Gedankenkarussell – 2 Übungen für Klarheit und Ruhe

Im ersten  Artikel zu Emotionaler Intelligenz habe ich beschrieben warum sie so entscheidend für deinen beruflichen Erfolg und dein Glück ist und was dazu nötig ist um sie zu trainieren.

Du hast bestimmt schon einmal von deinem „Gedankenkarussell“ gesprochen. Die Amerikaner sagen dazu auch „Monkey Mind“ – „Affen Verstand“, weil die Gedanken im Kopf herum springen und rasen wie eine verrückte Affenhorde. Die Übung weiter unten nutzt das Bild, weil man sich das gut vorstellen kann. Außerdem macht es Spaß und ich persönlich mache nur Dinge die mir Spaß machen oder bei denen ich einen Effekt spüre, der mir gut tut. Ich hoffe du auch. 😉

Heute geht es  um den ersten Schritt: das trainieren unserer (Selbst-) Aufmerksamkeit.

Zu 90% bekommen wir gar nicht mit was wir fühlen und denken. Wir nehmen nur die Auswirkung wahr. Sorgen, Angst, Schlaflosigkeit, unpassende Reaktionen auf schwierige Situationen. Von denen es täglich viele gibt.

Je konfuser es im Außen ist desto wichtiger wird es daher einen klaren und aufmerksamen Geist zu haben. @jeanbouffier click to tweet

Zum einen erschaffen wir unsere Lebensrealität mit dem was wir denken denn unsere Gedanken werden zu Handlungen. Zum anderen folgt alles im Leben dem Gesetz der Resonanz. Kurz: was du ausstrahlst, ziehst du auch an.

Unglück kommt daher, dass wir eine Vision davon haben wie die Dinge sein sollten. Glück ist Dankbarkeit für das was ist. @jeanbouffier click to tweet

Was wenige Menschen über mich wissen: Ich bedanke mich jeden Abend von Herzen für alles was ich im Leben habe. Die Liste ist lang und bis ich fertig bin, bin ich auch fast eingeschlafen. Wer Einschlafprobleme hat kann das nutzen und hat im Nebeneffekt noch ein gutes Gefühlt. Es gibt im Leben genauso viel wundervolle Dinge, wie schlimme Ereignisse. Wir können selbst entscheiden wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten. Dazu ist es wichtig zu lernen die eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen. Hat man das gut trainiert, ist man automatisch glücklich weil nichts Schlimmes passiert, statt ständig unglücklich zu sein wenn nichts Schönes passiert.

Was ist Achtsamkeit?

Der Begriff Achtsamkeit steht sowohl für einen speziellen Bewusstseinszustand, als auch für die Praxis mit der man übt, in diesen Zustand zu gelangen. Für Verwirrung sorgt oft dass achtsam im täglichen Gebrauch bedeutet aufmerksam oder wachsam zu sein. Achtsamkeit geht aber weit darüber hinaus. Sie ist eine angeborene Fähigkeit des Menschen, die wir leider verlernen. Kinder leben extrem im Augenblick. Im Zustand der Achtsamkeit ist der Geist ausschließlich auf den gegenwärtigen Moment gerichtet, den er ohne Wertung akzeptiert. Und das ist gut trainierbar. Obwohl dies banal klingt, ist es für die meisten Menschen nicht einfach, wahrzunehmen, ohne dabei zu bewerten oder andere Gedanken zu denken.
Bewährt hat sich hierfür die Achtsamkeitsübungen oder -meditation. Ihren Ursprung hat sie im Buddhismus und die Wirksamkeit ist heute vielfach wissenschaftlich belegt.

Das Trainieren der Achtsamkeit erhöht enorm die kognitiven Fähigkeiten und schafft Raum angemessen auf Situationen zu reagieren @jeanbouffier click to tweet

Wer eine achtsame Haltung einnimmt, ist in einer Situation präsent, ohne abschweifenden Gedanken nachzugehen. Am Arbeitsplatz kann dies etwa bedeuten sich nur auf die Sache zu konzentrieren, die man im Moment tut und dadurch geistige Energie zu sparen. Die Gegenwartszentrierung kann zudem bei der Selbstregulation helfen, d. h. spontane Impulse zu erkennen und zu kontrollieren und so die eigenen Reaktionsmöglichkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen zu erweitern.
Das bewusste Üben von Achtsamkeit wird zu mehr Ruhe und Wohlbefinden führen, das Stressniveau senken und die Konzentration und geistige Kraft steigern. Du gewinnst Klarheit und Ruhe.

