Der Schmetterlingseffekt – Warum ich Klienten schnell loswerden will

Was wäre, wenn man mit dem was man tut, die ganze Welt verändern kann?
Du denkst sofort: „Das ist verrückt?“

Vielleicht ist deine Überzeugung: „Man muss schon sehr mächtig sein um wirklich Einfluss nehmen zu können. Was kann man als Einzelner schon bewirken?“

Eine Freundin hat mir mal eine sehr interessante Frage gestellt, als ich an meiner Positionierung als Coach gearbeitet habe: „Warum wird die Welt ein Stückchen besser wenn du als Coach arbeitest?“ Was motiviert dich? Und was ist deine Vision? Große Fragen. Meine Antwort hat etwas mit dem Schmetterlingseffekt zu tun und viel mit meiner persönlichen Geschichte.

Noch vor ein paar Jahren schlidderte ich in die erste große Krise meines Lebens. Mein Freund war weg, mein Pferd war tot, mein Job weg und ein lieber Mensch wurde schwer krank.

Um den Job trauerte ich nicht wirklich. Ich arbeitete 60 bis 70 Stunden Wochen in der kreativen Kommunikationsbranche, die sich besonders dadurch auszeichnete, von zwischenmenschlicher Kommunikation keine Ahnung zu haben – was nicht nur am Großraumbüro lag. Genauso wenig wussten sie davon, wie man ein Umfeld schafft, in dem Menschen tatsächlich kreativ sein können. Alleine dort arbeiten zu dürfen galt als Privileg.
Druck, Zynismus und Teams gegeneinander zu hetzen, schienen die Mittel der Stunde, Loyalität und Leistung zu fördern. Führung kam dem zu, der durch Talent oder große Ellenbogen auffiel aber nicht durch Führungskompetenz. Selbstreflektion hätte da gut getan. Mir zu dem Zeitpunkt allerdings auch. Ich wusste nur dass an dem System definitiv etwas nicht stimmt.
Bevor ich gehen konnt, ging der Laden. Und zwar in die Insolvenz – und ich mit einer kleinen Abfindung ins Ausland.
Leben.

Weil ich das seit 6 Jahren nicht mehr wirklich getan hatte.

Abenteuerreisen zu sich selbst sind die spannendsten

Und das tat ich dann. Fast 2 Jahre lang. Nach 3 Monaten war ich sogar so weit, nicht alle 5 Minuten auf die Uhr zu starren und zu glauben, dass ich irgendwo einen eiligen Termin habe. Ich bereiste Lateinamerika, lernte Spanisch, erlebte Abenteuer, arbeitete in einem Hilfsprojekt, ging nach Neuseeland…bis ich in Australien auf einer Farm in den Bergen landete. Eine Beziehung fand und ein Leben nah an und mit der Natur lebte. Am Morgen donnerten 40 Pferde an meinem Zimmer vorbei den Hang herab, auf dem Kängurus im Morgennebel grasten. Ich betreute Trekkingritte, zog Zäune und hackte Holz. Bekam Muskeln, stand mit den Hühnern auf und ging früh schlafen. Ich war so glücklich wie noch nie zuvor.

Das Glück platze und ich musste zurück nach Deutschland. Ich hatte komplett den Halt verloren, hasste die Enge und wusste nicht wie ich in meinen Job zurück sollte obwohl ich trotz der Nachwehen der Krise Bewerbungsgespräche bekam.
Mir ging es wie ein Schiffbrüchiger der auf einem Floß auf hoher See treibt, nichts woran ich fest machen konnte. Unter mir 1000 Meter schwarzes Nichts. Um mich herum nur Horizont aber kein Ziel.

Der geheime Saboteur

In der desolaten Verfassung ging ich zu einem Therapeuten. Und hatte interessante Gespräche. Und fühlte mich hilflos und abhängig. Denn anscheinend war ich nicht in der Lage mich selbst aus der Situation zu befreien.
Schon gar nicht von dem, was anscheinend immer wieder dafür sorgte, dass ich im Leben mit Dingen scheiterte. Nicht dass ich keinen Erfolg hatte. Im Gegenteil. Nur lief es immer dann schief, wenn es grade richtig toll wurde. Beruflich weniger als privat. Und all das hatte ja eins gemeinsam: MICH. Irgendwas stimmte doch nicht. Das spürte ich in allen Knochen. Irgendwo gab es da etwas, was mich sabotierte. Aber was?
Mit der Antwort: „Sie sind halt so“ war ich alles andere als glücklich. Ich wollte Erkenntnisse, das Steuer selbst in der Hand haben. Etwas TUN können.
Ich wollte so gerne etwas verändern weil mein Leidensdruck enorm war. Ich wusste nur nicht wie. Und mir sagte auch keiner wie. Ich hatte das Gefühl in mir selbst im Dunkeln zu tappen und den Therapeuten als kleines Orientierungslicht zu brauchen. Ein richtig mieses Gefühl.

