„Die Brasilianer haben das Trauma ihres Versagens noch nicht verwunden“.  So ähnlich las ich kürzlich in der Zeitung einen Artikel über das verheerende 7:1 bei der vergangenen Weltmeisterschaft. Dass ich ab und zu mal in die Fußball Nachrichten schaue, liegt daran, dass mich eine Kollegin Martina Frank (Berufsorientierungs-Coach) vor 4 Wochen zu einem Mainz 05 Spiel mitnahm. Mein erstes Live Spiel überhaupt. Die Atmosphäre war jedenfalls toll.
Dazu fiel mir wieder ein Artikel ein, den ich damals für meinen Markenpersönlichkeits Blog schrieb und den ich hier noch mal zum besten gebe, weil er gut zum nächsten Artikel passt und eine Erinnerung an einen tollen Sommer ist :). Er erklärt vielleicht zum Teil, warum die Deutschen damals gewannen.

Erfolg ist das, was folgt

Die Deutschen sind Weltmeister. Wir haben gefeiert und am Montag ausgeschlafen. Die Nationalelf sicher auch und hoffentlich feiern sie noch länger.

Wer seinen Erfolg auch genießt hat länger Spaß daran, gewinnt Energie und hetzt nicht gleich dem nächsten hinterher. @jeanbouffier click to tweet

Interessant sind die weltweiten Pressemeldungen. Talent Herz, Disziplin, Geld. Mentale Stärke werden genannt. Wirtschaftszeitungen schlüsseln sogar auf, dass in Europa das meiste Geld für gute Spieler ausgegeben wird, die von Jugend an gefördert wurden und dann permanent die Gelegenheit hatten, in Europa gegen die Besten zu spielen.

„Le Parisien“ (Frankreich) schreibt: „(…) eine Mannschaft, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat. (…) Das Land hat es geschafft, ein tadelloses System aufzubauen – mit finanziell gesunden Clubs und der entsprechenden Ausbildung.“

Sicher, auch das Umfeld ist für Erfolg wichtig. Umgib Dich mit Menschen die den gleichen Willen zum Erfolg haben! Und vor allem ein klares, attraktives Ziel. Ohne Ziel kein Erfolg! Denn es gibt dem Tun und Handeln all derer, die daran arbeiten einen Sinn. In Unternehmen macht es Erfolg zudem messbar.

Nur Talent reicht nie

„El Mundo“ (Spanien) bringt es auf den Punkt: „Messi kann den Titelgewinn der Deutschen nicht verhindern. Das Löw-Team erhält den verdienten Lohn für seine geleistete Arbeit.“

Da haben Sie recht. Erfolg kommt meist von weit her und ist kein Zufall. Er ist eine Kombination aus den Faktoren:
Fähigkeit, Bereitschaft und Möglichkeiten und etwas daraus zu machen:
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Höchstleistung ein kritisches Minimum an Praxis erfordert.
Die magische Zahl dieser WM ist nicht „4“ sondern 10.000.

10.000 ist das Naturgesetz für Erfolg. Denn Talent alleine reicht nie. Das heißt: 10.000 Übungsstunden. @jeanbouffier click to tweet

EINE VISION
„El Universal“ (Mexiko): „Ein perfekter Schuss. Ein Kunstwerk. Mit der Brust angenommen, Abschuss im Volley. Tor. Das Tor, von dem Mario Götze sein ganzes Leben geträumt hat.“

Aber keiner der Jungs hat nur geträumt. Sie alle hatten eine Vision. Das haben Spitzensportler gemeinsam. Sie machen sich mit allen Sinnen Zielvisionen davon, wie es sein wird, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Wo sie sind, was sie hören, riechen, fühlen. Sie bringen sich in das Gefühl wie es dann sein wird. Das hat Einfluss auf die innere Haltung und Energie.

