Über Freiheit, Sinn finden und deine Berufung leben – Interview mit Cris Cosmo - Jeanette Bouffier

Über Freiheit, Sinn finden und deine Berufung leben – Interview mit Cris Cosmo

Cris-Cosmo-Interview

Ich habe mir einen Traum erfüllt und eine Interview Reihe angefangen.

Mit Menschen aus völlig unterschiedlichen Bereichen, die ihre Berufung leben, die ihrer Leidenschaft folgen und das machen, was sie lieben. Die das tun, was sie begeistert und worin sie Sinn finden. Die ihr Leben nach eigenen Regeln leben. Dieses Interview – mit dem Musiker Cris Cosmo – ist das erste. Wohhooo!

Test: Nutzt du dein volles Potenzial?
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Nutzt du dein volles Potenzial?

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Warum mache ich das? Macht ja irre viel Arbeit und bringt mir erst mal nichts.

Stimmt.

Es macht mir schlicht Spaß. Ich lerne gerne interessante Menschen kennen. Ich glaube, wenn du etwas findest, was dir Spaß macht, hast du damit auf Dauer auch Erfolg. Denn du bist wirklich mit dem Herzen dabei.

Aber noch viel wichtiger ist: Sicher kann ich das Wissen aus zig Ausbildungen verbreiten und meine eigene Erfahrung teilen. Aber viele Perspektiven, geben dir so viel mehr Inspiration, als ichalleine sie dir geben könnte. Ich will dir Mut machen, deine Vision für dich zu finden. Das, was du in der Welt bewegen willst.

Was dir riesigen Spaß macht. Damit du, wenn du irgendwann ins Grab fällst, sagen kannst: „Geil wars! Nix ausgelassen.“
Und das passt auf Cris wirklich. Abgesehen davon, dass der Mann ein unglaublicher Entertainer ist, der sein Publikum mitreißt und abfeiern lässt.

Friedrich Nietzsche hat mal gesagt: „Wenn du dein Warum kennst, kannst du fast alles ertragen.“

Danach versuche ich ganz stark zu leben. Nur noch Dinge zu tun, bei denen mir das Herz aufgeht. Denn mit dieser Energie zieht man davon auch mehr in sein Leben. Und auch die entsprechenden Menschen. Davon, dass ich das tue, profitierst wiederum du :).

Wie finde ich Sinn?
Wie finde ich meine Berufung und wie kann ich meine Berufung leben?
Was ist das, wofür ich wirklich Talent habe?
Wie schaffe ich es, mein Ding zu machen und etwas in der Welt zu bewegen?
Wie werde ich glücklich?
Wie finde ich den Mut für Veränderung?
Und was sind mögliche Ansätze dafür?

Das sind Fragen die sehr viele Menschen beschäftigen. So Viele versuchen, ihre Leidenschaft zu finden und wissen gar nicht, wie und wo sie dabei anfangen sollen. Ich mag den Begriff „Berufung“ nicht sonderlich. Der macht schon fast Angst.

Nach dem Motto: „Wenn du dieses EINE nicht findest, hast du deinen Lebenszweck verfehlt. Nur wenn du das EINE findest, wirst du glücklich.

Ich spreche lieber vom Sweet Spot in den kommenden Artikeln und hinterfrage unser Konzept von „Glück“ sehr radikal. Denn das Ziel im Leben ist es nicht glücklich zu sein, sondern seine Zeit sinnvoll zu verbringen. Das ist eine völlig andere Motivation.

Und die Frage die ich auch erforschen werde, ist die, ob das unbedingt bei der Arbeit passieren muss. Es wird also interessant.

Deine Leidenschaft ist nicht da draußen, sondern in dir.

Die meisten versuchen die Inspiration im Außen zu finden aber der Weg dazu fängt im Inneren an. Man kann das zugänglich machen. Nicht jeder hat das Glück wie Cris, sehr früh zu wissen, was man eigentlich will und wofür man brennt. Oder etwas zu finden, worin du Sinn siehst, weil du damit etwas bewegst.

Wie kommt es, dass so Viele frustriert sind? Vom Job. Vom Leben.

Die meisten Menschen landen scheinbar sehr bewusst in ihrem Leben und Job.