Ich suchte Antworten in allen Richtungen und geriet an meine systemische Ausbildung. Und wurde brutal mit mir selbst konfrontiert. Selbstreflektion war der erste Schritt. Muster und Überzeugungen wurden ans Licht geholt, Kindheitsprogramme aufgelöst (meine Saboteuer, die ich immer mit mir rumgeschleift hatte und die mir die Erfolge ruinierten wenn es am schönsten war). Ich fand alle Ressourcen die ich brauche in mir selbst und eine absolute Klarheit wer ich selbst eigentlich bin. Denn das Ego packt da normalerweise immer schön den Deckel drauf. Eine riesige Energie wurde damit freigesetzt. Und dort bekam ich auch endlich Werkzeuge an die Hand, mit denen ICH mir in jeder Situation helfen konnte. Nach 15 Jahren Suche.

Wie man aus Notwehr auch zur Berufung kommen kann

Aus der heraus hatte ich mich als Designer selbständig gemacht, da ich viel zu oft die Strukturen denen ich entkommen war, in Festanstellung wieder vorfand. Das war mit ein Beweggrund dafür, auch noch eine systemische Business Coach Ausbildung zu machen.

Menschen darin zu unterstützen ihre innere Stärke zu entdecken, damit sie möglichst schnell alleine ihren Weg wieder finden und das so stabil, dass sie so schnell nicht wieder davon abkommen bzw. so gut ausgerüstet sind, wieder selbst die Orientierung zu finden. Ohne Hilfe. Wenn nur ein Mensch freundlicher zu sich selbst ist, strahlt er das ab und geht mit seinem Umfeld viel besser um. Wenn wir bedenken dass nur 20% von Botschaften die wir kommunizieren wirklich die Sprache ist und der Rest innere Haltung und Energie etc. dann kann man sich vorstellen, wie sich das in der Welt weiter bewegt.

Es ist wichtig die Systeme menschenfreundlicher zu machen denn nur dann sind Menschen wirklich kreativ und produktiv und vor allem Sinnerfüllt. Die Arbeitswelt muss sich an den Menschen anpassen. Nicht umgekehrt. Tun Unternehmen das nicht, schaden sie sich nur selbst.

Der Schmetterlingseffekt

Kleine Abweichungen können langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern.@jeanbouffier click to tweet

Es ist wirklich ein Schmetterlingseffekt. Es gibt hierzu eine bildhafte Veranschaulichung dieses Effekts am Beispiel des Wetters, welche namensgebend dafür ist: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?“ Was genau mit dem Schmetterlingseffekt gemeint ist kannst du hier lesen.

Worauf ich damit hinaus will?

NICHTS motiviert so stark wie das Gefühl es SELBST geschafft zu haben die Lösung für sein Problem zu finden. @jeanbouffier click to tweet

Und alle Kraft zu haben sie alleine umsetzen. Es macht glücklich, stark und motiviert. Und das beeinflusst positiv unsere Welt.
Es macht mich fuchsig wenn ich von Bekannten höre, dass sie seit Jahren beim Therapeuten etc sind um über ihre Probleme zu reden.
Es ist nicht wichtig das Problem zu verstehen sondern welches Muster vielleicht dahinter steckt und  was man damals gebraucht hätte. Und was man heute braucht. Denn nur im Jetzt kannst du etwas ändern.

Ein Selbsttest

Dazu lade ich dich jetzt ein. Bitte denke jetzt an ein großes Problem das du hast (oder hattest) mit aller Intensität. Male es dir in aller Deutlichkeit aus. Mindestens 2 Minuten lang!

 

 

 

Danke für`s mitmachen.

Wie ist grade dein Gesichtsausdruck?

Deine Körperhaltung? Dein Körpergefühl?

Wie geht es dir jetzt? Gut?

Vermutlich nicht. Man fühlt sich deprimiert wenn man  auf Probleme fixiert.

Jetzt stell dir nun vor du hast eine Lösung dafür entdeckt. DU. Und du weißt genau was zu tun und du weißt auch genau dass du die Fähigkeit hast es zu tun. Stelle dir das mit allen Sinnen vor. Was siehst du, hörst du, riechst du? 2 Minuten lang!

Wie fühlst du dich jetzt?
Wie ändert sich dein Gesichtsausdruck, deine Körperhaltung?

Wie wir denken, unsere Überzeugungen – ob positiv oder negativ – und unsere Haltung zu uns selbst und damit zu anderen, sind das, womit wir unser Umfeld beeinflussen. Denn wir bewirken wovon wir überzeugt sind.

Je schneller ich also dafür sorge, dass es Menschen wieder gut geht, desto schneller senden sie positive Flügelschläge in die Welt. Und das macht mich glücklich :).

 

Was willst du bewirken?

Unterschrift

 

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