DISZIPLIN
„La Nacion“ (Costa Rica): „Löw hat den Sieg mit seiner Sturheit errungen. Sein ist der Sieg der Beharrlichkeit, der eine ganze Generation trug. (…)

Leidenschaft und mentale Stärke

„La Stampa“ (Italien): „(…) Deutschland hat seinen vierten Titel mehr dank des Herzens als dank seiner Favoritenrolle gewonnen.(…)

Die Deutschen hatten also zwar den Sieg im Blick aber haben am Ende das gemacht, worauf es ankommt. Den Erfolg „losgelassen“ und einfach mit Freude gespielt. Sie haben auf jeden Einzelnen gesetzt und nicht wie die Brasilianer und Argentinier auf Einzelne.

Die „Tuttosport“ schreibt dazu: „(…) das ist verdient. Für die Geschichte und für dieses Finale, in dem nur du versucht hast, zu spielen, während die Argentinier nur mit Bissigkeit das Spiel kontrollieren wollten und auf Messi gehofft haben.“

Auch das ist wichtig für Teams: die unterschiedlichen Stärken der Einzelnen kennen und nutzen. Denn nur in einem Team, das die gleiche Vorstellung von Erfolg hat und die gleichen Werte vertritt, kann man es schaffen.

Inspirierende Fragen die du dir dazu stellen kannst sind z. B.:
Wie könne wir Leidenschaft erzeugen?
Was ist unsere Vision die alle mittragen
Wie ziehen wir das diszipliniert durch?

Wer Erfolg will, muss Fehler zulassen

„Neue Zürcher Zeitung“: „…Die mentale Stärke, die sich aus der Überwindung der Rückschläge ergab, gab den Ausschlag für eine Mannschaft, die (…)

Stimmt, erfolgreiche Menschen zeigen besonders dann Beharrlichkeit, wenn andere bereit sind aufzugeben. Sie sind emotional stabil, wissen genau wer sie sind, was sie wollen und was ihre Fähigkeiten sind.

Wer Erfolg will sollte Fehler nicht als Fehler sehen sondern als wichtige Erfahrung um den Kurs zu korrigieren. @ jeanbouffier click to tweet

Misserfolg ist die Chance es beim nächsten Mal besser zu machen. Dinge zu hinterfragen. Das wird wohl vor allem Brasilien tun. Denn Erfolg ist auch immer ein Veränderungsprozess. Während im Beruf klare Ziele ein Muss sind, kann es jedoch privat fatal sein, sich und sein Leben am Erreichen von Zielen zu messen. Insbesondere für die brasilianischen Spieler kann man hoffen, dass Sie privaten Erfolg vom beruflichen trennen können. Der Trainer Scolari blieb ruhig, trotz der aufwühlenden Niederlage. „Das Leben geht weiter, auch mein Leben geht weiter.“

Ein Jahr danach

Am Jahrestag ihres Misserfolges schlägt der Mannschaft immer noch viel Häme entgegen. Es ist schade, wenn noch auf die getreten wird, die schon am Boden liegen. Denn das ist einfach. Die Spieler scheinen es einigermaßen verkraftet zu haben. Die „Fans“ wohl noch nicht. Hier ein Artikel der FAZ.

Schön fand ich einen Kommentar zu diesen Berichten:

„Liebe Brasilianer, ihr seid Weltmeister geworden mit eurer herzlichen Art und Weise und Fairness. Mal gewinnt man, mal verliert man (beim Fußball), so gleicht sich das immer wieder aus. Also seid nicht mehr böse auf eure Mannschaft.“

Das ist  genau die Einstellung zum Scheitern, die erfolgreiche Menschen haben. Sie nehmen Misserfolg als Lernerfahrung an und machen einfach weiter.

Gedankenimpuls:

• Woran machst du deinen persönlichen Erfolg fest? Status? Geld? Wenn du ein Ziel erreicht hast? Wenn du jemanden zum lächeln bringst? Wenn du jemandem helfen konntest? Wenn deine Kinder glücklich heranwachsen? Wenn du aus deiner Komfortzone gegangen bist?

 

Fussball ist ein Spiel und das soll vor allem eins machen: Spaß! Ich gehe bestimmt mal wieder ins Stadion…im Sommer 🙂

Was hälst Du davon wie die Brasilianer heute auf ihre Mannschaft reagieren? Ich freue mich über Kommentare.

Unterschrift

 

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