Du hast ja all diese Entscheidungen selbst getroffen, nicht wahr?

Sagen wir mal so: Du hast sie so gut getroffen, wie es mit deinem Bewusstseinshorizont möglich war. Ich übrigens auch.

Ich konnte immer gut Zeichnen. Also wollte ich etwas Kreatives machen. Bei der Idee Künstlerin zu werden, bekamen meine Eltern fast einen Herzinfarkt. Bei deren Idee ich solle doch was „Sicheres“ machen und zur Bank gehen bekam fast ich  einen. (Abgesehen davon, dass ich mich dann vom Hochhaus gestürzt hätte, hat die Finanzkrise bewiesen, wie sicher diese Branchen noch sind).

Eine Freundin studierte nach dem Abi BWL, weil ihr nichts Besseres einfiel und sie in Mathe gut war. Dann wurde sie Controllerin, wechselte in in größeres Unternehmen, machte Karriere, bekam ein gutes Gehalt und stieg weiter auf. Und wurde kreuzunglücklich, weil sie keinen Sinn in ihrem Job sah.

Weil sie gar nicht in die Art Struktur passte, weil das nicht ihre Werte waren (wobei sie nur ein diffuses Gefühl von den eigenen Werten hatte). Und das alles nur, weil sie in der Schule gut in Mathe gewesen war.

Andere werden Beamte, weil man ihnen auch mit dem Argument „Sicherheit“ das Hirn vernebelt hat und dann sitzen sie im goldenen Käfig.

Ich glaube es geht vielen so.

Wieso landen wir also im Frust, wenn wir doch  – scheinbar – alle Entscheidungen selbst sehr bewusst getroffen haben?

Weil wir Leitbildern nachgelaufen sind, die gar nicht unsere sind.

Weil wir Versprechungen geglaubt haben, die sich als unwahr erweisen.

Leitbilder sind wichtig zur Orientierung – z. B.  auch in Unternehmen – aber warum laufen die oft schief? Die meisten Menschen kopieren nur das Leben, das sie vorgelebt bekommen haben oder versuchen – falls die Kindheit nicht so toll war – eine überhöhte Idealvorstellung davon zu leben. Das Konzept an sich, wird selten in Frage gestellt. Es entspricht ja der Norm.

Wir übernehmen als Kinder und in der Jugend unreflektiert, was wir täglich erleben.

Das was wir sehen und hören, verinnerlichen wir als Wahrheit. Was die Werte dahinter sind und was uns damit versprochen wird, stellen wir nicht in Frage.

Denn es scheint ja zu funktionieren. Erwachsene machen ja gerne den Eindruck als hätten sie ihr Leben im Griff. Dass die meist nur vor sich hin dilettiert haben und froh waren relativ unbeschadet durch den Tag zu kommen, merkt man erst, wenn man ein ähnliches Alter erreicht hat.

Von Persönlichkeitsentwicklung keinen Schimmer hat aber langsam merkt, dass die wohl eine gute Idee wäre um den Schlamassel mal zu durchblicken, in den wir uns unfreiwillig bugsiert haben.

Wir werden von klein auf, auf Leistung getrimmt. Mit der Aussicht auf Belohnung.

Dann hast du das Ziel erreicht. Vielleicht mit 35 oder 45. hast alles, worauf du hingearbeitet hast. Das du dann endlich genießen wolltest, in der optimistischen Annahme dann glücklich zu sein. Weil wir ja ohnehin gerne in der Vergangenheit oder Zukunft leben. Und bist enttäuscht, weil der Pott mit Gold, der am Ende des Regenbogens warten sollte, nur Lametta ist.

Und dann kommest du mit Leistung nicht weiter.

Seine Leidenschaft zu leben, bedeutet nicht unbedingt, dass ewige Glückseeligkeit wartet.

Im Gegenteil. Entrepreneure  sind im Schnitt drei mal anfälliger für Depressionen und Angststörungen. Was auch nicht verwunderlich ist. Für unser Hirn, das nicht daran interessiert ist, dass wir glücklich sind, sondern dass wir überleben, ist Entrepreneurship ein Albtraum.

