Wie Menschen, die du nicht leiden kannst, dir zu Ausstrahlung und Authentizität verhelfen

Hallo, schön, dass du hier liest.

Dafür wünsche ich dir viele „Arschengel“.

„BITTE? Wie kann sie denn so was schreiben…und das als COACH!“ mag sich jetzt einer fragen.

Ich verweise darauf, dass das Wort „Arsch“ praktisch zum Kulturgut gehört. „Er aber, sag‘s ihm, er kann mich im Arsche lecken“, heißt es schon in Goethes „Götz von Berlichingen“. Und was Goethe darf….

Um mal den Zusammenhang herzustellen: Die letzten zwei Jahre waren die bewegendsten meines Lebens – einmal abgesehen von meinem zweijährigen Sabbatical – mit vielen Veränderungen. Dabei haben viele Menschen meinen Weg gekreuzt. Haben ihn geebnet oder Hindernisse aufgebaut. Mich unterstützt, beeindruckt, beeinflusst, geliebt, gemocht, für Erkenntnisse gesorgt und Einsichten, mich verändert, mir den Spiegel vorgehalten, mir zugehört, mir Dinge verziehen, mich wertgeschätzt, bestärkt und beflügelt, sich ernsthaft für mich interessiert, meinen Humor geteilt, mich mit Respekt behandelt. Oder auch nicht. Mir gegrollt. Mich wütend gemacht. Mir etwas versprochen und es nicht gehalten. Mich im Stich gelassen oder hintergangen. Sie haben das Beste aus mir heraus geholt und manchmal auch das Schlechteste. Aber alle haben für eines gesorgt: Dass ich mit mir selbst mehr in Frieden bin. Und mehr Authentizität gewonnen habe.

Letztere waren meine „Arschengel“. Mein Ausbilder (er ist Schwabe und hat Humor) brachte damals den Begriff auf.

Er bezeichnet damit Menschen, die ein Verhalten oder eine Ausstrahlung haben, die uns wütend macht oder verunsichert, herausfordert, ängstigt. Menschen, die wir nicht leiden können. Kurz, die uns irgendwie „triggern“ bzw. unsere emotionalen „Knöpfe drücken“ und heftige Reaktionen verursachen.

Sie können ein sehr guter Indikator dafür sein, mal bei dir zu nachzuschauen, was DIR fehlt für deine eigenen Ausstrahlung. Denn oft ist das ein Teil deiner authentischen Persönlichkeit, die du unterdrückst. Das sind oft Anteile in dir, die schon in der Kindheit keine Daseinsberechtigung hatten und für die du als Kind die Botschaft von deiner Umwelt bekamst: „das ist schlecht“. Das was du z. B. vielleicht als Egoismus empfindest, ist beim Anderen nur die Fähigkeit gut für sich selbst zu sorgen. Viele Dinge die dir an dir selbst oder anderen Menschen begegnen sind schlicht neutral. Es hängt von deinen eigenen Erfahrungen und deinem Selbstwertgefühl ab, wie du sie bewertest.

Wenn du Menschen ablehnst, ist das ein Wink mal zu schauen was dich da „triggert“. Was fehlt dir, was erlaubst du dir nicht? @jeanbouffier click to tweet

Die Menschen bei denen wir uns dagegen wohlfühlen, sind hilfreich, weil sie uns unterstützen und „sicheres Terrain“ sind. Bei ihnen fühlen wir uns anerkannt und bestätigt, so wie wir bereits sind.

Wenn du also jemanden vor dir hast, der in dir eine solche Reaktion auslöst…

 hilft die Haltung:

 

„Das ist ein Mensch wie ich, mit Bedürfnissen, Erfahrungen, Träumen und Gefühlen, der auch nur glücklich sein will  – auch wenn er das grade eher suboptimal zu erreichen versucht. Ich wünsche dass es ihm/ihr gut geht.“

Wenn du deinen drohenden Amoklauf damit abgewendet hast, kannst du dich fragen:

  • Welchen Knopf drückt dieser Mensch bei mir?
  • Was genau ist es an ihm/ihr, was mir nicht gefällt und was mich zur Weißglut bringt?
  • Woher und von wem kenne ich das? (Nicht Wenige werden dann innerlich rufen: Oh Gott…meine Mutter/Vater hat immer….)
  • Erlaubt er/sie sich etwas, was ich mir selbst nicht zugestehe?
  • Auf was bin ich neidisch?
  • Stellt dieser Mensch meine Werte oder mein ganzes Weltbild in Frage?
  • Fühle ich mich durch ihn angegriffen? Bedroht er mein Selbstwertfgefühl? Warum?
  • Was kann dieser Mensch, was ich vielleicht selbst gerne können würde?
  • Warum kann ich grade nicht gelassen reagieren? Was würde ich brauchen um das tun zu können?

Da man das im Alltag schnell vergisst, kannst du dir gerne das Symbol ausdrucken und an strategisch günstigen Stellen (z. B. am Schreibtisch) diskret aufhängen, um dich daran zu erinnern, wenn du innerlich grade Götz zitierst.

Noch ein WICHTIGER HINWEIS: Wir sind ALLE immer auch selbst irgendjemandes „Arschengel!“

Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Ich helfe Menschen ihre Vorstellung von Freiheit zu finden. Ob das eine Geschäftsidee ist, eine Lebensvision oder sie eine Auszeit vom Job machen wollen. Oder einfach emotionale unabhängiger leben wollen. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

2 Comments

  • Liebe Jeanette,

    danke für den schönen Beitrag. Das mit den Arschengeln kenne ich.
    Deine Worte haben mich gerade noch mal nachdenken lassen über eine Person, die mich wirklich geärgert und genervt hat. Du kennst sie auch 😉 Jetzt habe ich herausgefunden, wofür sie da war.

    Herzliche Grüße
    Leonie

    • Jeanette sagt:

      Liebe Leonie, danke für das Kompliment und dass er dir etwas gebracht hat. Jeder nimmt Dinge aus seiner Perspektive wahr. Ich glaube der zentrale Satz ist, dass wir alles nur Menschen sind, die ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen wollen und die es zu verstehen gilt. Auch bei uns selbst. Herzlich Jeanette

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