Wie du dich emotional mit Menschen verbindest.

 

Als meine Oma starb, hatte ich Gespräche mit Menschen, die entweder gar nicht wussten was sie sagen sollten oder bei denen ich hinterher das Gefühl hatte ich hätte ihnen zugehört statt sie mir. Oder welche, bei denen ich das Gefühl hatten, dass sie meine Trauer gar nicht ernst nahmen. Sie sympathisierten zwar mit mir aber wirklich verstanden fühlte ich mich nicht. Ich fragte mich woran das lag. Und stieß auf den Unterscheid von Sympathie und Empathie.

Empathie sorgt für emotionale Verbindung.

Sympathie begünstigt das Auftreten von Empathie, da man eher mit Menschen mitfühlt, die einem sympathisch sind und auch Empathie kann Sympathie beeinflussen, da man eher eine positive Grundeinstellung zu einem anderen aufbaut, wenn man sein Handeln nachvollziehen kann. Trotzdem haben Empathie und Sympathie eine ganz unterschiedliche Bedeutung: Empathie bedeutet Verständnis, Sympathie Zuneigung.

Sympathie bedeutet eine positive gefühlsmäßige Einstellung zu jemandem haben. Empathie dagegen ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, eine andere Perspektive einzunehmen, nicht zu urteilen, Gefühle in anderen wahrzunehmen und das kommunizieren zu können. Mitzufühlen und die Perspektive des Anderen und SEINE Wahrheit anzuerkennen.

Man unterscheidet dabei zwischen kognitiver Empathie und emotionaler Empathie.

Von kognitiver Empathie spricht man, wenn man wahrnimmt, was in einem anderen vorgeht, jedoch ohne dabei die emotionale Reaktion seines Gegenübers zu zeigen. Dazu gehört z.B. auch die Anwendung eines Persönlichkeitsmodells. Zur kognitiven Empathie gehören aber auch unbewusste, intuitive Bestandteile, so lange sie auf rationalen Abläufen im Gehirn basieren. Kognitive Empathie bedeutet also, dass man versteht, was in einem anderen vorgeht.

Von emotionaler Empathie spricht man, wenn man die Gefühle eines anderen annimmt – im wahrsten Sinne des Wortes. Man fühlt das, was auch der andere fühlt. Emotionale Empathie ist also dasselbe wie Mitgefühl, Mitleid oder auch die Teilhabe an der Freude anderer. Emotionale Empathie wird oft auch affektive Empathie genannt.

Empathie ist die Fähigkeit MIT Menschen zu fühlen

Sie ist bewusst gewählt denn sie erfordert die Fähigkeit mit einem schmerzhaften Gefühl (nicht nur einer Situation) in sich selbst in Kontakt zu treten, welches das Gefühl des Anderen erkennt. Sie ist die Fähigkeit in den Abgrund zu dem Menschen der dort drin sitzt zu gehen. Wo es dunkel ist, wo er festsitzt, verzweifelt und traurig ist und ihm zu sagen: „Wie fühlst Du Dich? Ich war auch schon mal hier, Du bist nicht alleine.“

Sympathie bleibt am Rand des Abgrunds stehen und sagt: Oh, ist ja echt schlimm, kenn ich, also mir ging es damals so und so (gefolgt von einem Monolog darüber wie es ihr/ihm selbst ging). Wenn Menschen von sehr schmerzvollen Ereignissen erzählen reagiert Sympathie mit Abwehr und relativieren. „Deine Oma ist gestorben? „Na sie war ja 92, meine war erst 75“.

Sympathie versucht Dinge besser zu machen

„Er hat Schluss gemacht? Na wenigstens hattest Du eine Beziehung“. “ Dein Pferd musstest du einschläfern lassen? Na ja, es war ja lahm, ist besser so“. Sympathie zeigt sich in Annahmen, Ratschläge geben und über eigenen Erlebnisse zu erzählen.