Denn wir gehen aus der Komfortzone, gehen Risiken ein und setzen uns Dingen aus, die nicht absehbar oder kalkulierbar sind. Zudem sind kreative Gehirne generell für psychische Probleme anfälliger.

Auch das Thema werde ich noch ausführlich beleuchten. Das zu tun was du liebst, schützt auch nicht unbedingt vor einem Burnout. Wer liebt was er tut, empfindet seine Arbeit oft nicht als Arbeit und macht daher mehr. Teilweise bis zum Umfallen. Das waren jetzt eine Menge blöde Nachrichten oder? 😉

Darüber und über Kreativität, Reisen. Meditation, Burnout u.s.w. habe ich mich auch mit Cris unterhalten.

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Deine Berufung findest du nicht im Außen. Sie liegt in dir.

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Aber jetzt erst einmal viel Spaß beim Interview

Jean: Cris, ich freue mich total, dass du das Interview mit mir machst.

Cris: Ich mich auch. Krass, dass das noch klappt.

Jean: Du bist übrigens der Erste und wann kann man schon mal sagen?

Cris: Nicht immer.

Jean: In der Interview Reihe meine ich. Ich habe grade was Doppeldeutiges gesagt oder?

Cris: Bin ich gewohnt.

Jean: Egal. Ich bin ich bin ja irgendwie zufällig an dich geraten, also dass du mein erster Interviewpartner geworden bist. (Anmerkung: Ich folgte damals einem Bauchgefühl b. z. w. spontanen Impuls mit ihm die Interviews anzufangen, obwohl ich die Idee schon fast ein Jahr mit mir herumtrug. Fragt mich nicht warum). Ich habe mir noch mal deine ganzen Songs durch gehört und es gibt fast keinen, an denen ich nicht emotional andocke.

Cris: Oh, schön.

Jean: Ich habe gelesen dass du Straßenmusiker in Südamerika warst.

Cris: Das stimmt. Das Ganze hat mich immer angezogen. Ich habe vorher hier Straßenmusik gemacht, in Deutschland. Erst in der Nähe von Karlsruhe und den Städten drum herum. Dann als ich achtzehn

war, habe ich mit einem Kumpel Interrail gemacht. Ich weiß gar nicht ob es das noch gibt. Das System ist:

Du kaufst dir ein Bahnticket und kannst Monate durch Europa fahren – egal wohin. Das war

super cool und das haben wir öfter gemacht. Ich bin dann nach dem Abi –so mit neunzehn, zwanzig Jahren – für längere Zeit weg und bin ein halbes Jahr herum gereist. Das war cool.

Südamerika unheimlich viel. Straßenmusik dort zu machen war total geil und egal wo man ist, muss man erstmal lernen, was funktioniert in der Stadt. Wie die Leute sind und die Kultur. Wo macht es Sinn und wo nicht. In diese sechs Monate habe ich beim Reisen Erfahrung gemacht, die ich nicht missen möchte.

Jean: Kommt daher auch, dass ihr eine unheimlich gemischte Musik macht? Da ist Reggae drin, du singst in verschiedenen Sprachen.

Cris: das war schon immer os aber teilweise kommt es aus der Zeit. Das hat auf jeden Fall noch mal einen großen Baustein reingepackt. Ich habe früher mit Rock angefangen. Mit meinen Bruder mit elf Jahren eine Rockband gegründet. In den 90er Jahren kam es, dass wir angefangen haben so was wie zwischen Green Day und Rage against the machine zu machen. Dann sind wir irgendwann bei Schrammelrock gelandet. Irgendwann gab es die Band nicht mehr.

In der Zeit kamen Moloko und andere auf, die akustische und elektronische Musik sehr vermischt haben und es kam Manu Chao der multilingual sehr reduziert Lyrics sehr auf den Punkt brachte und sehr politisch war. Aber nicht so mit dem Zeigefinger, sondern coole Sachen gemacht hat, die mich sehr beeinflusst haben.

Das war auch ein Grund für mich nach Südamerika zu gehen und in Spanien und in Frankreich ganz viel unterwegs zu sein. Dieses Ganze Spanische, Lateinamerikanische, Französische vermischt mit Portugiesisch, Brasilianisch, Karibischen Einflüssen, hat deswegen auch unseren Stil sehr geprägt.