Eine der leichtesten Übungen dazu ist der „Gedankenscanner“. Es geht hier zunächst darum deine Gedanken völlig unspezifisch wahrzunehmen. Ihr Inhalt ist nicht wichtig sondern das Empfinden wie sie „drauf sind.“

Vorbereitung

Suche dir eine Affirmation, die dir hilft: z.B.: „Ich erkenne meine Gedanken immer klarer und klarer“.

1. AUFMERKSAMKEITSÜBUNG AFFENKÄFIG

1. Sorge dafür dass du für einige Zeit ungestört bist und setze dich bequem hin. Die Augen kannst du offen oder geschlossen halten. Solltest du sie auf lassen, fixiere einen Punkt im Raum.

2. Mache dich mit deiner Affirmation vertraut und sei überzeugt: „Ich erkenne meine Gedanken klarer und klarer.“

3. Gehe dann mit deiner Aufmerksamkeit nach innen und fühle deinen Atem wie er ein und ausströmt (ohne ihn zu beeinflussen).

4. Dann stelle dir vor, dass du einen Zoobesuch an einem schönen Sommertag machst und auf einer Bank vor dem Affengehege Platz nimmst.

5. Nimm dir Zeit die Tiere zu beobachten. Mach dir bewußt, dass jeder Affe für einen deiner Gedanken steht. Vielleicht steht er sogar auf deren Rücken geschrieben.

6. Vielleicht kannst du sie ganz konkret sehen, du hörst die Geräusche, kannst das Geschehen sogar körperlich fühlen. Wenn es dir hilft kannst du auch deine Position verändern und näher an das Gehege heran gehen. Wie verhalten sich die Affen. Alleine, in der Gruppe. Wie bewegen sie sich, hektisch, gemütlich, entspannt, wild?

7. Achte darauf dass du eine entspannte Haltung hast und einfach nur beobachtest was passiert und was sich im Affengehege abspielt. Nimm dir ruhig einige Minuten Zeit.

8. Komm dann wieder zurück von deinem Besuch und lasse das Erlebte noch einen Moment nachklingen.

(Quelle MindBody Coaching)

Es geht wie gesagt nicht darum deine Gedanken zu beurteilen aber das Verhalten der Affen gibt dir ein Gefühl dafür, was bei dir gerade los ist, wie es dir geht und was du im Moment brauchst.
Wenn dich das Beispiel mit den Affen irritiert, stelle dir vor, dass du am Strand am Meer sitzt. Du beobachtest das Wetter. Vor dir ziehen Wolken am Himmel vorbei. Jede Wolke ist ein Gedanke.

2. AUFMERKSAMKEITSÜBUNG „GEDANKENPROTOKOLL“

In dieser Übung fokussierst du stärker auf die Inhalte deiner Gedanken.

Halte täglich einen Moment inne, richte deine Aufmerksamkeit nach innen und stelle dir die Frage: „Was denke ich eigentlich grade?“. Beobachte welche Gedanken auftauchen. Besonders dann, wenn du Stress – aus welchem Grund auch immer – verspürst und Klarheit benötigst. Beobachte eine Woche lang deine Gedanken und mache dir wenn möglich Notizen:

a) Was ist passiert?
b) Wie habe ich mich gefühlt?
c) Was habe ich grade gedacht?
d) Kann ich sicher sein dass das, was ich denke wirklich wahr ist?

Diese einfache Übung kannst du auch beim Zähneputzen machen, in der Warteschlange an der Kasse usw. Anfangs macht es Sinn sich eine tägliche Erinnerung in dein Handy einzugeben. Irgendwann ist der Verstand so darauf trainiert den Gedankenscanner laufen zu lassen, dass es am Tag ab und zu ganz von alleine passiert.
Viel Spaß im Zoo bis dahin. 😉

 

Jean

About Jean

Ich bin Jeanette. Ich helfe Menschen ihre Vorstellung von Freiheit zu finden. Ob das eine Geschäftsidee ist, eine Lebensvision oder sie eine Auszeit vom Job machen wollen. Oder einfach emotionale unabhängiger leben wollen. DEIN LEBEN. DEINE REGELN!

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