Geld macht nicht glücklich? Doch! Wenn du diese Regeln beachtest. - Jeanette Bouffier

Geld macht nicht glücklich? Doch! Wenn du diese Regeln beachtest.

Kennst Du das auch? Ich ging früher Frust Shoppen. Wenn ich unglücklich war, ging ich Einkaufen um mir was Gutes zu tun. Der Effekt hielt aber meist nur sehr kurz an. Weil es oft Dinge waren die ich gar nicht brauchte, ich ein schlechtes Gewissen bekam so viel Geld ausgegeben zu haben und der Belohnungseffekt spätestens nachließ, wenn ich Zuhause war.

Gedankenfalle: Ich gebe jetzt Geld für mich aus, damit ich mich gut und glücklicher fühle.

Interessanterweise ging mir das ähnlich, wenn ich mich mit materiellen Dingen belohnte, um einen kleinen Erfolg zu feiern

Warum, wenn ich mir doch selbst etwas Gutes tat?

Viele von uns haben weit mehr Materielles als wir zum Leben brauchen.
Wir sind eines der reichsten Länder der Welt. Und eines mit den unglücklichsten Menschen.
Hast du dich auch schon mal gefragt warum das so ist?

Elizabeth Dunn, Lara Akin und Michael Norton haben dazu ein interessantes Experiment gemacht. Sie gaben Menschen in einer Gruppe Geld, mit dem Auftrag, es bis zum Abend für sich selbst auszugeben. In einer anderen Gruppe bekamen die Testpersonen die Aufgabe es für jemand anderen auszugeben. Beide Gruppen wurden zuvor befragt, wie glücklich sie sich fühlen. Am Abend wurden erneut beide Gruppen befragt. Die, die das Geld für andere Menschen ausgegeben hatten, waren erheblich glücklicher als noch am Morgen. Bei denen aus der zweiten Gruppe änderte sich nichts.

Die Wissenschaftler machten das Experiment in unterschiedlichen Kulturen, mit armen und reichen Menschen. Immer mit dem gleichen Ergebnis. Sogar in Afrika, wo das Grundeinkommen oft sehr niedrig ist, waren die Menschen bei weitem glücklicher, wenn sie damit anderen Menschen halfen.

Geld für Andere auszugeben macht glücklicher als es nur für dich alleine auszugeben. @jeanbouffier click to tweet

Die Menge macht dabei überhaupt keinen Unterschied.

Das bemerkenswerteste daran ist, dass fast alle Testpersonen vorher angenommen hatten, dass es sie glücklicher machen würde, das Geld für sich selbst auszugeben. Vor allem, dass sie glücklicher wären, je höher der Betrag ist. Sie lagen mit beidem falsch.

Unternehmen können daraus wichtige Erkenntnisse zum Thema Mitarbeiter Motivation gewinnen.

In Firmen, wo das Experiment mit Verkäufer-Teams gemacht wurde, waren diese erfolgreicher, wenn sie das Geld in Gruppenaktivitäten stecken.

Kürzlich war ich auf einem Benefizkonzert für krebskranke Kinder. Das „Sound of Life“ wurde von einem Mädchen ins Leben gerufen das selber an Krebs litt und daran starb. Sie bat darum, dass das Konzert in ihrem Namen weiter veranstaltet wird.

In Amerika gründete der 11 jähriger, krebskranker Trevor Sims die food bank“ um hungrige Menschen mit Essen zu versorgen. Sie besteht auch über seinen Tod hinaus. Warum taten sie das und erfüllten sich nicht viele andere Wünsche, in der Zeit die sie noch hatten?

Zu helfen gibt uns das Gefühl mit Anderen verbunden zu sein – mit der Welt und etwas, das größer ist als wir selbst

Es gibt uns Bedeutung. Unser Leben bekommt Sinn.

Sogar bei sehr kleinen Kindern kamen die Forscher zum gleichen Ergebnis und zu dem Schluss, dass wir von Natur aus eine tief sitzende Neigung haben zu geben und das als belohnend empfinden.

Ich weiß nicht ob jemals schon Experimente mit Tieren gemacht wurden aber auf youtube fand ich einen Film, der die Geschichte einer Hündin in Brasilien beschreibt, die ein ähnliches Verhalten zeigt.

3 Bedürfnisse müssen erfüllt sein, damit uns Geben und Helfen glücklicher macht: Verbundenheit, Kompetenz und Autonomie. @jeanbouffier click to tweet

1) Soziale Verbundenheit
Menschen, die einen Gutschein den sie bekamen in einem Café für einen Freund ausgaben, waren erheblich glücklicher, als wenn sie ihn für sich alleine verwendeten. Allerdings nur, wenn sie mit dem Freund zusammen in das Café gingen.