Jean: Du bist also unheimlich viel gereist. Was bedeutet Freiheit für dich?

Cris: Freiheit bedeutet Unabhängigkeit. Tatsächlich selbst zu entscheiden, was man macht. Im Großen und Ganzen zu tun, was man denn so möchte. Das zieht natürlich auch nach sich, dass man auch Dinge tut, die man nicht gerne tut. Aber für das große Ganze, für die Freiheit macht man es dann doch.

Also wie gesagt: Unabhängigkeit und auch eben Entscheidungsfreiheit und eine Losgelöstheit von von Standards und eine eigene Lebensführung in der Hand zu haben.

Jean:  Hast du mal eine stinknormalen Karriere angefangen?

Cris: Nein, nie, weil ich mich mit vierzehn ganz ganz klar entschieden habe:  das ist was ich machen möchte. Ich hatte ein Konzert – mein erstes Konzert mit meinem Bruder – und mit der Band. Wir sind volles Risiko gegangen. Haben eine Anlage gemietet und Sound und eine Halle und auf dem Computer Flyer gemacht, kopiert und da kamen dann tatsächlich etwa 500 Leute.

Das Mädchen, in das ich verliebt war, kam am Ende auf die Bühne und gab mir ein Küsschen. Und da war das klar, dass ich auf jeden Fall weiter mache. Dass das mein Ding ist, weil ich dachte: Wenn ich das immer so haben kann, dieses Gefühl, dann widme ich dem gerne mein Leben. Und so habe ich es auch gemacht.

Jean: Damit bist du einer der wenigen glücklichen Menschen, die super früh wissen, was ihre Leidenschaft ist.

Cris: Ja, das ist auch schön und richtig und wir sind auch sehr privilegiert im Musik Bereich. Erstmal ist Südwestdeutschland wahrscheinlich weltweit, mit einer der besten Standorte, um von Musik leben zu können.

Jean: Warum?

Cris: Ach, da bekommt ganz viel zusammen. Einfach weil es per se schon ein Land ist, wo viel möglich ist und dann tatsächlich gerade Live Musik noch echt wertgeschätzt wird und Leute auch Geld dafür bezahlen. Das sieht im Rest der Welt schon ein bisschen anders aus. Wobei ich glaube, dass das zweitrangig ist.

Man kann immer leben und durchkommen, wenn man das macht, was man liebt. Weil man dann einfach mit so viel Energie daran geht und man so viel davon ausstrahlt, dass es immer Leute anstecken wird und immer eine Community finden wird, die einen finanziert.

Jean: Ich bin ein ganz vielen deiner Texte hängen blieben, weil sie teils politisch sind. Und „Kosmopolit“ hat mich total angesprochen, weil es darum geht, dass jeder Mensch etwas Besondere hat, ein besonderes Talent und man darauf aufpassen sollte. Was bedeutet für dich Kreativität und wie findest du deine Inspiration ?

Cris: Inspiration ist hinter jeder Ecke. An Inspirationen mangelt es bei mir nie. Es gibt immer eine riesige Kiste voller Ideen. Ich hab gar nicht die Zeit, dass alles zu bearbeiten.

Jean: Schreibst du das irgendwo auf`?

Cris: Ich habe viele Bücher in die ich theoretisch mal rein schreiben könnte, die mir Leute geschenkt haben oder die ich selber gefunden habe. Aber ich bin so digitalisiert– ich habe eigentlich immer mein Laptop und Handy dabei. Wenn eine Idee kommt, dann haue ich die da rein und da liegt die dann.

Inspiration selbst kommt bei mir meistens in großer Ruhe oder in großer Bewegung. Oder wenn ich durch den Wald laufe oder schwimme. Vor allem wenn ich mich bewege,  einfach in Ruhe bin. Da gibt es dann Flow. Dann können die Gedanken fließen, finde ich. Beim Meditieren auch.

Da kommt Einiges. Dann ist da eine Idee da und dann reiße ich die in zehn Minuten runter. Das ist aber nur eine Idee letztendlich.

