und eine neuen Chance. Lernen sie zu nutzen muss man selbst.

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Vielen Dank!

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Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Freiheits-Mentorin und Coach. Ich helfe dir den Mut zu haben, dein Leben nach deinen Regeln zu leben und deine Vorstellung von Freiheit zu finden. Egal ob du selbstbestimmter leben, deine Berufung und deine Geschäftsidee finden oder eine Auszeit vom Job machen willst. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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