Empathie zeigt sich durch Fragen, die den Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen. @jeanbouffier click to tweet

Sie oder ihn erzählen zu lassen. „Wie war Deine Oma?“, „Was macht die Trennung mit Dir? “Und vielleicht ganz ehrlich zu sagen: „Ich weiß grade nicht was ich tun kann aber ich bin für Dich da. Denn fast keine Antwort macht es besser in solchen Situationen. Was es besser macht, ist die mitfühlende emotionale Verbindung zum Anderen.

Wenn ich verstehen will, wie eine andere Person fühlt, muss ich zuerst in der Lage sein, mit meinen eigenen Gefühlen in Kontakt zu treten @jeanbouffier click to tweet

Das haben wir fast alle verlernt. Denn das was wir zuerst wahrnehmen sind oft nicht die echten Gefühle. Die liegen darunter. Manchmal sind die zu schmerzhaft für uns selbst. Vielleicht haben wir beigebracht bekommen dass wir stark sein müssen, dass Gefühle Schwäche sind, die vom klaren Denken ablenken.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Gefühle wahrzunehmen ist elementar denn Emotionen sind zuerst da und die kann man im Körper fühlen dann erst folgt der Gedanke. Das ist allerdings kaum wahrnehmbar.

Gedankenimpuls:

Hast Du bisher eher sympathisiert wenn Dir Menschen von schmerzhaften Ereignissen erzählt haben oder hast Du mit Empathie reagiert?

Empathie ist ein Teil der emotionalen Intelligenz

Sie entscheidet über unseren Erfolg im Leben und Beruf und ist für berufliche Spitzenleistungen und Führungsqualitäten (& persönliches Glück) doppelt so stark verantwortlich wie fachliches Können oder intellektuelle Fähigkeiten. (80% oder mehr) (Martin Seligman)

Emotionale Intelligenz wird so definiert:

1) Die eigenen Emotionen kennen

Die eigenen Gefühle beobachten, deuten und akzeptieren, während sie auftreten. Sie da sein und auch loslassen zu können. Diese Fähigkeit ist entscheidend für das Verstehen des eigenen Verhaltens und der eigenen Antriebe. Viele Menschen fühlen sich ihren Gefühlen gegenüber machtlos, lehnen sie ab, bekämpfen oder vermeiden sie. Das verhindert sie steuern zu können. Denn das ist trainierbar.

2) Emotionen beeinflussen

Gefühle so kontrollieren zu können, dass sie der Situation angemessen sind. Dazu gehört die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und Gefühle der Angst, Wut, Enttäuschung oder Kränkung abzuschwächen und positive Gefühle zu verstärken. Dies hilft bei der Überwindung von Rückschlägen oder belastenden Situationen.

3) Emotionen in die Tat umsetzen

Emotionen so beeinflussen, dass sie bei der Erreichung von Zielen helfen. Dies ist der Kern der Selbstmotivation und fördert die Kreativität sowie die Häufigkeit von Erfolgserlebnissen. Dazu gehört auch, dass jemand in der Lage ist, kurzfristige Vorteile und Verlockungen hinauszuschieben und impulsive Reaktionen zu unterdrücken. Diese längerfristige Perspektive ist die Grundlage jeglichen Erfolges..

4) Empathie

Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und die Persönlichkeit eines anderen Menschen zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle Anderer und ist die Voraussetzung für Mitgefühl. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten.

5) Umgang mit Beziehungen

Diese Fähigkeit oder Kunst der Gestaltung und Erhaltung von Beziehungen besteht im Wesentlichen im Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen. Es ist die Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit in nahezu allen beruflichen Umfeldern. Es ist zugleich die Voraussetzung für Beliebtheit, Wertschätzung und Integration in eine Gemeinschaft, eine Fähigkeit die besonders für Führungskräfte enorm wichtig ist.

Die gute Nachricht ist: Emotionale Intelligenz kann man trainieren und zwar durch

 

1) Aufmerksamkeitsschulung / Achtsamkeit

2) Selbsterkenntnis zur Selbstregulierung

3) Nützlich geistige & körperliche Gewohnheiten & Haltungen

 

 

Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Ich helfe Menschen ihre Vorstellung von Freiheit zu finden. Ob das eine Geschäftsidee ist, eine Lebensvision oder sie eine Auszeit vom Job machen wollen. Oder einfach emotionale unabhängiger leben wollen. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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