Den Song fertig machen hat nicht so viel mit Inspiration zu tun, sondern das ist einfach Arbeit. Also einfach Zeit. Sich hinhocken und schreiben und tun und machen, ausprobieren und so weiter. Es ist tatsächlich so, dass ich das gar nicht mehr groß alleine mache. Ich habe das viel alleine gemacht.

Aber es ist so unvergleichlich sich mit anderen Menschen hin zu hocken, die auch das machen. Andere KünstlerKollegen, anderer Songwriter, Produzent. Und dann einfach einen Tag zu blocken und zu sagen: Okay an diesem Tag machen wir einen Song.

Jean: Du hast das man erzählt. Ihr schließt euch einen ganzen Tag zusammen ein…

Cris: Ja, das ist ganz stark. Am Ende kommt ein ganzer Song raus und der ist dann eigentlich fertig. Dann wird ein bisschen gefeiert. Wir bringen jetzt eine neue Single raus:  Blaues Gold. Ich habe am ganzen Text noch ein Wort geändert. Den Titel, „Wir brauchen Wasserstoff“. Weil er so keinen Sinn gemacht hat. Es geht ja um Wasser und Ressourcen. Wir brauchen blaues Gold.

Dann habe ich mir ein Feature geholt, von der coolen Kolumbianerin, die hat noch bei sich im Studio was drauf gerappt. Die Band und ein befreundeter Producer haben das Finish gemacht.

Mein neuer Kreativität kommt daher, dass ich mich nicht alleine zuhause umbringe, sondern einfach mit coolen Leuten treffe, einen coolen Tag verbringe, wo man viel lacht und echt viel passiert. Das gibt es eigentlich nicht, dass man so etwas macht, nach Hause geht und denkt: das war nix.

Ich glaube, wenn du was mit Leidenschaft machst, wofür dein Herz richtig schlägt, dann macht das eigentlich immer Spaß.

PIN IT!

Vielen Dank.

Interview Cris Cosmo - Berufung leben und Sinn finden
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Jean: Absolut, man arbeitet dann gerne auch mehr. Ich z. B.  empfinde es nicht so, weil es halt mein Ding ist.

Cris: Ja, viele Konzerte empfindet man nicht als Arbeit aber die Hinfahrerei und das Aufbauen… Das habe ich vorhin gemeint als ich gesagt habe, die Freiheit zu tun was man möchte, zieht natürlich auch nach sich, dass man Dinge tut, auf die man vielleicht keinen Bock hat. Ich habe einen Vollzeitjob für die Band. Und die Agentur. Da habe ich auch nicht immer Lust darauf.

Jean: Ein anderer Song, der mich total angesprochen hat ist „Zeit haben“…“Alles Leben im Hamsterrad, Alltag jeden Tag…bis du nichts mehr vom Leben hast…“
Ich beobachte dass ganz viel. Ich bin Coach und auch Meditationstrainer.  Viele kommen aus dem Karussell nicht mehr raus. Meditierst du viel?

Cris: Ich versuche es – je nachdem wie krass was los ist. Normalerweise mache ich das am Morgen. Theoretisch könnte ich fünfmal die Woche schaffen aber am Ende wird es meistens zwei Mal.

Ich habe das aus einem Gefühl raus angefangen vor vielleicht drei, vier Jahren. Mein Bruder ist ein relativ hibbeliger Typ – auch ein bisschen Workaholic und lebt auf Mallorca. Wir sehen uns deswegen also nur zwei bis drei Mal im Jahr und dann meistens bei meinen Eltern und mit Familie, mit seinen Kids. Meistens richtet er ihnen dann noch ihr WLAN neu ein und sitzt dann mit Laptop auf der Couch. Ich denke immer, das kann doch jetzt nicht sein. Wir sehen uns einmal im Jahr. Entspann dich mal.

Dann haben wir uns vor zwei Jahren wieder gesehen und der war so mit sich auf der Reihe. Ich hab den gar nicht wiedererkannt. Er hat erzählt dass er einfach ein paar Sachen etabliert hat in seinem Leben um runter zu kommen. Und eine Geschichte war Meditation. Über die App Head Base. Das sind angeleitete Meditation und ich fand das extrem interessant. Dann waren wir mit unseren Kids Surfen letztes letzten Jahr und da haben wir meditiert. Ich hab es ausprobiert und fand das spannend.

