2018 eventuell mal ohne Frust beenden!

Gute Vorsätze 2018. Haben Sie Ihre Liste schon? Machen ja Viele. Weil man das Gefühl hat, man „müsse mal was tun“ . Aber schon beim Aufschreiben hat man ein blödes Gefühl b. z. w. schlechtes Gewissen. Mehr Sport, gesünder essen, mehr Zeit für die Familie haben, das Hobby anfangen, das man schon lange beginnen wollte, öfter „Nein“ sagen, mehr träumen, freundlicher zu anderen sein u. s. w … Bevor man mit der Liste anfängt grämt man sich aber noch ausgiebig über die Liste von 2017. Denn Vorsätze sorgen meist nur für Frust, weil man es ohnehin nicht schafft sie umzusetzen. Schon wieder. (Sie sollten die Größe des Friedhofes sehen, auf dem meine begraben liegen.)

Woran liegt das?

Gute Vorsätze sind ja grundsätzlich nicht schlecht. Aufgeschrieben, werden sie sogar zu Zielen. Und wer Ziele aufschreibt hat eine extrem höhere Chance, sie auch zu erreichen. Solange sie uns gut tun, messbar, realistisch und motivierend sind. Ziele sind keine Pflichten. Aber…

  1. Meist nehmen wir uns viel zu viel vor und haben einen völlig überzogenen Perfektionsanspruch. Unser Leben ist ohnehin schon elfzig Millionen Mal voller gepackt als das eines Steinzeitmenschen. Und auf die Zeit ist unser Hirn im Prinzip noch biologisch ausgerichtet. Was uns fehlt sind Ruhe und Fokus.
  2. Unsere Sprache stellt uns ein Bein. „Müssen“ und „wollen“ hat eine völlig unterschiedliche Energie und Wirkung und beeinflusst unsere Motivation.
  3. Wir nehmen Dinge als gegeben hin und sollten öfter mal Ansprüche, Annahmen, Regeln, Traditionen, unsere Werte u. s. w.  hinterfragen.
  4. Habe ich verdeckte Grundüberzeugungen, die mich abhalten?

Punkt 1: Weniger machen – die „Not-to-do Liste“

Schreiben Sie alles auf, was Sie tun wollen oder glauben tun zu müssen. Sortieren Sie es nach Priorität.
Die ersten drei Punkte setzen Sie um. Nicht mehr. Alles andere wird nach oben rutschen oder sich irgendwann einfach von selbst auflösen. Die Methode ist auf so ziemlich alles im Leben anwendbar. Ob sie die die Liste für einen Tag, Woche, Monat oder ihr ganzes Leben machen.

Punkt 2: Überprüfen Sie Ihre Sprache

Formulieren Sie ein Vorhaben mit dem Wort „muss“. Z. B. „Ich muss gesünder essen“. Fühlt sich nicht gut an, oder? Dann formulieren Sie es um in „Ich will gesünder essen“. Besser? Dann schreiben Sie auf, warum Sie das wollen. Und schreiben Sie auf, weshalb es bisher nicht geklappt hat. Überlegen Sie sich Ideen, wie Sie die Fallen vermeiden und überlegen Sie sich Belohnungen. Wenn es sich dann immer noch nicht gut anfühlt, lassen Sie es bleiben (Stress, Druck und Widerwille sind ja auch nicht grade gesund). oder suchen Sie nach einer anderen Lösung. Die Formulierung „eigentlich“ und „Ja, aber …“ sind auch ein guter Indikator dafür, dass etwas nicht stimmt.

Punkt 3: Hinterfragen Sie Dinge!

Muss ich das? Wer sagt das eigentlich? Macht das wirklich (heute noch) Sinn? Will ICH das wirklich machen? Wer ist mein innerer Antreiber und wo kommt der her? Ergänzen Sie die Fragen gerne um eigene.Mal angenommen, Sie wollen Ihr Vorhaben jetzt wirklich durchziehen aber scheitern immer wieder daran. Dann können Sie herausfinden, woran das liegt und die Rahmenbedingungen ändern.

Ich wollte zum Beispiel mehr mit Hanteln trainieren, weil Reiten und Laufen nicht die Arme beansprucht. Problem:

  1. Ich hasse es Sport drinnen zu machen
  2. Mir fiel immer etwas Besseres ein, was ich in der Zeit tun konnte
  3. Ich bin faul in dieser Hinsicht
  4. Ich bin faul in dieser Hinsicht

Irgendwann kam mir die Idee, dass ich ja ohnehin schon draußen Laufe. Was ich auch gerne mache, weil ich mit einem wachen Kopf und Endorpinen belohnt werde. Warum also die Hanteln nicht mitnehmen? Ich machte den Versuch und siehe da: Ich schaffte plötzlich problemlos zweihundert bis dreihundert Übungen, wogegen ich Zuhause nicht mal dreißig hinbekommen hatte. Ich schaffte mehr in der gleichen Zeit (Hurra, Effizienz!), schonte sogar die Gelenke und trainierte andere Beinmuskeln, weil ich bei den Übungen Walken musste. Dann kam ein Freund um die Ecke und schlug Klettern vor (das Gute: Ich kann es im Sommer draußen machen. Das weniger Gute: es kann eine deprimierende Erfahrung sein, wenn sie das mit jemandem machen, der durchtrainiert ist, Sie selbst aber nach zehn Minuten vor Erschöpfung von der Wand fallen…das nur zur Warnung). Das Sichern nicht zu verlernen hilft regelmäßig zu gehen. (Den Partner nicht umzubringen motiviert mich persönlich enorm).

Menschen sind faul und gehen ungerne aus der Komfortzone. Bill Gates soll einmal Folgendes gesagt haben:

“I choose a lazy person to do a hard job. Because a lazy person will find an easy way to do it.”

 

Wenn Sie Sport hassen, überlegen Sie sich irgendwas, bei dem Sie trotzdem Bewegung bekommen oder sich etwas anstrengen müssen. Raus gehen macht mit einem Hund mehr Spaß und wenn Sie es nicht machen, pinkelt er auf den Teppich. Das ist Motivation. Trampolin springen verbrennt enorm viele Kalorien und macht riesigen Spaß. Werden Sie kreativ! Uns wird zu oft schon als Kind eingetrichtert, dass Ziele erreichen schwer sein muss. Das ist völliger Unsinn. Es ist gut, sich Vorhaben möglichst leicht zu machen und sich dafür zu belohnen, wenn man es geschafft hat. Ich bin ein großer Verfechter von Genuss. Wenn es keinen Spaß oder gutes Gefühl macht, kann es weg.

Punkt 4: Überzeugungen!

Einem Klienten von mir hatte die Mutter schon als Kind gesagt: „Du wirst es immer schwer haben“. Das wurde der Leitsatz für sein Leben. Es war ihm aber nicht bewusst. Solchen Überzeugungen kommt man leider nur schwer alleine auf die Spur. Suchen Sie sich professionelle Unterstützung. Warum den komplizierten Weg nehmen, wenn es auch Abkürzungen gibt? Wenn Ihre Haare zu lang sind, gehen Sie auch zum Frisör und schnibbeln nicht selbst daran herum. Oder?

Wie sieht Ihre Liste „Guten Vorsätze 2018“ jetzt aus? 😉

Ich wünsche Ihnen ein schönes neues Jahr!

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