Workshop „Empathische Kommunikation“

 Foto: Karoline Deissner / Wiesbaden Engagiert

 

„Gummibärchen, eine freundliche und offene Referentin, Theorie gemischt mit Übungen und Aufgaben zum Thema und sehr abwechslungsreich durch tolle Filme zwischendrin“ war das Feedback einer Teilnehmerin.

Eine andere kommentiert kurz und knapp: „Die Thematiken wurden sehr lebendig behandelt. Fünf Sterne“

Das schöne Feedback hat mich sehr gefreut. Insbesondere, da der Pflegehund die Fernbedienung für den Mac zerkaut hatte und ich total retro und analog mit einem ausgedruckten Skript unterwegs war (was ich ev. sogar beibehalte). Nachdem ich so Alle beruhigen konnte, dass ihnen keine öde Powerpoint Präsentation bevorsteht, ging es los mit den…

Zielen des Workshops

Zu verstehen…
…was die Gründe für Probleme in der Kommunikation sind
…was unsere Selbstwahrnehmung; Verhaltensmuster und unbewusste Überzeugungen damit zu tun haben
…was die Voraussetzungen für empathische Kommunikation sind
…und wie die Umsetzung funktioniert

Insbesondere der letzte Punkt ist eine Herausforderung für einen Tagesworkshop, zu einem Thema, für das man 2 Wochen bräuchte.

Daher wurden vor allem Basics vermittelt:

Der Workshop der im Rahmen der Aktion „Wiesbaden Engagiert!“ durchgeführt wurde, diente dazu, die Workshopteilnehmer dafür zu sensibilisieren, was sie und andere wirklich sagen und wie dies gehört wird.
(„Wiesbaden Engagiert!“ ist eine Initiative der hessischen Landeshauptstadt, die engagierte Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen in sozialen Projekten zusammenbringt. Ins Leben gerufen wurde die Workshopreihe durch das Netzwerk Ariadne)

Die Teilnehmer lernten dadurch, aktiv zuzuhören und authentischer zu kommunizieren. Ihre Bedürfnisse und Wünsche authentisch zum Ausdruck zu bringen, so dass es für Andere möglich ist, diese zu verstehen und zu fühlen und umgekehrt. Auch dass Meinungsverschiedenheiten produktiv sein können und nicht zwangsläufig zu Konflikten führen müssen.

„Konflikte kosten Unternehmen Nerven und  viel Geld. Dabei ist es selten das WAS sondern fast immer WIE Menschen miteinander kommunizieren, was sie auslöst.“ @jeanbouffier Klick für tweet

Studien belegen, dass wir zu mindestens 75 % nicht über Worte, sondern über unsere Körpersprache, den Tonfall und andere Faktoren miteinander kommunizieren und nicht der Sender sondern der Empfänger bestimmt, was der Inhalt der Botschaft ist.

Warum ist Kommunikationsfähigkeit überhaupt wichtig für uns?

Sie bestimmt darüber ob wir ein erfolgreiches (das ist nicht monetär gemeint) Leben haben, unsere Bedürfnisse erfüllt sind. Denn wir beurteilen Menschen anhand ihres Kommunikationsverhaltens. Gestörtes Kommunikationsverhalten wird als unsouverän interpretiert.
Das kann der Choleriker genauso sein, wie die schüchterne Maus, die keinen Piep herausbringt.

Probleme entstehen vor allem dadurch, dass wir glauben, dass es eine objektive Wirklichkeit gibt und wir über das Gleiche reden. Das ist ein Trugschluss.
Menschen haben eine komplett unterschiedliche Wahrnehmung der Realität und völlig unterschiedliche Motivationen WARUM sie etwas tun. Begründet auf Erfahrungen und Kindheitsmuster, die uns selbst als Erwachsene noch steuern.
Das sind unsere Glaubenssätze, unsere Erwartungshaltung an andere Menschen und unsere Identität. Unser Selbstbild und unser Fremdbild können da stark auseinanderklaffen. Wichtig dabei ist es daher Feedback annehmen und auch konstruktiv, einfühlsam und lösungsorientiert geben zu können. Dann können die beiden Bilder sich annähern.
Denn in Gesprächssituationen erleben wir unser eigenes Verhalten immer als Reaktion auf das Verhalten anderer und als Reaktion auf unsere Steuerungsprogramme.

Do´s and Dont´s in der Kommunikation

Es gibt Kommunikationssperren und Kommunikationsförderer. Kommunikationssperren signalisieren den Wunsch, den Anderen zu verändern, statt ihn zu akzeptieren. Kommunikationssperren tendieren dazu dem Problembesitzer Verantwortung zu entziehen.

Aktives Zuhören hingegen lässt das Problem beim Gegenüber und hilft ihm, es selbst zu lösen. Weiter Beispiele für Bremser sind:

• Verwechseln/mischen von Ebenen oder Person & Botschaft
Menschen SIND nicht, sie VERHALTEN sich, d.h. eine Aussage wie z. B. „Du bist ein Egoist“, verallgemeinert und ist damit ein heftiger Angriff auf die Person.

• Ratschläge geben – die bessere Alternative wäre Fragen zu stellen was der Mensch denn statt dessen möchte.

• Bewerten statt beobachten – wir interpretieren unglaublich viel, dabei können wir bei den wenigsten Dingen sicher sein, dass sie auch wahr sind.

• Du-Botschaften sind Anklagen. Besser sind Ich-Botschaften.

Statt Vorwürfe, Herunterspielen, Befehle, Drohungen und Belehrungen, sind zielorientiertes Nachfragen, Gefühle ansprechen, Bedürfnisse klären und Versändnis signalisieren, die besten Mittel für eine empathische Kommunikation. Denn wer im Gespräch kämpft und Argumente als Waffen benutzt, hat schon verloren.

Kommunikation in engen Beziehungen über mehr als einen Tag zu verweigern, ist übrigends extrem destruktiv und fällt schon unter seelische Grausamkeit.

Was hat mein Selbstbild damit zu tun?

Da all unser Verhalten durch unsere Gedanken und Gefühle bestimmt wird – wir schaffen uns damit faktisch unser Leben – sollte man sich darüber bewusst sein.

• Welches Bild habe ich von mir?
• Bin ich offen für Feedback? Habe ich Zugang zum Fremdbild, das so wichtig ist für die Selbstreflektion?
• Welche Haltung habe ich zu anderen Menschen?

„Klärung im Bereich der Kommunikation fängt immer bei sich selbst an. Denn ich kann Andere nicht ändern – nur mich selbst.“ @jeanbouffier Klick für tweet

Die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach M. Rosenberg war daher ebenso Bestandteil des Workshops, wie z. B. auch Byron Katies „ The Work“.
Zum Abschluss kam noch eine wahre Geheimwaffe zum Verhindern von Konflikten dran: HUMOR. Ich wende den selbst sehr gerne an, da er Stress abbaut, Distanz verringert, sympathisch macht und motiviert. Menschen die sich selbst veräppeln können, haben meist auch ein gutes Selbstwertgefühl.

Resumee

Es hat mir riesigen Spaß gemacht, mit der netten Truppe zu arbeiten denn jeder der sich für das Thema interessiert, macht die Welt ein klein wenig besser. Umso mehr habe ich mich über das positive Feedback und die konstuktive Kritik, noch mehr Übungen einzubauen, gefreut und möchte das Engagement auch gerne  im nächsten Jahr fortsetzen.

 

Unterschrift

 

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