Zu sehen, wie gestresst ich schon bin, wenn ich nur meine Zähne putze. Und habe dann zu merken: okay wenn ich meditiere dann komme ich runter und starte sehr viel entspannter und konstruktiver in den Tag.

Jean: Ich sehe das an meinen Klienten. Die Leute – gerade bei uns im Westen – versuchen alles total im Kopf zu lösen. Bei manchen hat man  das Gefühl, sie seinen am Hals abgeschnitten. Der Kopf rotiert ständig im Hamsterrad. Die spüren sich selber gar nicht mehr. Was war denn die Inspiration für den Song „Zeit haben“?

Cris: Das war im Urlaub. Auch wieder mit meinen Kids und ich dachte: Wir haben jetzt endlich Zeit. Wir waren in so einer kleinen Hütte in Andalusien, mit einem kleinen Schwimmbecken dabei, direkt am Meer. []  Ich meine, das ist natürlich auch ein Thema diese Zeit Geschichte. Inzwischen bin ich da ein bisschen reifer geworden. Aber ich bin auch bestimmt am Burnout vorbei geschrammt. Ich hatte keinen. Aber da gab es auch schon Phasen, wo es wahrscheinlich relativ knapp war. Weil ich auch so gar nicht mehr zur Ruhe kam und nur reinbuttern musste. 

Die erste Platte gemacht, Agentur gegründet, Label gegründet. Kinder kamen und so weiter. Auf einmal war es ziemlich crazy. Man muss schon lernen damit umzugehen. Immer nur Reinhauen, das bringt auch gar nichts. Das ist gar nicht konstruktiv. Wichtig ist,  dass man wirklich diesen Abstand findet zu dem, was man noch alles tun könnte und müsste und sollte.

Und sagen: das machen wir alles nicht, sondern ich gehe jetzt mit meiner Tochter an den Badesee. Haben wir gestern einfach gemacht.

Jean: Du hast auch total lustige Texte, wie z. B. „Körperkontakt“. Was bei dir auch viel vorkommt ist Herz, Liebe, sehr Emotionales. Bist du ein sehr emotionaler Mensch?

Cris: Es geht so. Eigentlich nicht. Ich bin da glaube ich ziemlich handfest, würde ich mal sagen. Wenn es in den Text passt, dann arbeite ich das schon nach raus aber ich bin nicht der großer Romantiker. Worum es letztendlich geht ist doch aber die Liebe und das Zwischenmenschliche, bei allen Welt retten Ambitionen.

Und wenn ich schon auf der Bühne stehen und Leute hören mir zu, dann sagen ich auch etwas, was sie mitnehmen können.

Bei allem Konzept und bei allem Ideen, bin ich dann doch unterm Strich ein fühlender Mensch und verliebe mich und ent liebe mich und erlebt die Höhen und Tiefen von Partnerschaft und so weiter. Das ist was man dann meistens nicht konzipieren muss für einen Song. Da hast du dann ein Hoch oder ein Tief. Das ist Ballast der raus muss und deswegen komme ich nicht daran vorbei, solche Songs auch zu haben.

Da gibt es sehr viel mehr Material, als dann am Ende veröffentlicht wird. Ich gehe da schon sehr hart ran und lösche raus. Ich hab keinen Bock auf Kitsch. Da gibt‘s andere Leute, die können das besser tragen. Emotion ohne Kitsch ist ganz großes Kino. Ich habe das bestimmt auch hier und da mal geschafft.

Jean: Du hast gerade gesagt „Die Welt retten“. Ist das wirklich Konzept, dass du den Leuten wirklich was mitgeben willst, worüber sie nachdenken können? War das schon immer so bei dir oder kam es erst mit der Zeit, dass du dachtest: Ich bin Musiker, ich habe hier Einfluss. Da stehen 500 oder 1000 Menschen – keine Ahnung wie viel – vor mir. Ich sollte denen wirklich was mitgeben, was Sinn macht.

Cris: Genau so. Am Anfang war das einfach so eine Band. Ich dachte dann finde mich alle coolen Typen gut.

