Wenn Frauen kommen – DIY Porno aus Deutschland - Jeanette Bouffier

Wenn Frauen kommen – DIY Porno aus Deutschland

By 23. Mai 2016Allgemein

Kein Scherz, das war tatsächlich einer der Vortragstitel auf der diesjährigen re:publica 2016 in Berlin.

(Eindrücke am Ende des Videos) 

Rückblick re:publica 2016

What? re:publica?

Die re:publica hat sich seit 2007, als sie als kleine, politische Blogger Konferenz startete, zur größten europäischen Digital-Konferenz gemausert und ist heute eine der weltweit wichtigsten Konferenzen zu Themen der digitalen Gesellschaft. Hier tauschen sich Netz-AkteurInnen aus Politik, Wissenschaft, Kultur, Musik, technische Innovation, Medien, Gesundheit, Umwelt, Bildung und Kunst aus.

Diese Jahr waren es in der Station in Berlin ca. 8000 Teilnehmer, darunter Hacker, Aktivisten, Blogger, Journalisten, Social Media- und Marketing Experten, NGO´s, Philosophen und Wissenschaftler. Über 800 internationale Speaker an drei Tagen, brachten ca. 22 Vorträge und Workshops pro Stunde auf die 17 Bühnen. In die re:publica integriert, war die Media Convention.

 

Top Themen

Gefreut hat mich, dass besonders das Thema Flüchtlinge (leider auch im Zuge dessen der Hass im Netz) stark vertreten war und diese auch Plattformen zur Verfügung gestellt bekamen.

Unter den Vorträgen waren viele skurrile (siehe Überschrift)

Aber auch welche, die Themen behandelten, an die man überhaupt nicht denkt. Auf den Philippinen arbeiten z. B. Tag und Nacht junge Leute daran, das Netz von Bildern mit brutaler Gewalt, Kindesmissbrauch usw. frei zu halten. Nicht vorstellbar, was das mit einer Seele macht, tagtäglich diesen Bildern ausgesetzt zu sein. Und es gab Talks für Kinder oder zu Themen, bei denen ich schon nicht die Überschrift verstand weil das SEHR ins technisch-nerdige abdriftete.

Alle Themen übergreifend ging es aber nicht – wie eher in den Jahren zu vor –  darum was technisch alles möglich ist – denn es ist mittlerweise so gut wie alles möglich – sondern darum, welche Strukturen und Gesetze in Zukunft nötig sein werden und welcher Rahmen geschaffen werden muss. Denn unsere Art zu arbeiten hat sich bereits massiv in vielen Bereichen gewandelt und wird sich weiter verändern. Klar ist auch, dass dieser Wandel permanent geschieht und die Anpassungen genauso flexibel erfolgen müssen un dauch sehr individuell. Vor allem auch desshalb, um die sozialen Errungenschaften, die wir haben, zu schützen. Hierzu hat übrigens auch Johannes Kleske von Third Wave einen interessanten Beitrag geschrieben.

Über Arbeit 4.0. und die Vor und Nachteile „befreiter Unternehmen“ hatte ich ja schon in einem meiner letzten Artikel geschrieben.

Bewusst machen sollte man sich auch, dass solche Konferenzen „Käseglocken“ sind und ein wenig die Wahnehmung verzerren. Die Frage ist wie man die Brücke nach „Draußen“ schafft. Diese Entwicklungen lösen nämlich
vor allem auch in Unternehmen bzw. den Mitarbeitern massive Ängste aus. Wie gehen Menschen damit um? Mit der Veränderung, der Angst, der Verantwortung? Wie geht man damit um, das das Außen immer komplexer und kleinteiliger wird? Wie kann dabei das Innere bei jedem Einzelnen dafür ruhiger werden, damit man nicht unreflektiert von Angst und Emotion umgetrieben wird und die Dinge aus einer gewissen Distanz differenziert wahrnehmen kann? Wie schafft man konstruktive Auseinandersetzung, Brücken und Verbindungen statt Abtrennung und Abschottung?

 

Digitalisierung ist keine technische Frage, sondern eine moralisch-ethische Werte Frage @jeanbouffier click to tweet

 

Einer der Vorträge, die mich auf der re:publica am meisten fasziniert haben, war einer, in dem ich durch Zufall gelandet war:

Portale zu einer anderen Welt

Stellt dir vor, du stehst vor einem Schiffscontainer und beim Eintreten stellst du plötzlich fest, dass es sich gar nicht um einen gewöhnlichen Container handelt, sondern um ein Portal. Dieses Portal verbindet dich mit einem anderen Menschen, der irgendwo auf der Welt ebenfalls ein solches Portal betreten hat. Und dieser Mensch steht in Lebensgröße ca 2 m von dir entfernt, vor dir. mit du kannst nun eine Unterhaltung führen. Das Portal stammt von Shared_Studios, und ich kommt es ausprobieren.