2) Kompetenz

Dieses Bedürfnis wird bei uns dann befriedigt, wenn wir direkt erleben, dass unser Verhalten anderen hilft. Mir ging das jedenfalls auch so, als ich auf meinen Reisen in Guatemala einen Monat, in einer Hilfsorganisation Briefe vom Spanischen ins Englische übersetzte. Eigentlich hatte ich helfen wollen Häuser zu bauen aber dazu war meine Zeit zu knapp. Nun saß ich isoliert und alleine in einem Büro. Ich hatte mir das nicht ausgesucht und fühlte mich auch nicht hilfreich, obwohl mein Verstand rational wusste, dass ich half. Erst als ich bei der Verteilung von Essenspaketen helfen durfte und in strahlende Gesichter schaute, machte es mich wirklich glücklich dort zu sein.

3) Autonomie

Geben macht uns dann glücklich, wenn wir freiwillig entscheiden können, was, an wen und wie viel wir geben wollen. Werden wir gezwungen, bleibt der Effekt aus.

Ich vermute dass unser Bedürfnis zu Teilen bis in die Frühgeschichte der Menschen zurück geht. Ohne die Gruppe konnte man damals nicht überleben. Und um die Gruppe zusammen zu halten, war Teilen wichtig, um das Überleben aller zu sichern. Neid hätte den Gruppenzusammenhalt sicher stark gestört.
Das bestätigt auch ein Experiment, in dem man Studenten die Wahl ließ, ob und wie viel sie einem Mitstundenten von ihrem Geld abgaben. Je weniger das war, desto höher stieg bei den Geizkragen der Stresslevel bzw. die Cortisol Ausschüttung an.

Knauserig zu sein und nicht mit anderen Menschen zu teilen, schädigt also auf Dauer unsere Gesundheit.

Was hat Geben mit unserer Identität zu tun?

Jennifer Aaker von der Stanford University hat sich zudem gefragt was Geben mit unserer Identität zu tun hat.
Wer wir sind und wie wir uns selbst sehen und wie wir von anderen gesehen werden (wollen).

Viele Fragen sind dabei noch nicht beantwortet. Zum Beispiel, wie sich unsere Identität im Laufe unseres Lebens verändert und wie sich das auf die Hilfsbereitschaft auswirkt. Was die ideale Frageweise ist um Menschen zum Helfen zu bewegen und ob unsere soziale Identität – die je nach Situation eine andere sein kann  – wichtiger ist als unsere individuelle Identität.

Und ein Perpetuum mobile gibt es doch! @jeanbouffier click to tweet

Sie fand nicht nur ebenfalls heraus, dass sich Menschen, die entweder Zeit oder Geld geben, viel besser fühlen, sondern auch, dass sie – weil sie sich so gut fühlen– bereit sind, noch weiter und mehr zu geben. Ihre Hilfsbereitschaft und ihre Empathiefähigkeit steigen an bzw. verbessern sich stark.

Hier kannst du die beiden Veröffentlichungen als PDF herunterladen:
Prosocial Spending and Happiness: Using Money to Benefit Others Pays Off
Why Do People Give? The Role of Identity in Giving

Wie bei fast allem gibt es auch hier eine kleine Einschränkung. Wenn Du zu Beispiel den Glaubenssatz hast: „Wenn ich gebe und anderen helfe, werde ich anerkannt und geliebt“ dann wird dich Helfen auf Dauer nicht glücklich machen, sondern erschöpfen. Weil du ausbrennst.

Es ist also wichtig, dass du deine Grenzen kennst, du aus der „richtigen“ Motivation heraus hilfst und es dir Energie gibt, statt dich auszusaugen.

Wenn du jetzt ganz begeistert von diesen Erkenntnissen bist und umgehend glücklicher werden willst kannst du dich ehrenamtlich engagieren. Was kannst du besonders gut? Wo kannst du deine Fähigkeiten gut einbringen?

Vielleicht hilfst du auch schon? Wie machst du das?

Hast du vielleicht ein Ehrenamt übernommen? Hilfst du deiner alten Nachbarin?
Lädst du eine(n) Freund(in) zum Essen ein damit es ihr oder ihm besser geht, wenn grade was schief läuft?
Engagierst du dich als Führungskraft in deiner Firm für deine Mitarbeiter auf besondere Art? Hilfst du im Urlaub bei Hilfsprojekten mit? Gibst du deinen Mitarbeitern die Möglichkeit sich bei der Arbeit sozial zu engagieren und ist dieser Wert in der Firmen Philosophie verankert? Überlässt du im Bus jemandem deinen Sitzplatz? Führst Du Tierheim Hunde aus?

Wie machst Du dich und Andere im Alltag glücklich?

 

Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Freiheits-Mentorin und Coach. Ich helfe dir den Mut zu haben, dein Leben nach deinen Regeln zu leben und deine Vorstellung von Freiheit zu finden. Egal ob du selbstbestimmter leben, deine Berufung und deine Geschäftsidee finden oder eine Auszeit vom Job machen willst. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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