Alle in der Schule schlagen mit mir ein und von den Mädels gibt es Küsschen. Mit dreizehn oder vierzehn ging das los. Oder noch früher mit dem Klavier als ich sechs jahre alt war und gemerkt habe: Ich spiele und Menschen reagieren darauf. Mein Sohn ist jetzt elf und der geht da voll drin auf.

Aber mit der Zeit, wenn du das dann oft gemacht hast und immer öfter denkst:  Okay, die feiern jetzt. Aber wozu eigentlich?  Nicht warum, sondern worauf feiern die denn jetzt eigentlich? Bei aller Leidenschaft, die von mir da drinsteckt, ist es ja doch relativ belanglos oder nochmal dasselbe in grün.

Ich meine, guck dir die Welt an. Alle ignorieren weg was läuft. Jeder denkt nur an das nächste Ding, was man konsumieren kann. Ich habe tatsächlich dann gedacht: wenn ich schon hier stehe, dann sage ich denen auch was. Das ist zum Teil wirklich manipulativ zwischen den Zeilen. Manipuliert werden wir ja eh immer.

Wenn du bei mir bist, beeinflusse ich dich gerne so, wie ich dich beeinflussen möchte. Das ist für dich gut, wenn du eh die Impulse hast, etwas die Welt zu retten und irgendwie ein besseres Leben zu führen und dass dann umsetzt. Das kann gerne mit einem Augenzwinkern sein oder überzogen oder voll ins Gesicht oder subtil. Aber ich möchte etwas mitgeben.

Jean: Ok letzte Frage: Wo willst du noch hin? Was willst du gern noch erreichen?

Cris: Naja, ich bin jetzt Vierzig geworden. Ich fühle mich als sehr erfolgreich, weil ich tun kann was ich will. Im Moment machen wir etwa 100 Konzerte im Jahr. In zehn Jahre will ich vielleicht nur noch fünfzig spielen. Ich möchte dann mehr vermitteln und mehr für andere Leute was tun und gerne auch meine Kinder da reinholen.

Das müssen die nicht machen wenn sie nicht wollen. Aber dass sie lernen können und im Netzwerk Leute kennen lernen.

So denke ich gerade. Wie kann es weitergehen? Und eben weiter das Leben optimieren. Ich würde gerne das, was ich so predige, auch mehr praktizieren. Meinen Daumen ein bisschen grüner machen. Reduzieren, minimalistischer und nachhaltiger leben. Das sind meine großen Anliegen.

Ansonsten so weiter machen. Es ist ein schönes Leben, wenn ich merke, dass ich dabei Menschen tatsächlich was mitgeben kann und meine Fans auf jeden Fall riesigen Spaß  haben.

Jean: Als wir das letzte Mal bei eurem Konzert waren, konnte man es glaube ich fünf Straßen weiter hören. Du bist ein Hammer Entertainer. Das ist mir bei dir damals wirklich aufgefallen. Ich dachte: Wahnsinn, woher nimmt der die Energie? Der muss das wirklich lieben was er da macht.

Cris: Ja absolut. Wenn dann die Leute abgehen, da ist schon viel Herz mit dabei. Es ist immer eine Menge Arbeit das zu ermöglichen. Es ist aber einfach so schön und so besonders für mich, dass ich das gerne noch ganz lange weitermache. Und immer neue Menschen kennen lerne – so wie heute dich – und immer weiter herum komme.

Auch viel im Ausland. Singapur, Schanghai kommt. Es geht in die Türkei. Ein Mann hat gestern gerade gefragt ob wir auch in den Iran gehen würden um da zu spielen. So was gibt es öfter, dass jemand so etwas vorschlägt und es passiert nie. Aber das es passiert öfter als man denkt, dass wir durch die Welt reisen mit der Musik.

Jean: Vielen Dank. Und wir gehen jetzt runter zum Konzert.

Cris: Ich danke dir.

Cris Cosmo veröffentlicht auch alle Tour Daten
auf der Facebook Fan Page.

 

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Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Freiheits-Mentorin und Coach. Ich helfe dir den Mut zu haben, dein Leben nach deinen Regeln zu leben und deine Vorstellung von Freiheit zu finden. Egal ob du selbstbestimmter leben, deine Berufung und deine Geschäftsidee finden oder eine Auszeit vom Job machen willst. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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