Bei dieser öffentlichen Kunstinitiative besteht jedes Portal aus einem mit goldener Farbe lackierten Container, der mit immersiver, audiovisueller Technik ausgestattet ist und an öffentlichen Plätzen auf der ganzen Welt aufgestellt wurde. In jedem dieser Portale ist ein Portal-Kurator eingestellt, der die lokale Gemeinde betreut und bei Bedarf dolmetscht. Mehr als 13.000 Menschen haben bereits die Portale auf der ganzen Welt genutzt.

Ich war erstaunlicherweose fast die Einzige am Container, der vor dem Eingang zur re:publica stand. Ich fragte das Team mit wem ich sprechen würde. Sie meinten, dass  sie das vorher nie wüssten aber dass die Verbindung  zu einem Flüchtlingscamp im Irak hergestellt würde.
Das machte mich dann doch nervös. Ich hatte hier grade einen Latte Macchiato geschlürft und würde gleich in mein Taxi zum Flughafen springen. Und in ein paar Minuten würde ich vor jemandem stehen, der nirgendwo hin konnte.

Über was würden wir reden? Während ich noch darüber nachgrübelt, lernte ich den afghnaischen Kurator und den Initiator des Projektes kennen, der mit erzählte, dass er in Washington lebt und das FBI irgendwann vor seiner Haustür stand. Er hatte das erste Portal in seinem Wohnzimmer und Sie wollten wissen, warum er mit Leuten aus Afghanistan und dem Iran reden wolle. Erstaunlicherweise waren sie wohl recht nett und er verschwand nicht in Guantanamo.

Nach vierzig Minuten war es dann soweit. Die Verbindung in den Irak hatte nicht gekappt aber in ein anderes Land. Ehe ich so richtig wusste wie mir geschah, stand ich einem Studenten aus Afghanistan gegenüber. Beide etwas verlegen, tauschten wir erst einmal Namen aus und begeisterten uns für die Vision, irgendwann auf der Strasse virtuell neben Menschen auf der anderen Seite der Welt her laufen und uns mit ihnen unterhalten zu können.

Das würde sicher noch etwas dauern, denn das Bild war leicht verzerrt und der Ton relativ schlecht. Trotzdem war ich darüber verblüfft, wie viel mehr mich die Unterhaltung emotional berührte, weil ich das Gefühl hatte einem Menschen direkt und ohne Barriere gegenüber zu stehen.

Dann kam leider auch schon mein Taxi.
Ich verabschiedete mich von ihm und von 3 übervollen Tagen in Berlin.

Unter dem Foto geht es mit einigen Vorträgen weiter, die ich in diesen 3 Tagen gesehen oder die ich mir später online angeschaut habe.

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Ausgesuchte Vorträge

Für alle die nicht vor Ort sein konnten, haben die Veranstalter Live-Streams zu allen wichtigen Panels und Diskussionen bereitgestellt.


 

Eröffnungspanel– Gesellschaft  It´s broken, let´s fix it. >>

Claudia RothFrank Richter,Carline MohrFriedemann Karig,Falk RichterFabian Wichmann

Teaser:
Strategien für ein besseres gesellschaftliches Miteinander jenseits der Filterbubble. – Der Diskurs ist kaputt, Europa auch. Wie konnte das passieren, und warum ist vielleicht auch das Internet schuld? Das fragen wir uns auf unserem Eröffnungspanel – und halten uns selber den Spiegel vor.

 


 

Wenn man einen Vortrag gesehen haben muss dann diesen. Gunter Dueck ist einfach großartig:

Gunter Dueck: Cargo-Kulte >>>>

Teaser:
Im zweiten Weltkrieg wunderten sich Melanesier, dass immer dann, wenn die Fremden (Amerikaner im Krieg gegen Japan) auf einen Turm („Tower“) stiegen und beteten, deren Vorfahren Flugzeuge voll beladen mit Essen schickten. Da bauten sie Türme und beteten auch… Cargo-Kulte entstehen, wenn man beobachtete Rahmenbedingungen richtig steckt, aber das wesentlich Erhoffte nicht geschieht, weil etwas Zentrales nicht verstanden wurde. Wir schauen uns einmal Heilslehren in Politik, Wirtschaft und Kultur an – wie sie Türme und Landebahnen bauen und auf ihre Erlösung warten, wobei Berater ihre Händchen halten.

 


 

Wolfgang GründingerAlte Säcke Politik – Wie wir eine Zukunfts- statt Angstdebatte führen können >>

Teaser:
Die Debatte über Digitalisierung ist vor allem ein Risikodiskurs. Technische Spione lauern überall, große Konzerne attackieren die Privatsphäre, willkommen im Überwachungsstaat. Oft sind es diffuse Ängste alter Männer, die zwar die Digitalisierung nicht verstehen, aber die Debatte bestimmen. Das schadet nicht etwa nur den Bilanzen im Silicon Valley, sondern setzt unsere Zukunft auf Spiel – denn wir verpassen die Chance, die Digitalisierung zu gestalten, anstatt sie nur abzuwarten. Die Geschichte hält Beispiele bereit, wie eine Technologiedebatte auch fruchtbar gestaltet werden kann.

 


 

Innovation in Refugee Camps >>

Grace KejiAna Laura Santos,Kilian KleinschmidtMarlen de la ChauxKatharina Dermühl

Teaser:
Refugee camps are often viewed as temporary refuges for people fleeing war and violence. However, due to conflicts and refugee situations becoming ever more protracted, refugee camps also become permanent or semi-permanent homes and have developed into towns and cities of their own in many cases. This session, convened by the German Federal Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ), will look at the economics of refugee camps and highlight examples of innovation in the most unlikely settings.

 

 


 

Big Data und Arbeitnehmer: Zwischen Selftracking & Corporate Panopticon >>

Johannes Kleske, Andrea Kocsis,Andreas Dewes

Teaser:
„Big Data“ ist die eine Seite der Medaille, deren andere Seite „Modelling“ heißt. Während gesammelte Datensätze vor allem rückblickend analysiert werden, werden die Ergebnisse dieser Analysen dazu genutzt, Prozesse zu optimieren und Entwicklungen vorauszusagen. Diese Metrik kann auch auf Arbeitnehmer angewendet werden. Wir fragen nach der „Arbeit der Zukunft“ in einem Zwischenschritt zur allgegenwärtigen Diskussion WARUM es überhaupt dazu kommen könnte, Kollegen durch Roboter zu ersetzen.

 


 

The Shape of Things to Come >>

Jeff Kowalski

Teaser:
We humans co-evolve with our tools. This is an ongoing dynamic with key inflection points throughout history, such as the move to agriculture, and the Industrial Revolution. We’re in another major inflection point now, focused on how one of our most powerful tools, the digital world, is expanding into a new realm, the physical world. While until only recently “the real world” and “the cloud” seemed to be so different, we’re now seeing that there’s a merging of the two, and it will only increase in future

 


 

#Schichtwechsel: Hilfe, die Roboter kommen – Bedrohung, Invasion oder Chance? >>

Sabine Bendiek, Stefan Heumann,Juliane Leopold

 

Teaser:
Knapp 60 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland sind in Gefahr. Sie werden von der Automatisierung und der Übernahme durch Roboter bedroht. 130 Jahre nach dem Höhepunkt der Industriellen Revolution müssen wir uns die Frage stellen, wohin Arbeit sich künftig für uns Menschen entwickeln wird.

 

 


 

Die fünfte Gewalt. Die Macht der vernetzten Vielen >>

Bernhard Pörksen

Teaser:
Die fünfte Gewalt besteht aus den vernetzten Vielen des digitalen Zeitalters, die längst zur publizistischen Macht geworden sind. Sie verändern die Agenda des klassischen Journalismus, werden als Medienkritiker und Meinungskorrektiv aktiv, bilden Protestgemeinschaften, beeinflussen – über den Umweg der digitalen Öffentlichkeit – die Politik von Staaten und Unternehmen. Der Talk des Medienprofessors Bernhard Pörksen beschreibt mit vielen aktuellen Beispielen die Aktions- und Rollenmuster der fünften Gewalt im Überblick.

 


 

Wider die Herrschaft der Algorithmen! Wie bekommen wir die Kontrolle zurück? >>

Teaser:
Unser Denken ist gehackt. Suchmaschinen, Social Media und Big Data-Nudging: Algorithmen haben die Kontrolle über unseren Alltag übernommen.

 


 

Diese Talks habe ich absolut subjektiv ausgesucht. Es gibt noch viele weiter online zu sehen, die nach Suchworten gefiltert werden können.

 

Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Freiheits-Mentorin und Coach. Ich helfe dir den Mut zu haben, dein Leben nach deinen Regeln zu leben und deine Vorstellung von Freiheit zu finden. Egal ob du selbstbestimmter leben, deine Berufung und deine Geschäftsidee finden oder eine Auszeit vom Job machen willst. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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